Anmerkungen zu: Das Prekariat ist kein Proletariat. Leider.

wirtschaftIch könnte diese Seite in nächster Zeit ein paar Mal ergänzen, auch verändern. Je nach dem, was mir dazu noch einfällt.

1. Anmerkung:

Ich plädiere für den kapitalistisch-sozialistischen Kompromiss, für die gedeihliche Kooperation von Markt und Staat, allerdings unter Oberaufsicht des Staates, der via Verfassung, Gesetzgebung, Rechtsstaat, Wirtschafts- und Finanzpolitik, Steuerpolitik, Sozialpolitik, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, etc. den Rahmen setzt, dem Markt Grenzen setzt, die nötigen Kompensationen liefert und alles in allem dafür sorgt,.dass Markt & Wirtschaft für die Menschen da sind (und nicht umgekehrt wir für den Markt).

2. Anmerkung:

Warum leider? – Für die Sozialisten und Kommunisten war das Proletariat die Macht der Zukunft: die Mehrheit, schlagkräftig organisiert, an der klassenlosen Gesellschaft (also am Gemeinwohl) orientiert, mit “wissenschaftlichem” Durchblick. Aus purem Interesse würden die Proletarier die Umwälzung herbeiführen – und weil sie genug Kampfkraft dazu hatten. – Es gibt heute keine solche gesellschaftlich-politische Kraft von unten mehr.

3. Anmerkung:

Unsere Gewerkschaften und Berufsverbände organisieren den Teil der Arbeitnehmer, die in regulären Beschäftigungsverhältnissen stehen. Das Prekariat bleibt außen vor. Die Gewerkschaften bemühen sich nur, möglichst viele aus dem Prekariat heraus und in reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu bringen. Das Prekariat müsste selbst die Einsicht und Energie für eine Selbstorganisation entwickeln. Vorerst scheint das unmöglich zu sein.

4. Anmerkung:

Geld ist Macht. Das Kapital sorgt via Staat und Medien dafür, dass es seine Interessen gegen die Arbeit durchsetzt. Die Gegenmacht der Arbeit wird immer schwächer.

5. Anmerkung:

Die Gegenmacht der Arbeit erfordert die Fähigkeit zu  aufgeklärtem Denken und zu solidarischem Handeln. Unsere Erziehung und Umwelt macht uns aber egozentrisch, maßlos, haltlos, barbarisch, feige, hektisch, drogenanfällig, hysterisch, paranoid …

6. Anmerkung:

Ein Endzeit-Gefühl macht sich breit. Hoffnungen auf Fortschritt gibt es kaum noch. Die Befürchtung, dass wir einer Zeit apokalyptischer Katastrophen entgegengehen, wächst. – Auch das Kapital und sein “Erfolg” liefert keinen Zukunftsoptimismus mehr. – Vorerst wird das noch nicht zur Bedrohung der Kapitaldominanz. Wir marschieren weiter in Richtung Plutokratie.

7. Anmerkung:

Für die Mitte gilt: Wir leben in einer Abstiegsgesellschaft. Einige wenige schaffen noch weiteren Aufstieg. Die meisten steigen ab – oder zittern. Das wird sich in Zukunft nicht ändern – eher noch verschärfen.

8. Anmerkung:

Für die meisten kommen nur individualistische oder stammesförmige Lösungsstrategien in Frage.
a) ICH muss an MIR arbeiten, damit ICH leistungsfähiger werde und erfolgreicher mitspielen kann.
b) Die Ausländer sind schuld! Raus mit ihnen! Dann wird alles besser.
c) Alles ist Mist. Ich geh einen saufen!
d) Ich bin Mutter und ziehe mich auf mein mütterliches Dasein zurück.
e) Computerspiele sind geil. Mehr brauch ich nicht.
f) Hauptsache, mein Fußballverein gewinnt. Nur das zählt.
g) Was wollt ihr denn?! ICH schaff es spielend!
h) Mit den Technologien der Zukunft lösen wir ALLE Probleme.
i) Eure Armut kotzt mich an! Wer scheitert, ist selber schuld.
j) Solidarität gibt’s nur bei der politisch Rechten.
k) Lasst mich in Ruh! Lasst mich einfach in Ruh!
l) TINA.

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