Orban & Söder? – 2: Mein Kommentar

bayernWas Söder und Orban hier eng verbindet, ist diese – für uns seltsame – Beschwörung des CHRISTLICHEN Abendlandes.

Er beschwört nicht die Aufklärung und ihre uns sehr viel stärker prägenden Werte.

Der Staat soll sich, so Söder, per Verfassung auf ein “christliches Abendland” verpflichten.

Grund zur Sorge? Deutschland und Bayern sind glaubenslose Gesellschaften. Auf die Minderheit der (im übrigen uneinigen) Christen kann die CSU nicht wirklich bauen. Das (angeblich) Christliche Abendland bedeutet: Xenophobie ist unsere Tradition.

In Ungarn ist das nicht anders; aber dort ist die Kirche stärker – und vergleichsweise reaktionär, xenophob.  Die bayerischen Christen halten eher die Bergpredigt hoch.

Wie will Söder Bayern christianisieren?

Heimatliebe. Heimat als seelischer Anker, den ein jeder braucht?

So, wie ich die Menschen kenne, braucht ein Drittel keine Heimat. Also von wegen “jeder”.

Immerhin, eine Mehrheit braucht “Heimat”. Was bedroht die Heimat?

Die Welt verändert sich rascher, als es für uns verträglich ist. Vor allem die älteren Semester haben da ihre Schwierigkeiten. Müsste unser Blick dann nicht umsichtig gerichtet werden auf alle Aspekte dieser irrsinnig schnellen und tiefgreifenden Umwälzungen unserer Umwelt und Lebenswelt, unseres Alltags, unseres Arbeitslebens, unserer Kommunikation?

Die Denkfaulen nehmen sich einen Aspekt heraus: die “Fremden”. Und haben damit ihren Sündenbock.

Es ist nicht mehr der Jude, es ist der Einwanderer, der Flüchtling, der Muslim, der Fremde.

Auch da treffen sich Söder und Orban. Nur dass es für Söder praktisch nicht geht. Denn Bayern ist ans GG gebunden. Orban hat die ungarische Verfassung bereits beerdigen können. Söder arbeitet insoweit für die AfD. Für die revolutionären Verfassungsverächter von rechts.

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