Warum nicht “die eigenen Leute” bevorzugen?

soziale-frageEin Leser des Blogs hat geschrieben:

Ich bin irritiert. Ich glaube, Deutschland ist das einzige Land auf dieser Welt, wo es als problematisch betrachtet wird, wenn ein gemeinnütziger Verein sich entscheidet, einheimische Bürger in Notsituationen zu bevorzugen. In den meisten anderen Ländern ist das vermutlich überhaupt kein Thema. Da wird eben zuerst den “eigenen Leuten” geholfen – und dann weitergesehen…

Meine knappe Antwort im Forum:

vermutlich würde man in den Niederlanden oder in den skandinavischen Ländern ähnlich wie in Deutschland debattieren.

Die “eigenen Leute”? – Da schau dir doch mal das GG an. Die Grundrechte gelten für alle, nicht nur für die Bürger mit deutschem Pass. Das gilt auch für die Feststellung der Bedürftigkeit und den Zugang zu den materiellen Ressourcen.

Wer sind die “eigenen Leute”? – Für mich sind das im Speziellen meine primären Lebensbegleiter (Verwandte, Freunde, Kollegen) und im Generellen ALLE Menschen auf dieser Welt. Ich denke nicht nationalistisch und halte Nationalismus für eine (nicht ungefährliche) Krankheit. Nationalismus schadet. Schadet mir, der Nation, Europa, der Menschheit. Wir können aus der Geschichte lernen.

Nun, auch darüber können wir sachlich diskutieren, pro & contra. Bist du dazu bereit?

Über Diskussionsbeiträge auch von anderen dazu würde ich mich freuen.

1. Beitrag zum Thema

2. Beitrag zum Thema

Kommentare

  1. Das Ausschließen von bestimmten Personen aufgrund deren Herkunft dürfte im Fall von Spenden rechtlich in Ordnung sein.

    Im Gesetz ist nur Benachteiligung im Fall zivilrechtlicher Schuldverhältnisse unzulässig. Das sind Spenden aber nicht.

    https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__19.html

  2. So ist das.

    Es hat auch niemand der Essener Tafel das RECHT abgesprochen, so zu entscheiden, wie sie entschieden haben. Rechtlich ist das unbedenklich.

    Die Debatte geht ums Politische. Die Kritik ist politisch. Ebenso wie die Entscheidung politisch war. (Man hatte auch andere Möglichkeiten, mit dem Engpass und dem hohen Anteil von Flüchtlingen zurande zu kommen.)

    Politisch ist auch der größere Rahmen: Das Versagen des Sozialstaats wird sichtbar.

    Die Frage, die ich hier stelle, ist eine politische: Warum nicht “die eigenen Leute” bevorzugen?
    WER SIND DIE EIGENEN LEUTE?

  3. Karl Walterscheid meint:

    Jetzt führen die Beiden auch noch Selbstgespräche. Dieses Duo kann ja nicht mal unser GG interpretieren, geschweige Statistiken. Das kann ein Sarrazin viel besser. Vergleicht mal Sarrazin vom Intellekt her mit diesen beiden Pappnasen die angeben Integrationslehrer zu sein. Ich weiß gar nicht ob man sowas überhaupt ohne Schulabschluss werden kann?, also Integrationslehter. Anscheinend fehlt es an Nachschub.

  4. Kennst du die berühmte Inschrift “Dem deutschen Volke”?

    Damit ist doch (fast) alles gesagt

    Natürlich kümmert sich ein vernünftiger Staat um alle seine Bürger. Auch um die die, mit anderer Staatsbürgerschaft. Soweit, so gut.

    In diesem Fall geht die Hilfe aber von einer privaten Initiative aus. Wenn die Resourcen knapp werden oder es Probleme mit bestimmten Gruppen gibt, muss man handeln. Ich finde es legitim, wenn dann zunächst die einheimischen Bedürftigen geschützt und unterstützt werden.

    Warum? Nun, weil dies Deutschland ist. Primär die Heimat der Deutschen. Leitet sich ja bereits aus dem Wort ab. Genauso, wie etwa Italien nunmal das Land der Italiener oder Frankreich das Land der Franzosen ist – und so weiter. Nationalstaaten muss man nicht mögen (wie du offensichtlich), aber sie existieren nunmal in der uns bekannten Form und werden – weitgehend – auch so akzeptiert.

    Ansichten wie “Wer sind die “eigenen Leute”? – Für mich sind das im Speziellen [...] und im Generellen ALLE Menschen auf dieser Welt” passen sicher gut in einen Philosophiekurs, aber weniger in die reale Welt.

    Zu deiner anderen Frage:
    Nachdem ich erkannt habe, wie weit unsere Ansichten im Thema “Ungarische Islamophobie” auseinander gehen, habe ich beschlossen, diese Diskussion zu verlassen. Hinzu kommt, dass meine Zeit begrenzt ist.

  5. Was ist das Niveau des Herrn Karl Walterscheid?
    Es wäre unfair, von seinem Beitrag hier – den ich aus schierer Bosheit freigeschaltet habe! – auf sein Niveau zu schließen.

    Was Sarrazin angeht, so würde ich schon auch sagen, dass der Mann ein gutes intellektuelles Niveau hat und dass er belesen und gut informiert ist; auch, dass er gut formulieren kann.

    Nun schreibt hier aber nicht Herr Sarrazin seine Kritik an mir, dem Blogger, sondern sein Schüler Karl Walterscheid. Da können wir uns anschauen, was für ein Niveau ein Sarrazin-Adept erreicht. Man dürfte erwarten, dass der Schüler oder Gefolgsmann die Texte und die Gedanken seines Meisters kennt und überzeugend vorbringen kann. Und vorbringen wird, wenn es um die Debatte mit einem so schändlichen Duo wie KM & Leo Brux geht.

    Zum Beispiel zum Thema des Artikels hier, zur Frage, die da gestellt wird.
    Oder, hier im Forum eher am Rande des Artikelthemas: Wie interpretieren wir das GG? Wie interpretieren wir Statistiken?

    Darf ich davon ausgehen, dass Herr Walterscheid jetzt für seinen Meister Sarrazin sprechend in die Arena steigt und einmal vorführt, wie überlegen die Argumente Sarrazins sind?

    Karl, du hast das Wort!

    Nebenbemerkung:
    Karl Walterscheid, wie du siehst, können auch Menschen wie ich – ohne Schulabschluss, dafür mit Pappnase – durchaus einen sauberen deutschen Satz formulieren. Betrachtet man hingegen dein Deutsch, so kann man, wenn man freundlich ist, die vielen Rechtschreibfehler und die gelegentlichen Formulierungsschwächen auf die Hektik beim Schreiben zurückführen; wenn man unfreundlich ist, könnte man sagen: Der Mann kann kein Deutsch! Jedenfalls kein richtiges.

    Ich erlaube mir den Spaß:
    1. die Beiden – B bitte klein!
    2. geschweige – normalerweise: geschweige denn (ohne denn geht es zur Not auch; also: kein Fehler, nur etwas holprig)
    3. Komma zwischen Pappnasen und dem Relativpronomen die
    4. Komma vor ob
    5. Fragezeichen und gleich danach Komma – entspricht nicht der deutschen Rechtschreibung
    6. Integrationslehter – ein Tippfehler; kann mal passieren

    Also in fünf Zeilen fünf Fehler.
    Karl Walterscheid repräsentiert Deutschland? Die deutsche Kultur? Die deutsche Qualität?
    Lieber Karl, wenn DAS, was du da sprachlich und inhaltlich zeigst, Deutschland ist, dann kann Sarrazin zurecht behaupten: Deutschland schafft sich ab.

    Nein, ich übertreibe. Ich bin bloß etwas boshaft gestimmt. Ein paar kleine Fehler darf ein guter Deutscher schon machen. Bloß sollte er dann nicht so arrogant auftreten wie du und so tun, als ob man bei mir den Eindruck haben müsste, ich hätte keinen Schulabschluss. Den Eindruck erweckst ja nun eher du.

  6. Danke für den Beitrag.

    1

    “Dem deutschen Volke”: Was heißt das für unser Thema?
    Ich tue Gutes dem deutschen Volke, indem ich Gutes tue der Menscheit. Der gute patriotische Deutsche wird wohl heute ein Kosmopolit sein. Einer, dem Europa und dem die Menschheit wichtiger sind als die partikularen nationaldeutschen Interessen. Angesichts der Globalisierung und der mit ihr verbundenen Gefahren geht es heute um das Überleben der Menschheit.

    2

    Die einheimischen Bedürftigen: Sind die Flüchtlinge, die in Essen leben, keine Einheimischen? Indem sie da leben, gehören sie dazu. Sie sind Nachbarn.

    Wenn es um die Grundrechte geht – und das Minimum bei der Ernährung gehört im Rahmen von Artikel 1 GG zur Würde des Menschen – siehe dazu die einschlägige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts! – wenn es also um Grundrechte geht, gilt der Unterschied zwischen Staatsbürger und Nicht-Staatsbürger nicht.

    3

    Deutschland ist die Heimat der Deutschen? – Falsch. Meine Heimat ist nicht Deutschland, sondern München. Ich hab mit den Berlinern oder den Bewohnern von MeckPomm weniger zu tun als mit den Salzburgern und den Bozenern.

    Außerdem frage ich mich: Ist nicht ein Italiener oder Engländer, der ähnlich lebt und ähnliche Präferenzen hat wie ich, mir näher als ein Münchner, der zum Beispiel Pegida gut findet oder der als Yuppie lebt oder der ein Bankmanager ist?

    Das nationale Band spüre ich schon auch, aber es ist sozusagen drittrangig. Andere Bindungen sind wichtiger.

    Das ist vermutlich auch für dich so. Unser beider nationale Gemeinsamkeit steht nicht über unserem Gegensatz in politischer Hinsicht, zum Beispiel.

    4

    Deutschland ist offensichtlich nicht mehr das Land der (ethnisch) Deutschen allein; kann es auch nicht sein. Es wäre eine Katastrophe, wollte man dahin zurück.

    Es wäre genauso absurd, nur noch in München Geborene und Aufgewachsene als Münchner zu akzeptieren und zu sagen: Dresdner, zurück nach Dresden, ihr seid keine Münchner! München den Münchnern! (Die bayerisch sprechen, katholisch sind und schuhplatteln!)

    Man kann heute ein Münchner sein, auch wenn man aus einer anderen Gegend der Welt kommt, aus Dresden oder aus Sarajewo oder aus Istanbul oder aus Bagdad oder aus Aleppo oder aus Chicago oder aus Delhi oder aus Kiew oder aus Neapel … In dieser Offenheit liegt eine der Stärken der florierenden und zugleich sicheren Stadt München.

    Warum sollte das nicht auch für andere Gegenden Deutschlands gelten?

    5

    Nationalstaaten existieren noch.

    Richtig. Auch Städte existieren noch. Auch Provinzen existieren noch.

    Nationalstaaten sind noch eine wichtige Kategorie für die Politik, für die politische und wirtschaftliche und kulturelle Organisation der Gesellschaft. Das funktioniert aber nur noch bei – im Vergleich zu früher – offenen Grenzen. Bei intensivem internationalem Austausch.

    So, wie wir einen großen Teil unserer Produkte ins Ausland verkaufen und einen großen Teil der Produkte, die wir brauchen, importieren;
    so, wie wir Teil einer international gewordenen Kultur sind
    so sind die Grenzen generell durchlässig geworden.

    Es gibt München, es gibt Bayern, es gibt Deutschland, es gibt die EU, es gibt die Weltgemeinschaft. Man sollte das eine nicht gegen das andere ausspielen, und Vorrang hat gewiss die höchste Ebene, die Weltgemeinschaft. Was nützt es uns, auf den eng definierten nationalen Interessen zu beharren, wenn darüber die Welt zugrunde geht.

    Wir haben nun mal DIE EINE WELT geschaffen, technologisch, ökonomisch, kommunikativ, kulturell, politisch. Es funktioniert noch nicht gut international, global, aber die globale Perspektive ist zwingend im Angesicht der Gefahren der globalen Selbstzerstörung.

    Das ist DIE REALE WELT.

  7. Muss mich etwas kürzer fassen, da ich sehr früh aufstehen muss.

    Wie schon vermutet, unterscheiden sich unsere Ansichten fundamental voneinander.

    Du: “Der gute patriotische Deutsche wird wohl heute ein Kosmopolit sein. Einer, dem Europa und dem die Menschheit wichtiger sind als die partikularen nationaldeutschen Interessen. ”

    Ich: Nein, ein Patriot ist primär auf die nationalen, eventuell auch noch europäischen Interessen fokussiert. Was Du beschreibst, entspricht eher dem Bild eines Idealisten oder – etwas böse ausgedrückt – dem eines linken Träumers.

    Du: “Deutschland ist die Heimat der Deutschen? – Falsch. Meine Heimat ist nicht Deutschland, sondern München. ”

    Ich: München liegt in Deutschland. Spielt man dein Spiel weiter, könnte man auch sagen, meine Heimat ist z.B. Bogenhausen, nicht Fürstenried.

    Du: “Deutschland ist offensichtlich nicht mehr das Land der (ethnisch) Deutschen allein; kann es auch nicht sein. Es wäre eine Katastrophe, wollte man dahin zurück.”

    Ich: Deutschland muss auch nicht allein das Land der (ethnisch) Deutschen sein, doch es sollte vorrangig die Heimat der (ethnisch) Deutschen bleiben. Soll heißen: Der Zuzug sollte stärker begrenzt werden. Wir haben bereits heute einen sehr hohen Ausländeranteil in unserem Land.

    Du: “So, wie wir einen großen Teil unserer Produkte ins Ausland verkaufen und einen großen Teil der Produkte, die wir brauchen, importieren;
    so, wie wir Teil einer international gewordenen Kultur sind
    so sind die Grenzen generell durchlässig geworden.”

    Ich: Eine internationale Kultur sehe ich nicht. Absolut nicht. Es gibt nicht einmal eine europäische Kultur! Es gibt viele Gemeinsamkeiten, gerade mit Nachbarländern (z.B. Österreich, Niederlande). Das ist schön und sollte gefördert werden. Es gibt auch einen gewissen Kulturimperiliasmus (hauptsächlich aus den USA/Hollywood), was weniger schön ist. Unterm Strich gibt es aber maximal Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten. Die deutsche Kultur ist genauso einzigartig wie jede andere nationale Kultur.

    Du: “Wir haben nun mal DIE EINE WELT geschaffen, technologisch, ökonomisch, kommunikativ, kulturell, politisch. Es funktioniert noch nicht gut international, global, aber die globale Perspektive ist zwingend im Angesicht der Gefahren der globalen Selbstzerstörung.”

    Ich: Bei der globalen Perspektive und den Gefahren der heutigen Welt stimme ich dir ausnahmsweise zu. Vom Prinzip ist das richtig. Doch weder die Politik, noch die Menschen “funktionieren” so. Diese Idee einer “einen Welt” ist eine Utopie und wird es wohl auch bleiben. Da bin ich Realist.

    Ich wünsche eine gute Nacht.

  8. Ich finde, man sollte einfach ehrlich begründen, was man unter “eigenen Leuten” versteht und warum man nur eigenen Leuten helfen will.

    Ich denke, dass eine ehrliche Begründung in so einer Situation viel besser ist als irgendwelche vorgeschobene, nebulöse Gründe.

    Und da hätte der Tafelbetreiber auch entsprechend ehrlich sagen sollen, dass Ausländer sich gefälligst selbst versorgen sollen und wenn sie das nicht schaffen, dann sollen sie Deutschland wieder verlassen, weil sie hier sowieso nichts verloren haben und nur zur Überfremdung beitragen.

    Stattdessen müssen halt andere Leute herhalten, die sich nicht mehr in die Tafel trauen würden. Am Tafelbetreiber selbst liegt es dann nämlich nicht.

  9. “[...]Und da hätte der Tafelbetreiber auch entsprechend ehrlich sagen sollen, dass Ausländer sich gefälligst selbst versorgen sollen und wenn sie das nicht schaffen, dann sollen sie Deutschland wieder verlassen, weil sie hier sowieso nichts verloren haben und nur zur Überfremdung beitragen.”

    Aha, du bist also der Ansicht, der Betreiber der Essener Tafel ist ein verkappter Rechtsradikaler?

    Ich empfinde das als böswillige Unterstellung. Immerhin engagiert sich der Mann offenbar seit Jahren ehrenamtlich und es ist ja nicht so, dass er in dieser Zeit nicht sicher mit sehr vielen Ausländern zu tun gehabt hat, denen er geholfen hat. Da hätten Leute wie du doch bestimmt schon medienwirksam einen armen Flüchtling auftreiben können, der negativ über ihn spricht. In diese Richtung hört man aber nichts.

    Die offizielle Begründung klingt für mich plausibel. Ich kann mir das gut vorstellen: Lauter junge, fremdländische Männer, die (verständlicherweise) auch Hunger haben und nicht hier sozialisiert wurden. Die Vorstellung, dass die “Omas” (Stichwort Stellenwert der Frau in gewissen Kulturen!) aus dem Weg schubsen und sich einfach vordrängeln, liegt nah.

    Bei “Bild” gibt es einen neuen Artikel über eine deutsche Seniorin, die sich nach der Maßnahme jetzt wieder hintraut – leider als “Plus”-Inhalt und daher nicht frei zugänglich (möchte an Springer kein Geld zahlen).

    Was du schreibst, zeigt mir jedenfalls, dass es Leute gibt, die aus dieser Sache gerne eine Politikum machen wollen. Besser wäre es, sich dafür einzusetzen, dass so etwas wie die Tafeln gar nicht nötig wären!

  10. @ResEvl

    1. Ist man etwa kein Realist, wenn man den Blick auf die ganze Erde und ganze Menschheit einnimmt? Also die menschliche Existenz kosmopolitisch sieht? Im letzten Punkt gibst du mir zu, dass es um die globale Perspektive geht – und dann drehst du ab und meinst: Na ja, im Prinzip, aber es ist nicht möglich, das irgendwie politisch zu denken. Hier ist deine Sicht der Dinge unrealistisch. Du träumst von rein lokalen Lösungen für globale Probleme. Oder kommt dir das Ignorieren von Problemen realistisch vor? Heute muss man Kosmopolit sein, um Realist zu sein.
    Kennst du diese Geschichte? – Ein Mann hat nachts auf der Straße seinen Schlüssel verloren, irgendwo, wo es ziemlich dunkel ist. Was macht er? Er geht an eine Stelle, die hell ist, an der er allerdings vorher nicht war, und sucht dort. Er braucht ja Licht zum Suchen.

    2. Meine Heimat ist nicht Sendling, sondern München. Vermutlich ist es für alle Menschen so: Heimat ist die nähere Umgebung. Vermutlich ist für Venezianer nicht Italien die Heimat, sondern Venetien. Was hat der Venezianer denn so sehr mit Kalabrien zu tun? Für uns Deutsche ist es ziemlich eindeutig, dass unser Heimatbezug kein nationaler, sondern ein regionaler ist. – Möchtest du mir und allen anderen, die einen ähnlichen Heimatbezug haben, unsere Heimat wegnehmen und sie ersetzen durch die Nation? Falls jemand wirklich FÜHLEN sollte, dass die Nation und nicht seine Region seine Heimat ist, bittesehr. Es ist etwas komisch, aber so einer kommt mir vor wie ein Baum ohne Wurzeln.

    3. Deutscher ist man heute nicht mehr aus ethnischen Gründen. Das ist die Rechtslage. Es ist also gegen das geltende Recht, den Begriff Deutscher noch ethnisch einzuschränken. Es macht auch keinen Sinn. Ich wüsste nicht, wieso denn die Herkunft bestimmen sollte, ob man ein Deutscher ist. Oder ob man ein Münchner ist. Ein Deutscher ist man, wenn man die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Punkt.
    Ein anderer Gesichtspunkt ist: Wir achten darauf, dass möglichst alle Deutschen auch gut Deutsch sprechen. Wir achten darauf, dass möglichst alle Deutschen einen Sinn für die deutsche Geschichte entwickeln. An beidem mangelt es immer mehr – unabhängig von der Herkunft.

    4. Eine internationale Kultur entwickelt sich. Fast überall auf der Welt das Smartphone. An allen Ecken und Enden eine ähnliche Musikkultur unter den jungen Leuten. Etcetera. – Die kulturelle Entwicklung folgt der ökonomischen, die ökonomische folgt der technologischen. Sie hinkt etwas hinterher, aber sie kommt nach. Das kannst du beobachten. Ob es gut ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin da auch skeptisch. Aber als Realist sehe ich, was ist.

    5.
    Die deutsche Kultur ist nur Deutsch in Hinsicht auf Sprache und Geschichte. Im übrigen ist sie kosmopolitisch. Goethe ist ein Weltautor, genauso wie Shakespeare, Sophokles, Machiavelli, Cervantes, Tolstoi … Generell: Kultur ist, wenn sie gut ist, kosmopolitisch: Weltkultur, und nicht provinziell. Für mich sind Shakespeare oder Machiavelli oder Cechov Teil meiner deutschen Kultur. (Das gilt genauso für Musik, Malerei, Philosophie, Wissenschaft)

    6. Die permanente Revolution der Technologie treibt die Menschheit weiter voran zu stärkerer, immer intensiverer Vernetzung. Entfernungen sind extrem geschrumpft – das macht uns alle zu Nachbarn, ob wir das nun schon richtig verdauen können oder nicht. Realist ist, wer die Realität zur Kenntnis nimmt und vom Boden der Realität aus angemessene Aktivitäten entwickelt.
    Die Zeit der primär nationalen Politik ist vorbei. Wir müssen europäisch und weltbürgerlich handeln, auch wenn wir nicht recht wissen, wie wir uns weltpolitisch wirkungsvoll organisieren können. Es ist unsere Aufgabe, politische Wege für die kosmopolitische Realität zu bahnen.

    7. Es wäre gut, wenn auch du dabei mitmachen würdest.

  11. Ich bin nicht der Meinung, dass die Technolgie reale Entfernungen schrumpfen lässt. Lediglich virtuell ist die Welt sehr klein geworden. Doch eine E-Mail oder eine Website bringt Menschen nicht in der Realität zusammen, ebenso kein Smartphone. Man kann global mittlerweile kinderleicht in Verbindung bleiben, ja, das ist toll. Doch rückt man deshalb tatsächlich zusammen? Werden wir deshalb alle “Nachbarn”? Das ist wieder so eine rosa-rote Zukunftsdeutung, die ich gerne Philosophen und linken (Möchtegern-)Weltverbessern überlasse.

    Zur “internationalen Kultur” sagte ich ja bereits, dass es hier Gemeinsamkeiten und Überschneidungen gibt. Gerade bedingt durch den Kulturimperialismus made in USA (Filme, Musik). Teilweise natürlich auch durch andere “Trends” und gemeinsame Interessen, besonders unter jungen Leuten. Das ist nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut. Ob man das bereits “internationale Kultur” nennen kann, nun ja – vielleicht Ansichtssache. Ich sage eher nein.

    In den übrigen Punkten bin ich größtenteils leider genau gegenteiliger Ansicht. Da werden wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.

    Trotzdem Danke für die interessante Konversation.

  12. Die offizielle Begründung klingt für mich plausibel. Ich kann mir das gut vorstellen: Lauter junge, fremdländische Männer, die (verständlicherweise) auch Hunger haben und nicht hier sozialisiert wurden. Die Vorstellung, dass die “Omas” (Stichwort Stellenwert der Frau in gewissen Kulturen!) aus dem Weg schubsen und sich einfach vordrängeln, liegt nah.

    Bei “Bild” gibt es einen neuen Artikel über eine deutsche Seniorin, die sich nach der Maßnahme jetzt wieder hintraut

    Das zeigt doch, wie unsinnig die Maßnahme mit dieser Begründung ist.

    Erstens, diejenigen, die schon Kunde waren gedrängelt haben, dürfen ja immer noch kommen, weil sie schon Kunden sind.

    Zweitens, der Anteil der Ausländer liegt seit Einführung der Maßnahme immer noch über 70%, so hoch wie vorher. Wenn die Seniorin sich jetzt wieder hintraut, dann unter der gleichen Umständen zu denen sie sich nicht getraut hat.

    Das hat also ganz andere Gründe, warum da ein Aufnahmestopp ausgesprochen wurde. Und dieser Grund wird nicht ehrlich kommuniziert. Das ist das eigentliche Problem an der Sache.

    Solange die Betreiber immer nur um den heißen Brei herumreden, kann man da ziemlich klar schlussfolgern.

  13. Die Schlussfolgerung lautet: Wir wollen nicht so viele Lebensmittel für Ausländer bereitstellen, weil …. (hier Begründung einsetzen) sondern für deutsche Senioren, Alleinerziehende usw. weil…. (hier Begründung einsetzen).

    Das haben die Betreiber bisher nicht klargestellt. Stattdessen wird von “Verdrängungsprozess” und “Nehmer-Gen” und “Ich will kein Gutmensch sein” geschwafelt.

  14. Vielleicht sagen sie ja auch nichts, weil sie sonst die Kritiker bestätigen würden oder sonst Lügen müssten.

  15. Vielleicht müssten sie auch unschöne Wahrheiten über die deutschen Tafelnutzer aussprechen, etwa, dass ein nicht unerheblicher Teil nichts mit Ausländern zu tun haben will, weil … (Begründung hier einsetzen) und deswegen nicht mehr kommt. Aber die Tafel will den Leuten nicht vor den Kopf stoßen und setzt den Stellhebel halt auf der anderen Seite an.

  16. ResEvl schreibt:

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Technolgie reale Entfernungen schrumpfen lässt.

    Also, wenn wir mal vergleichen, wie lange wir früher gebraucht haben auf Reisen in anderen Länder … und wenn wir mal vergleichen, wie wir heute mit Australien digital kommunizieren können (als wären wir im selben Zimmer!) und wie das früher war …

    Wer ist hier der Realist?

    Natürlich rückt man damit auch zusammen. Der Liebhaber von X in München kann sich mit dem Liebhaber von X in einem beliebigen Ort der Welt via Facebook, Blog, eMail, Skype, Instagram etc. zusammenschließen. Und tut es auch. Es entstehen immer mehr globale Vernetzungen, und deren Bindungen sind den meisten der daran Beteiligten wichtiger als die olle Nation. Katzenliebhabern ist ihre Katzenliebhaberei und ihr Katzenliebhaber-Zusammenhalt wichtiger als die Nation.

    Ist halt so, ResEvl. Ich sag nicht, dass das unproblematisch ist. Nur, es wird immer mehr so. Wir beide werden das nicht aufhalten. Stellen wir uns drauf ein.

    Defacto SIND wir Nachbarn geworden. WIR: die 7 Milliarden Menschen dieser Welt. Auch wenn du die Nachbarschaft ablehnst – die Chinesen und die Peruaner und die Malier wohnen um die Ecke. Und machen sich bemerkbar. Einigeln, Abwehren, Abschotten ist schon auch eine Antwort darauf. Man kann Nachbarschaft wegblocken. Nur sollte man dabei wissen, was man tut und welche Folgen das hat. (Es ist halt nicht mehr wie früher, wo die Chinesen, Peruaner und Malier noch in einer ganz anderen Welt gelebt haben, so dass man sie einfach ignorieren konnte.)

    Was die anderen Punkte angeht, würde es mich freuen, ebenfalls deine Einschätzung zu bekommen. Es passiert relativ selten, dass jemand von deiner politischen Haltung überhaupt in der Lage ist, irgendwas Vernünftiges und Argumentatives vorzubringen. Du bist da die Ausnahme, die zeigt, dass nicht alle Rechtspopulisten bescheuert sind.

    Auch wenn ich deine Einlassungen nicht plausibel finde, so sind sie doch respektabel. Da steckt Hirn drin und das Bemühen um Konsistenz.

    Deine Überzeugungen drücken sicherlich auch aus, was viele Menschen denken – die Mehrheit steht eher hinter dir als hinter mir.

    Wir werden nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Trotzdem sollten wir den Disput pflegen – man lernt von seinem Gegner!

    Ich sähe es gern, wenn du uns Punkt für Punkt zeigen könntest, warum für dich meine Sicht die falsche ist. Hier bei diesem Thema, aber auch bei dem der Kriminalität. Da sind ja auch noch einige Argumente, die ich im Namen der Kriminalwissenschaft vorgetragen habe, von dir unbeantwortet geblieben.

    (Es soll auch kein Zeitproblem sein. Lass dir ruhig Zeit! Zeit zum Recherchieren, Lesen, Nachfragen, Nachdenken.)

  17. Korbinian meint:

    Ein ausgezeichneter Kommentar der noch einmal das wohlfeile Geschwätz gewisser Leute aufzeigt die nicht einmal die Materie richtig überblicken aber ihren Senf dazugeben müssen.

    https://tapferimnirgendwo.com/2018/02/25/die-essener-tafel-ist-ein-ort-des-buergerkriegs/

  18. Ich finde Roberts knappe Bemerkung und KMs Vermutungen zum Warum plausibel. Wär doch die Frage, warum man es – unnötigerweise – GENAU SO gemacht hat wie die Essener Tafel.

    Der zentrale Punkt ist aber ohnehin ein anderer: Wieso hungert die Regierung den Sozialstaat aus? Wieso sorgt die Regierung dafür, dass immer mehr Personen die Tafel brauchen?

    WIR versagen hier.

    Das hätte ich an Stelle der beiden SPDler getwittert.

  19. Ein ausgezeichneter Kommentar der noch einmal das wohlfeile Geschwätz gewisser Leute aufzeigt die nicht einmal die Materie richtig überblicken aber ihren Senf dazugeben müssen.

    Nein, ein größtenteils völlig unsinniger Kommentar.

    Die Quote müsste dem Verhältnis der auf die Tafel angewiesenen Ausländer und Deutschen entsprechen. Und der Anteil der an der Armutzgrenze lebenden Ausländer wird erheblich höher sein als der Anteil Deutscher. Also dürfte ein Verhältnis von 70:30, vielleicht sogar 80:20 wahrscheinlich vollkommen in Ordnung sein. Da müsste man aber die Zahlen prüfen, um da etwas genaues zu sagen.

    Und wieso sollte man hochspezialisierte Experten brauchen um Lebensmittel an Flüchtlinge auszugeben? Das erschließt sich mir nicht. Das sieht mir nur nach einem Vorwand aus, um sich der kritischen Diskussion nicht stellen zu müssen

  20. Unsere Konservativen möchten bei diesem Thema gern rechtspopulistisch andocken.

    Außerdem möchten sie – im Interesse von Big Money – ablenken davon, dass man in den letzten Jahrzehnten die Zahl und den Anteil der arm und prekär Lebenden auch unter denen mit dem deutschen Pass allmählich gesteigert hat.

    Der Sozialstaat hat die Aufgabe, eine gute Mindestversorgung ALLER sicherzustellen.

    Da haben aber die Ideologen des Egoismus was dagegen. Sie sehen es gern, dass diejenigen, die – ihrer Meinung nach – “wenig leisten” und darum nur geringe Finanzmittel zur Verfügung haben, auch ordentlich leiden unter ihrem Versagen. – Soviel zur armen deutschen Oma, die die Tafel für ihre Versorgung braucht und gelegentlich die Konkurrenz von Flüchtlingen an dieser Tafel spürt.

  21. Korbinian meint:

    Wieso hungert die Regierung den Sozialstaat aus?

    Leo, könntest Du hier bitte mal ein paar Zahlen präsentieren? Ich lese sehr oft dass die Aufwendungen für Soziales noch nie so hoch waren wie heute. Und das auch inflations- und kaufkraftbereinigt.

  22. Korbinian meint:

    @KM

    Die kritische Diskussion ist doch schon voll entbrannt. Was Du an dem Text nicht verstanden hast ist der Fakt das diesen Leuten Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen wird obwohl ja auch schon die sogenannten “Deutschen” die dort hingehen mehrheitlich Migrationshintergrund haben. Anstatt dass die Lauterbachs und die Cheblis dafür sorgen sollten dass diese Missstände behoben werden, schlagen sie auf die Ehrenamtlichen drauf.

    Mich würde generell mal interessieren wer da überhaupt hingehen darf. Gibt es da einen Bezugsschein oder wie kommt man an den? Wie kommen die Flüchtlinge zur Tafel? Werden sie im Flüchtlingsheim nicht versorgt?

    Kann ich einfach so zur Tafel gehen und mich da auch bedienen?

  23. Natürlich,
    wenn man immer mehr Leute arm macht, weil man ihnen nicht genug zahlt, wenn sie arbeiten, dann brauchen sie mehr Sozialstaatsgeld. Dann steigen die Aufwendungen für Soziales.

    Allein die ständig steigenden Zahlen der Tafelbesucher könnten dich doch schon überzeugen, Korbinian. Oder die Tatsache, dass man einen immer höheren Anteil dessen, was man verdient, für die Miete ausgeben muss.

    Etwas, das sie Leute finanziell spüren, aber statistisch nicht erfasst wird: Die technologischen Innovationen erfordern immer mehr Ausgaben, die früher nicht nötig waren. Die Kinder werden ständig anspruchsvoller, vor allem, was das Materielle angeht. Aber auch für Erwachsene gilt: Was braucht man heute für Apparate, die es früher nicht gegeben hat!

    Es gibt leichte Steigerungen im Einkommen. Aber sie reichen nicht aus, um die höheren Ansprüche erfüllen zu können, die man erfüllen muss, um einigermaßen dazuzugehören in dieser Gesellschaft.

    Kommt noch dazu, dass Armut relativ ist: Wenn die Reichen geradezu sprunghaft reicher werden, werden selbst diejenigen, deren Gehalt und Einkommen auch steigt, wenn auch sehr wenig, ÄRMER.

    Dann kommen die Zyniker, die kalt und ätzend darauf hinweisen, dass einer, der in Deutschland als arm gilt und die Tafel und auch sonst Stütze braucht, doch eigentlich ziemlich wohlhabend ist im Vergleich zu einem Mittelstandsbulgaren.

    Auch diese Zyniker verteidigen jetzt die “deutsche Oma” an der Essener Tafel …

    Ein kleiner Überblick ist >>> hier.

    Die Wirtschaft in Deutschland wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt – und trotzdem meldet der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass sich die Armut auf einem historischen Höchststand befindet. Wieder einmal. Die Armutsquote liege nun bei 15,7 Prozent – das bedeutet rein rechnerisch, dass 12,9 Millionen Menschen hierzulande arm sind. Die Quote schwankt seit Jahren leicht, 2005 betrug sie noch 14,7 und damit ein Prozentpunkt weniger als heute.

    “Die wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich schon lange nicht mehr in einem Sinken der Armut nieder”, sagt Verbandsgeschäftsführer Ulrich Schneider. Das Ruhrgebiet und Berlin seien besonders betroffen. In Ostdeutschland jedoch geht die Armutsgefährdung laut der Studie zurück. In den meisten westdeutschen Bundesländern sei sie dagegen gestiegen.

    Und hier kannst du googeln.

  24. Die Tafeln arbeiten gemeinnützig. Nach eigener Satzung unterstützen die Tafeln alle Menschen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Das macht die Essener Tafel momentan eben nicht mehr. Von daher sollte man ihr die Gemeinnützigkeit aberkennen und untersagen als Tafel zu firmieren.

    Von mir aus kann die sich gerne “Volksdeutsche Lebensmittelhilfe” nennen und nur noch Lebensmittel an Deutsche verteilen. Dann wäre sie wenigstens ehrlich.

    Was Du an dem Text nicht verstanden hast ist der Fakt das diesen Leuten Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen wird obwohl ja auch schon die sogenannten “Deutschen” die dort hingehen mehrheitlich Migrationshintergrund haben. Anstatt dass die Lauterbachs und die Cheblis dafür sorgen sollten dass diese Missstände behoben werden, schlagen sie auf die Ehrenamtlichen drauf.

    Man kann die Missstände ganz einfach beheben. Z.B. Die Grundsicherung um 200€ netto im Monat erhöhen. Dann bräuchte man die Tafeln nicht mehr. Aber dann würden sofort wieder diejenigen ganz laut rumbrüllen, die ein Problem mit “leistungslosem Einkommen” haben oder damit, dass hier nicht das “Sozialamt der Welt” sein soll oder das es kein Geld sondern nur Sachleistungen geben soll (etwa Marken für die Tafel, wo man aber bitte nicht mehr hingehen soll). Diese rumbrüllenden Leute sind das eigentliche Problem.

    Dann kommen die Zyniker, die kalt und ätzend darauf hinweisen, dass einer, der in Deutschland als arm gilt und die Tafel und auch sonst Stütze braucht, doch eigentlich ziemlich wohlhabend ist im Vergleich zu einem Mittelstandsbulgaren.

    Ja, das liest man öfters mal, dass es in Deutschland ja eigentlich gar keine Armut gibt.

    Mich würde generell mal interessieren wer da überhaupt hingehen darf. Gibt es da einen Bezugsschein oder wie kommt man an den? Wie kommen die Flüchtlinge zur Tafel? Werden sie im Flüchtlingsheim nicht versorgt?

    Kann ich einfach so zur Tafel gehen und mich da auch bedienen?

    Sicherlich ist das von Tafel zu Tafel verschieden. Da wird man individuell seinen Anspruch nachweisen müssen.

    Tafeln nutzen alle möglichen Leute bei denen das Geld knapp ist, nicht nur Sozialhilfeempfänger oder Obdachlose, auch Studenten oder Selbstständige oder Drogenabhängige. Da sollte eigentlich kein Unterschied gemacht werden.

    Die meisten Flüchtlinge werden sich ihr Essen selbst kaufen müssen. Das machen hier in der Stadt auch viele.

  25. Korbinian meint:

    Nichtsdestotrotz geht die Kritik in Bezug auf die Essener Tafel an den völlig falschen Adressaten.
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/joerg-sator-chef-essener-tafel-sozialdemokratie
    Dass Merkel da auch wieder mitmacht um positive Presse zu erheischen wundert mich nicht im Geringsten.

  26. Ein guter Kommentar.

    Trotzdem – ich würde mich heftig mit Herrn Sator streiten. Obwohl ich ihm seine Aktion und seine Selbstverteidigung nicht übel nehme. Mit mir ist aber eine national oder ethnisch gestrickte Diskriminierung nicht zu machen.

    Als Kind bin ich sofort vom “Cowboy” zum “Indianer” geworden, als ich verstanden habe, dass in der brutalen Wirklichkeit die Indianer verloren haben.

    Ich würde vorschlagen, die Armen sollten gemeinsam – solidarisch! – die Supermärkte stürmen und plündern.

    Und wenn sich die Politiker und Millionäre darüber erregen, dann würde ich ihnen sagen: Ihr Scheißkerle, sorgt dafür, dass ALLE am gemeinsam erarbeiteten Wohlstand teilhaben können! Wenn ihr nicht dafür sorgt, dann machen wir eben Revolution! – Wollt ihr uns jetzt totschießen?

    Das sagt mir mein Instinkt, mein Temperament, mein Gerechigkeitsempfinden. Ich bedaure sehr, dass ich damit ziemlich allein bleibe und dass deshalb so eine Revoluzzeraktion nicht möglich ist.

    Ich muss allerdings zugeben, dass so ein anarchisches Verhalten gefährliche politische Nebenwirkungen hätte. In der Erregung werden die Beteiligten zum Mob und handeln unbesonnen.

    Darum würde ich dann doch – gegen meinen Instinkt! – vom Revoluzzertum abraten.

    Ich nehme also meinen Vorschlag vom Stürmen und Plündern der Supermärkte in aller Form und mich demütigst entschuldigend zurück.

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