Pirmasens: Keine Flüchtlinge mehr!

migrationIch muss mich korrigieren.

Immer wieder stelle ich heraus: Einen hohen Anteil an Migranten (1. und 2. Generation) finden wir vor allem da, wo die Wirtschaft floriert. Und dort sind sie zum Florieren der Wirtschaft unverzichtbar.

Das sind nur zwei Drittel der Wahrheit. Pirmasens zeigt – wie Duisburg-Marxloh – das andere Drittel der Wahrheit.

Pirmasens (Rheinland-Pfalz) war einst eine erfolgreiche Schuhstadt. Die Schuhfabrikation ist weg. Die Stadt konnte den Verlust nicht kompensieren. Die Einwohnerzahl ist von 60.000 auf 42.000 gesunken. Die Stadt hat kein Geld mehr. Im Zentrum stehen viele Läden leer.

Und die Wohnungen sind billig geworden.

Deutsche nutzen diesen Vorteil kaum – es gibt in Pirmasens nicht genug Arbeitsplätze.

Also nutzen ihn Migranten, vor allem Flüchtlinge.

Ich lese: Eine Wohnung für 7 Personen kostet 600 Euro – Nebenkosten inklusive.

1.300 Flüchtlinge leben jetzt bereits in Primasens. (Zusätzlich zu den Einwanderern, die nicht als Flüchtlinge gekommen sind und die zum Teil schon in Deutschland geboren sind.)

1.300 Flüchtlinge – das sind immerhin 4% der Bevölkerung. (4% wären für München 60.000. Die Stadt beherbergt nur 8.000.)

Pirmasens hat nun – im Einvernehmen mit der Landesregierung – beschlossen: kein Zuzug mehr von anerkannten Flüchtlingen ohne Arbeits- oder Ausbildungsplatz.

Damit reagiert die Stadt auf Integrationsprobleme etwa in den Kindergärten. (Über andere Probleme ist in dem Artikel der WELT nichts zu finden.)

Es gibt also viele Migranten und Flüchtlinge oft auch dort, wo die Wirtschaft schwach ist – und gerade wegen der Wirtschaftsschwäche.

Könnte eine stagnierende Stadt nicht eine win-win-Situation schaffen durch die Ansiedlung von Migranten bzw. Flüchtlingen: neue Ansätze für die Wirtschaft und neue Vitalität für die Kultur?

Anmerkung

Laut Statistik hatte Pirmasens am 31.12.2017 etwas über 42.000 Einwohner; davon waren ca. 4.500 Ausländer (davon wiederum 1.500 EU-Ausländer und 1.300 Flüchtlinge). Die Zahl der Migranten (1. + 2. Generation) mit deutschem Pass konnte ich nicht eruieren.

Der Ausländeranteil liegt also bei ca. 11%.

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