SPD wählt das kleinere Übel

deutschlandDie Entscheidung der Mitglieder war richtig. Auch bei der Befragung der SPD-Wähler haben zwei Drittel bejaht.

Ist diese Entscheidung gut für die SPD?

Nein, aber – unter den gegebenen Umständen – weniger schlecht als eine Absage (samt Neuwahlen).

Mich wundert, wie wenig die Medien und die Millionen Forums-Kommentatoren berücksichtigen, dass die SPD hier nur schlechte Optionen hatte.

So verkommen und verdummt ist unsere Debattenkultur.

Fundamentalismus ist Trumpf. Differenzierung, Abwägen, Pro&Contra sind out.

Die SPD wird weiter verlieren. Aus verschiedenen Gründen, aber einer ist: weil sie eine relativ seriöse Partei ist. Faktenorientiert. Sachlich. Kompromissbereit. Konstruktiv.

Immer mehr Bürger wenden sich von solch langweiliger Sachlichkeit ab und dem heißeren, peppigeren Hetzen zu.

Bullshit gewinnt. Bullshitting ist die Erfolgsstrategie von heute.

Da können CDU, SPD, Grüne und Linke nicht mithalten.

Für die Bullshitter gibt es keine objektive Wahrheit; wahr ist, was ihnen passt.

Das wird zur Mentalität in unserer digitalen und asozialen Welt mit ihren einsamen, aggressiven und depressiven Egos, die allenfalls noch in Form von Sekten und Stämmen und shit-storms Gemeinschaft bilden können.

Mit Bullshit kann man prima Opposition machen. Aber keine Regierungspolitik.

Ja, die SPD wird weiter verlieren. Aber nicht wegen ihres Ja zur Großen Koalition. Die SPD hat in der letzten gut mitregiert und einiges erreicht. Sie wird auch jetzt wieder gut mitregieren und einiges erreichen. Aber sowas interessiert die verwahrloste Öffentlichkeit, so etwas tangiert die brüllenden Egos nicht.

Für die Flüchtlings- und Integrationspolitik sind GroKo und Jamaika wohl gehupft wie gesprungen: schlecht. – Es könnte schlechter sein.

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Irgendwie strotzt dieser Artikel vor Fatalismus.

  2. Ich warte auf deinen Vorschlag, Korbinian.
    Die SPD wartet auch auf deinen Vorschlag.
    Deutschland wartet auf deinen Vorschlag.

    Anders als Politiker kann ich zugeben, dass ich ratlos bin.
    Ich weiß nicht, wie sich die SPD retten kann.

    Sich ganz auf Linkskurs begeben?
    WIE soll sie das denn machen – bei den Mitgliedern und Wählern, die sie nun mal hat?

    Ja, wenn die Grünen und die Linke alle in der SPD wären, dann könnte sich die SPD ändern. Aber ohne sie?

    Es ist kein Zufall, dass die SPD mit Gabriel eine Führungsfigur hat, die glatt und ungeniert als Wirtschaftslobbyist agiert. (Selbst wenn er jetzt mal weg sein sollte; er kommt zurück!)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*