Deutschtürken schätzen Merkel mehr als Erdogan

tuerkei- Vorsichtiger formuliert: ein bestimmter Teil der Deutschtürken, nämlich der, der einen deutschen Pass hat und an den letzten Bundestagswahlen teilgenommen hat.

Bei einer Wahlbeteiligung von 64% (gegenüber 76% insgesamt).

  • SPD 35%
  • CDU/CSU 20%
  • Linke 16%
  • Die Grünen 13%
  • AfD: 0% (null!)

Die Forscher haben sich auch dafür interessiert, wie populär bei diesem wählenden Teil der Deutschtürken Erdogan und Merkel sind.

  • Merkel: + 1,6
  • Erdogan: – 2,5

Der Wert für Angela Merkel ist nicht allzu hoch (Maximum wäre +5), was daran liegt, dass die meisten Deutschtürken links gewählt haben, also nicht Merkels Partei.

Erdogans Minuswert ist extrem. Da kann man sagen: Die (in Deutschland wählenden) Deutschtürken verabscheuen den Büyük Lider.

Zum Vergleich können wir uns anschauen, wie die Russlanddeutschen gewählt haben.

Wahlbeteiligung: nur 58%.

  • CDU/CSU 27%
  • Linke 21%
  • Afd 15%
  • (die anderen liegen darunter)

Putin ist populärer als Merkel:

  • Merkel: + 1,1
  • Putin: + 1,4

Was sagt uns das über die Deutschtürken?

Ein erheblicher Teil steht Erdogan feindselig gegenüber.

“Erdotürken”sind wohl nur ca. ein Drittel der Deutschtürken – geschätzt nach den Deutschlandzahlen bei türkischen Wahlen.

Ein Blick auf NRW, wo Erdogans Partei kandidiert hat: Nur 12% der dortigen deutschtürkischen Wähler haben diesen AKP-Ableger gewählt.

Erdogan hat seine Anhänger eher unter denjenigen Deutschtürken, die keinen deutschen Pass haben. Und unter denen, die trotz deutschem Pass nicht gewählt haben.

Ein großer Teil der Deutschtürken ist unentschieden. Ein Teil von diesem Teil ist eingeschüchtert. Wer als Deutschtürke sichtbar gegen Erdogan auftritt, gefährdet seine Angehörigen in der Türkei.

Die erdogantürkische GEGENgesellschaft wird ca. ein Drittel der Deutschtürken umfassen.

Die deutschrussische GEGENgesellschaft ist mit der AfD verbündet und ebenso gefährlich.

Quellen: Die ZEIT und researchgate

Forscher der Universitäten Duisburg-Essen und Köln haben etwa 500 Deutschtürken sowie 500 Russlanddeutsche befragt.

Es fällt vor allem auf, dass viele Russlanddeutsche einen starken Führer haben wollen und ausgesprochen autoritär eingestellt sind.

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Es hatte schon seine Gründe warum die AfD Wahlkampfbroschüren auf Russisch verteilt hat.
    Vielleicht kommt ja die Russische Sprache noch in Grundgesetz. Das ist auch nicht so schwierig weil es nicht so viele Dialekte gibt.

  2. Mit der FPÖ hat Putin jetzt den perfekten Spion in der EU – alle Regierungsgeheimnisse in Europa, soweit sie der österreichischen Regierung zugänglich sind, werden damit auch Moskau zugänglich. Die FPÖ hat natürlich hochheilig versprochen, an Putin nix, aber auch gar nix weiterzugeben. Was sollen sie denn sonst machen als das zu versprechen. Nur, so geht Politik nicht. Putin erhält über Strache & Co alles, was die wissen bzw. wozu sie Zugang haben. Und die FPÖ kriegt dafür Putins Unterstützung.

    Der österreichische Wähler will es so.

    Es wär für Putin IDEAL, wenn die AfD mal Koalitionspartner in Berlin würde – dann würden auch noch alle NATO-Geheimnisse für Moskau zugänglich.

    Hauptziel von Putin ist aber wohl nicht Information, sondern die EU von innen her zu zerstören. Man stelle sich vor: die 27 Staaten der EU alle vereinzelt und vereinzelt herumzappelnd – das politische Gewicht Russlands würde sich dann vervielfachen. Gegen die EU insgesamt hingegen ist Russland ein Wirtschaftszwerg.

    Fernziel: der von Russland geführte autoritäre eurasische Block als Gegenmacht gegenüber China und den USA.

  3. Korbinian meint:

    Man bewegt sich argumentativ auf dünnem Eis wenn man immer nur die Terrorfürsten aus Ankara und Riad hofiert. Genau in diese Kerbe hat die AfD jetzt reingehauen:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article174273717/AfD-Besuch-Union-nennt-Syrienreise-widerlich-SPD-kuendigt-Nachspiel-an.html

  4. Ja,
    WIDERLICH ist das Hofieren in allen drei Fällen.

    Warum fällt das unseren Außenpolitikern nicht auf?
    Sie schaffen es schon seit längerer Zeit nicht mehr, ihre strategische Sicht auf die Bürger zu übertragen. Die Saudis und die Türken sind unsere, ähem, Verbündeten – egal, wie übel ihre Regimes sich verhalten??
    Assad = Feind
    Saudi = Freund
    Erdogan = Freund
    Das ist so grotesk, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.

    Die Außenpolitik ist eines der Felder, in welchen die etablierte Politik zunehmend an Verständnis und Respekt verliert.

    Es ist trotzdem nicht richtig, was die AfD da gemacht hat. Freundschaftsbesuch beim Schlächter …

    Die Situation ist so, dass man mit Assad und seinem Regime leben muss; dass man mit dem Iran und Russland eine Einigung bezüglich Syriens suchen muss. Da muss man miteinander reden. Sachlich, pragmatisch, kompromissorientiert.

    Aber ohne Anbiederung, bitte.

    Kriminell bleibt kriminell.
    Mörder bleibt Mörder.
    Kriegstreiber bleibt Kriegstreiber.
    Tyrann bleibt Tyrann.

    Wir können die andern nicht ändern, wir müssen sie nehmen, wie sie sind – aber deswegen brauchen wir mit ihnen noch lange kein Teekränzchen und keine Lächelorgie und kein Schwerttänzchen zu veranstalten.

  5. Korbinian meint:

    https://www.heise.de/tp/features/Afrin-ist-erst-der-Anfang-3990669.html

    Mal sehen wann da eine Großmacht mal wieder die Seiten wechselt und es für die Osmanen anfängt schlecht auszusehen.

  6. Die Niederländer zeigen da klare Kante:

    Ups, sie wollten es wieder tun!

    Erneut Besuch türkischer Politikerin in den Niederlanden, genau ein Jahr nach den Rede- und Auftrittsverboten im vergangenen Wahlkampf, „in beiderseitigem Einvernehmen abgesagt, da der geplante Besuch momentan unpassend sei“.

    Die ehemalige AKP-Ministerin Fatma Sahin, von 2011-2013 Familienministerin, heute Bürgermeisterin von Gaziantep, nur 100km von der syrischen Stadt Aleppo gelegen, wollte am vergangenen Samstag in der zentralen Moschee von Deventer sprechen. Dies sei eineinhalb Wochen vor den Kommunalwahlen in den Niederlanden unpassend, „da die Gefahr von ausländischer Einmischung bestünde“, so ein Sprecher des niederländischen Außenministeriums.

    Seit Anfang des Jahres ist der niederländische Botschafter in der Türkei zurückgerufen. Eine Kammer des niederländischen Parlamentes hat den Armenier-Genozid offiziell anerkannt. Anscheinend derzeit kein Ende der Eiszeit in Sicht?

    Die niederländischen Erdogan-Freunde mit türkischem Migrationshintergrund sehen die Alleinschuld für die angespannte Situation bei den Niederlanden liegen und verweisen bei dieser Gelegenheit schon gerne auch mal auf eine niederländische Mitschuld am Massaker von Srebreniza…

    ––––––

    https://www.volkskrant.nl/4578943?utm_source=VK&utm_medium=email&utm_campaign=20180309|lunch&utm_content=Kabinet%20ontzegt%20opnieuw%20Turkse%20politicus%20toegang%20tot%20Nederland,%20bezoek%20is%20%27niet%20passend%27&utm_term=52579&utm_userid=&ctm_ctid=c07d50fdca8395233c78eff3b69d0b08&ctm_ctid=c07d50fdca8395233c78eff3b69d0b08

  7. Zu Erdogan werde ich wohl diese Woche noch einen Artikel schreiben müssen:
    https://www.heise.de/tp/features/Afrin-ist-erst-der-Anfang-3990669.html
    Interessant, dass unsere Politik DARAUF so gut wie nicht reagiert.

  8. Korbinian meint:

    https://www.heise.de/tp/features/Keine-Pressefreiheit-fuer-Kurden-Tuerkische-Zustaende-in-Deutschland-3992073.html

    Ich glaube cenki und fantomas gefällt es hier so gut weil wir von Arschkriechern des Sultans regiert werden. Aber der Wind wird sich drehen, verlasst Euch drauf.

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