Deutschland: 1,6 Millionen Fachkräfte fehlen

wirtschaftIch bin kein Wirtschaftsfachmann. Außerdem wirtschafts-skeptisch. Stimmt es, dass in Deutschland 1,6 Millionen Fachkräfte fehlen? Die DIHK behauptet es.

Das koste schon jetzt der deutschen Wirtschaft Wachstum. Die Lücke nehme tendenziell zu.

 „Sinkende Wachstumspotenziale, Innovationshemmnisse, Angebotseinschränkungen sowie Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen sind wichtige Folgen nachhaltig fehlender Fachkräfte.“

Deutschland brauche darum mehr qualifizierte Einwanderung, um die Fachkräftelücke zu schließen.

Was ist davon zu halten?

Ich würde erstens die Regierung und die Parteiführungen fragen: Hat die DIHK eurer Einschätzung nach recht?

Zweitens, falls sie es bestätigen: Wie gewinnen wir durch interne Qualifizierungsmaßnahmen – besseren Unterricht, bessere Förderung der Schulschwachen, bessere Integration der jungen Flüchtlinge – mehr Fachkräfte?

Drittens: Wie können wir attraktiver werden für Fachkräfte international – für qualifizierte Einwanderung?

Viertens – eine Frage an die AfD: Es sind offensichtlich nicht allein die Linken in Deutschland, die unsere Grenzen für Einwanderung offen halten wollen, sondern es ist die deutsche Wirtschaft. Was sagt ihr dazu? Was sagt ihr zur DIHK?

Fünftens: Mit Flüchtlingen ist die Fachkräftelücke nicht zu schließen, aber sie können einen Beitrag dazu leisten – vorausgesetzt, wir strengen uns mehr an, sie erfolgreich zu qualifizieren. Das ist UNSERE Aufgabe.

Sechstens: Vielleicht ist die Fachkräftelücke auch deshalb vorhanden bzw. so groß, weil unsere Firmen den Fachkräften zu wenig Gehalt bezahlen?

Siebtens: Genau dort, wo die Fachkräftelücke am größten ist, sind auch die Wohnungen am teuersten – ein Grund für so manchen, von einem Umzug abzusehen. Wir bräuchten also auch eine entsprechende Wohnungspolitik.

Resümee: Wir haben zu wenig Einwanderung.

(Das sagt uns die deutsche Wirtschaft!)

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Zahlt den Fachkräften bessere Gehälter dann bleiben sie auch und es kommen noch welche dazu. Wann kommt das in den Köpfen der Billigheimer im niedriglohnland Deutschland mal an?

  2. Wenn man die Bezahlung der Fachkräfte, ihre Arbeitsverträge und Konditionen weiter reduzieren würde, dann würden noch mehr fehlen!
    Man möchte Arbeitsbedingungen verschlechtern und jammert über Mangel an qualifizierten Bewerbern? Dann hauen am Ende nicht nur Ärzte ab nach Norwegen und in die Schweiz, sondern auch “normale Malocher”…

  3. Korbinian meint:

    @almabu

    Komischerweise sagen 90% der Wirtschaftswissenschaftler mittlerweile dass zu niedrigere Löhne kontraproduktiv für eine VWL sind. Inkl. Leiharbeit, unsichere Beschäftigungsvehältnisse etc. pepe.

    Man könnte meinen wir werden von einer wirtschaftspolitischen Sekte regiert die nur Ihr eigenes Weltbild kennt.

  4. Korbinian, almabu,
    genau dieser Punkt fehlt in der Klage der DIHK.
    Wer im Bundestag legt den Finger in DIESE Wunde?

    Man merkt immer wieder, wie sehr die Einwanderungspolitik von der Wirtschaft gewünscht und gestaltet wird.
    Ich spekuliere mal:

    Die Unternehmer haben zwei Optionen:

    (1) Höhere Gehälter für Fachkräfte
    (2) Mehr Flüchtlinge; unter denen sind dann auch viele Fachkräfte bzw. Leute, die der Staat (auf Steuerkosten) zu Fachkräften machen kann, und die sind dann alle froh, auch zu relativ niedrigen Gehältern arbeiten zu können.

    Die Unternehmer wählen natürlich (2).

    Wäre es nicht Aufgabe der AfD, solche Zusammenhänge herauszustellen – wenn sie denn so vehement gegen Flüchtlinge und Einwanderung von Nichtqualifizierten ist?

    WARUM kommt sowas bei der AfD nicht vor?

    Warum muss ich, ein machtloser Linker und bekennender Flüchtlingsfreund, darauf hinweisen?

    Korbinian,
    ein Unternehmer interessiert sich nicht für mittelfristige oder gar längerfristige Vor- und Nachteile. Hier und Jetzt muss er will er soll er Profit machen.

    Es ist natürlich ein gutes Zeichen, dass wenigstens die Wirtschaftswissenschaft nun allmählich das Offensichtliche zur Kenntnis nimmt und so nebenbei auch mal ausspricht.

    Der Weg ins Ohr des Unternehmers und der Unternehmerverbände führt über den Zwang, der von Regierung und Parlament ausgehen muss. GESETZE müssen den Unternehmen das Vernünftige auf- und abzwingen.

    Um solche Gesetze zu bekommen, bräuchte man aber halbwegs kompetente Wähler …

  5. Fantomas007 meint:

    Wir haben nicht nur ein Fachkräftemangel. Der Bodensatz am Arbeitsmarkt ist erreicht. Sämtliche Branchen klagen darüber, dass sie Probleme haben, Arbeitskräfte zu finden. Und ich meine nicht die Fachkräfte.

    Die Weltwirtschaft brummt. Nur Trump könnte das ausbremsen.

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wirtschaftsweise-heben-Prognose-an-article20346980.html

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