WER in München ist das Volk?

muenchenPegida-Gast-Demo in München. (Die Münchner Pegidaner bringen selber kaum was auf die Beine.)

Ich schau und hör mir das am Marienplatz an.

Die Polizei hat ein kleines Drittel des Platzes locker abgesperrt. Auf diesem Drittel hätte das klägliche Häufchen Pegidaner leicht dreimal draufgepasst.

100 Leute, schätze ich. Dazu an verschiedenen Stellen insgesamt ca. 500 Polizisten.

Und ca. 2.500 Gegendemonstranten, die den restlichen Marienplatz fast füllen und ordentlich Stimmung und Krach machen gegen die braunen Redner und ihre paar Zuhörer.

Ich hab mich bis vor an die Absperrung geschoben. Neben mir vergnügt sich ein Trupp Mädchen – eine Stunde lang hoch aktiv. Zweimal singen sie so laut sie können Beethoven/Schillers Ode an die Freude. Dann skandieren sie teils die üblichen Sprüche:

“Haut ab!” und “Nazis raus!”

Aber sie haben auch zwei für mich neue Sprüche drauf:

“Nieder, nieder
Nieder mit Pegida!”

(Was sich reimt, wenn man es mit Münchner Akzent ruft.)

Und:

“Eure Kinder
Sind wie wir!”

Zwischen uns hinter der Absperrung und dem kleinen Pegidanerpulk vor dem Podium schwirren ca. ein Dutzend Kameraleute und Fotografen.

Pegida, also 100  Personen stark, besteht aus ca. 80 Männern und 20 Frauen. Die meisten sind älteren Semesters. Viele sind aus Sachsen angereist. Sie schwenken etwa 20 Deutschlandfahnen + drei weitere, davon eine bayerische und eine sächsische. Diese 100 sind demogehärtet, die kennen die ärgerliche Situation, in der nicht sie, sondern ihre Gegner “das Volk” sind.

Auf der Bühne schauspielert als Gastgeber der Stürzenberger. Wer waren die beiden Gastredner? Egal, man hört ohnehin keinen der drei.

(Im Moment ist der Bayerischen AfD dieser Stürzenberger wohl noch zu extrem. Das wird sich aber wohl bald ändern. In vier Jahren sitzt Münchens Islamophobenhäuptling vermutlich für die AfD im Bundestag.)

Münchner Kommentar:

“Es gibt genug Probleme, die gelöst werden müssen. Dazu gehört sicher nicht, dass wir ein paar neue Leute hier integrieren. Es sind eher die, die alte, dumpfe, ausgrenzende Parolen brüllen. Denen wollen wir zeigen: Das wollen wir hier nicht. Wir wollen zeigen, dass München mit einem Migrationsanteil von fast 50 Prozent und dieser schönen Vielfalt und dieser Harmonie sich nicht nehmen lassen will, friedlich und angstfrei zusammenzuleben.”

Das sagte der Organisator der Gegendemo.

An der Gegenveranstaltung vor dem Pegida-Auftritt hat der Münchner OB Dieter Reiter für die Stadt München und für die Rathausfraktionen das München-ist-bunt-Motto hervorgehoben.

Diese Gegenveranstaltung hat am Max-Joseph-Platz mit einem großen multikulturellen Chorsingen den Kontrapunkt gesetzt.

Später, beim Demonstrationszug, sollen es immerhin sch0n 200 Pegidaner gewesen sein. Auch nicht viel. Das ist in Dresden schon noch was anderes.

Da, wo es die vielen Muslime gibt, finden die “Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” kaum Zuspruch; da, wo es fast keine Muslime gibt, bringen sie das 10fache und 20fache auf die Straße.

Je weniger man das Fremde kennt, desto mehr Angst hat man vor ihm.

Die AZ berichtet ausführlich und hat auch ein Video, auf dem gegen Ende zu sogar ich mal vage von hinten zu sehen bin …

Ein schöner Bericht über den Münchner Samstag steht inzwischen in der SZ.

OB Reiter:

“Wir werden hier und heute und immer wieder beweisen, dass wir sie hier nicht haben wollen”, sagt er. Sie, die Fremden- und Islamfeinde von Pegida, den selbsternannten Rettern des Abendlandes vor einer angeblichen Islamisierung. “Es geht ihnen nur darum, die Gesellschaft zu spalten”, sagt Reiter. Doch da seien sie in München falsch. Die Lebensqualität und Attraktivität der Stadt München hingen “ganz entscheidend von der Vielfalt der Menschen ab, die hier leben”.

Und nochmal die Städtevergleichsstatistik zum Thema Kriminalität.

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Lebt denn der alte Stürzenberger noch, Stürzenberger noch, Stürzenberger noch…?

  2. … Stürzenberger noch … Stürzenberger noch …

    Ja. Ich denke, früher oder später ist der Paranoiker, Islamophob, Oberhetzer Abgeordneter der AfD im bayerischen oder im deutschen Parlament.

    Die AfD geht immer weiter nach rechts. Bald ist sie bei Stürzenberger angekommen.

  3. Michael ist ein guter Mann meint:

    Der Mann klärt über den Islam auf. Was genau sagt er denn, was nicht stimmt?

    Wenn man regelmäßig die Nachrichten verfolgt oder sich die Mühe macht, dieses Buch selber mal zu lesen, dann braucht man nichtmal einen Stürzenberger mehr.

    Da geht einem – bei gesundem Menschenverstand und ohne Ideologie-Brille – auch so ein Licht auf.

  4. Na, dann bring die Hauptpunkte doch mal vor, Michael-Stürzenberger-Verehrer!
    Damit wir darüber diskutieren können. Damit wir darüber reden können, was stimmt und was nicht.

    (Vermutlich traut er sich nicht. Es genügt ihm, dass seine “Argumente” in einem Buch stehen. Dann dazu pro und contra zu debattieren, das liegt solchen Leuten nicht. Das Ressentiment scheut den Diskurs wie der Teufel das Weihwasser.)

    Inwiefern bin ich naiv oder Ideologe – wenn du mal meinen aktuellen Artikel über DITIB berücksichtigst?

  5. Michael ist ein guter Mann meint:

    Ich bin kein Verehrer. Ich bin bloß der Ansicht, dass der Mann recht hat und für seine Überzeugungen viel auf sich nehmen muss.

    Hauptpunkte? Hören Sie ihm doch einfach mal zu! Ach, geht ja nicht… die “guten Demokraten” auf solchen Demos übertönen einfach alles, was ihnen missfällt. Debatte und kritisches Denken unerwünscht!

    Ich will Sie hier nicht überzeugen und sinnlose Unterhaltungen führen. Wenn ich mir den Rest dieser Website hier anschaue, wäre das sowieso zwecklos. Ich stehe der AfD nahe und Sie den Grünen, wenn ich das richtig verstehe. Da brauchen wir nicht diskutieren.

    Ich weise bloß darauf hin, dass Stürzenberger den Großteil Ihrer Argumente vermutlich mühelos entkräften könnte. Habe einige Videos mit ihm gesehen. Ein sehr intelligenter Mann! Treffen Sie ihn doch mal. Sie sind doch beide aus München, stimmt’s? Ich wohne leider zu weit entfernt.

    Einen schönen Sonntag noch.

  6. So ist das also: Mit dem Rest der Gesellschaft (mindestens 80%), die seine Meinung über Stürzenberger und seine Paranoia nicht teilen, wäre jede Unterhaltung sinnlos.

    Nein, sagt er gar nicht: Mit Stürzenberger selber sollte ich reden!

    Warum nicht mit dem Autor dieser Mitteilung? – Weil er selber keine Chance sieht, den Einwänden gegen Stürzenberger viel entgegenzusetzen. Er könnte nur immer – peinlich hilflos – wiederholen: Ich seh das aber anders als Sie, Herr Brux. Ich bin da aber anderer Meinung. Sie haben unrecht, Herr Brux. – Und das immer ohne Argumente.

    Die SA hatte auch keine Argumente. Sie hatte Fäuste, das reicht. Jetzt, im Internet, reicht die Behauptung. Mit Behauptungen schlägt man auf den Gegner ein. Ein Diskurs ist nicht möglich. In der Tat, ein Diskurs ist nicht möglich mit Schlägern, auch wenn sie (im Moment) nur verbal prügeln.

    Wir haben bei Sarrazin schon gesehen: Seine Anhänger lesen sein Buch kaum. Und wenn ausnahmsweise doch einmal, dann nur partiell und blind zustimmend, ohne nachzudenken, ohne zu prüfen. So können sie dann natürlich auch keine Diskussion darüber führen. Es ist da alles nur Ressentiment.

    DIESE Leute möchten das Volk sein.

    In München waren es letzten Samstag WIR. WIR waren das Volk. Jedenfalls das Münchner Volk. Das peinlich winzige Völkchen der Pegidaner (um die Hälfte verstärkt aus Dresden direkt) war es jedenfalls nicht.

  7. Michael ist ein guter Mann meint:

    Es ist sehr unhöflich, über anwesende Personen in der dritten Person zu sprechen. Hat man Ihnen das nicht beigebracht?

    Es wirkt auf mich vielmehr so, dass Sie Angst haben, mit Stürzenberger zu reden! (Er könnte ja recht haben.)

    Außer einer allgemeinen Unterstellung (“Hetzer”) kam argumentativ von Ihnen nichts. Sie haben nirgendwo plausibel dargelegt, warum Stürzenberger mit seinen Aussagen unrecht hat.

    Über Pegida allgemein lässt sich streiten. Ich bezog mich nur auf Herrn Stürzenberger, den ich schätze, da er öffentlich für seine Überzeugungen eintritt.

    In einer Stadt wie München mit so hohem Ausländeranteil würde ich mir an der Stelle eines Pegida-Anhängers auch gut überlegen, ob ich dort auftrete. Da müssen die Leute ja Angst haben, eine aufs Maul zu bekommen. Von “Antifa”-Deppen oder beleidigten Moslems.

    Auf den Teil mit der “SA” und so weiter gehe ich nicht ein, das ist mir zu primitiv.

    Von meinem Standpunkt aus war es das.
    Gehaben Sie sich wohl.

  8. Stürzenberger-Fan,
    du redest doch gar nicht mit mir. Hast du geschrieben.

    Argumentativ: Kommt von dir nichts. Ich warte auf deine Gründe, bzw. auf Stürzenbergers Gründe, die du für gut befindest. Kommt da was?

    Bezüglich meiner Sicht und meinen Begründungen ist der Blog voll – seit 2009. Kannst ja mal zu lesen anfangen.

    Du schätzt Stürzenberger – und dann gibst du uns einen Grund, warum du ihn schätzt:

    da er öffentlich für seine Überzeugungen eintritt.

    Also, das machen Angela Merkel, Cem Özdemir und ich auch. Öffentlich für die eigene Überzeugung eintreten.
    Jetzt sag mal, was ist das für ein Grund? Jeder, der öffentlich für seine Überzeugung eintritt, wird von dir so geschätzt wie Stürzenberger?

    Da haben wir also schon mal ein Beispiel dafür, warum du lieber nicht mit mir argumentierst: Du weißt ja kaum, was du schreibst. Und was ein Grund ist.

    Apropos München und die Gefahren, die Pegidanern drohen, wenn sie in München öffentlich ihre Hetze betreiben: Ist da schon mal einer geschlagen worden? Oder sonstwie körperlich angegangen worden? Nicht dass ich wüsste. Aufs Maul kriegt man bei uns schon was, aber nur verbal. Wir sagen den Hetzern, dass sie hetzen.

    Und nun verlässt du uns schon, werter Stürzenberger-Fan?
    Verständlich. Du hast nicht viel zu bieten. Jedenfalls keine Argumentation. Debattieren geht mit dir nicht. Zu so viel deutscher Kultur reicht es nicht bei dir.

  9. Michael ist ein guter Mann meint:

    Jeder, der öffentlich für seine Überzeugung eintritt, wird von dir so geschätzt wie Stürzenberger?

    Natürlich nicht, Sie Clown.

    Stürzenberger tritt für einen (derzeit noch) weitgehend unpopulären, unbequemen Standpunkt ein, indem er vor dem Islam warnt. Dabei ist es eigentlich bereits seit Jahren ersichtlich, wohin “mehr Islam” in Europa führt! Im Mainstream ist das noch nicht angekommen und in den Medien und der Politik wird darüber sicherheitshalber der Mantel des Schweigen gehüllt. Stürzenberger spricht es aus! Er bietet dadurch viel Angriffsfläche.

    Sie oder die Merkel plappern doch nur “harmlose” Dinge, da macht man sich nicht unbeliebt, da schwimmt man mit der Masse.

    So, ich hoffe, Sie haben mich jetzt verstanden. Ich ahnte bereits, dass eine Unterhaltung mit Ihnen nur Provokationen und Unverständnis hervorrufen wird. Daher erspare ich mir und Ihnen weitere Ausführungen. Ich empfehle stattdessen, mal mit Stürzenberger ins Gespräch zu kommen. Da können Sie beim Thema Islam sicher noch viel lernen.

    Leben Sie wohl.

  10. Stürzenberger-Fan,

    ich habe nur zitiert und gedeutet, was du selber geschrieben hast. Lies deinen Satz noch einmal! Es ist nicht meine Schuld, wenn du idiotisch – plapperst.

    Und ich – plappere immer nur harmlose Dinge? – Oh ja, es wäre mein Wunsch, dass das, was ich schreibe, harmlos ist. Das wäre eine schöne Welt.

    Politiker wie Merkel tun gut daran, sich vorsichtig, diplomatisch auszudrücken – und nicht wie der Idiot Trump.

    Den Kontakt mit Stürzenberger könntest du mir ja vielleicht herstellen. Melde ihm doch, was ich hier alles geschrieben habe, und schlage ihm vor, mit mir zu diskutieren. Privat oder öffentlich. Ich würde mich freuen.

    Ich könnte beim Thema Islam gewiss noch viel lernen. Wie so ziemlich bei allen wichtigen Themen.

    Ob ich aber den Islam nicht besser kenne als Stürzenberger? Ich würde das vermuten. Denn Stürzenberger weiß offensichtlich nicht, was Islam ist. Bzw. er weiß es ungefähr so, wie ein fanatischer Atheist das Christentum “weiß” – oder wie ein fanatischer Christ “weiß”, was Atheisten dazu bringt, Atheisten zu sein. “Weiß” ein Dschihadist, was seine Opfer denken? Es interessiert ihn nicht, was sie wirklich denken. Er denkt sich das selber aus – und handelt, mordet.

    Ähnlich (natürlich noch ohne Mordabsichten) ist das auch bei Stürzenberger. Er interessiert sich nicht, was Islam ist, denn er hat schon eine fixe Idee von Islam in seinem Schädel, die wird er sich durch sachliche Information kaum zerstören lassen.

    Also, Stürzenberger-Fan, so steht das.

    Du kannst hier ja mal selber Stürzenbergers Deutung des Islam vortragen. Erst einmal einen Absatz davon. Nimm sein Buch und zitier den deiner Meinung nach stärksten Absatz!

    Machst du nicht?
    Klar, dass du das nicht machst.
    Weil du selber kaum in der Lage bist, dann auf irgend ein Gegenargument zu antworten.

    Es wäre also zu leichtsinnig von dir.

    Stürzenberger-Fan, so steht das.

    Du hast – wie einst die SA-Männer – eine kräftige Faust, aber einen schwachen Kopf.
    Kaum Bildung. Kaum logische Qualitäten. Kaum Neugierde. Kaum Lust am Denken.
    So bleibt dir nur das – hier verbale – Zuschlagen.

    Mach doch noch einmal

    Wummm!

    (Blanke Inkompetenz, aber das Maul aufreißen. Und so ein Typ meint, er sei Deutschland. Das deutsche Volk. Armes Deutschland.)

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