Überlegungen unter dem Druck der Volksmeinung (Teil 2)

migrationDie fünf Feststellungen im letzten Artikel (Islam. Flüchtlinge. Die Regierung unter dem Druck der Volksmeinung.) sind allenfalls ein Einstieg in die Antwort auf die Frage:

Wie gehen wir konstruktiv mit der Volksmeinung um?

Betrachten wir die drei Möglichkeiten:

A) Die (mehrheitliche) Volksmeinung ist falsch. Wir folgen weiter unserer Agenda. Auch in Opposition.

B) In der Demokratie hat das Volk immer recht. Wir unterwerfen uns der eindeutigen und stabilen Mehrheitsmeinung.

C) Wir suchen dem Mittelweg des Kompromisses – eine Haltung, die irgendwo zwischen A) und B) liegt.

Die Nachteile::

A) Wir leben in einer Demokratie – und verlieren den Anschluss. Wir werden – möglicherweise – zu Sektierern. Marginalisiert.

B) Opportunismus zahlt sich selten aus. Das Volk zieht das Original vor. Rückgratlos verraten wir uns selbst. Wir schaden wissentlich unserem Land: Wir wissen, dass Einwanderung und offene Grenzen für Deutschland nützlich sind und Abschottung schadet.

C) Wie entgehen wir der Verwirrung? Wie entgehen wir den Nachteilen von A) und B)?

Die Vorteile:

A) Sich selbst und seinen Überzeugungen treu zu bleiben ist auch in der Politik ein Wert an sich. – Das spricht nicht gegen das Lernen, gegen Revisionismus, gegen Flexibilität in Strategie und Taktik.

B) Demokratie hat ihre Kosten. Der strukturelle Zwang zum Opportunismus gehört dazu. Politik, die sich dem Opportunismus versagt, ist unrealistisch und zum Scheitern verurteilt.

C) Wenn A) die Bereitschaft zum Lernen, zum Revisionismus, zur Flexibilität in Strategie und Taktik ernst nimmt, B) hingegen den politischen Wert von Rückgrat und Treue zugibt, lässt sich ein Mittelweg denken.

Fortsetzung  folgt

Artikel 1: Islam. Flüchtlinge. Die Regierung unter dem Druck der Volksmeinung.

Artikel 2: Überlegungen unter dem Druck der Volksmeinung

Artikel 3: Überlegungen unter dem Druck der Volksmeinung. Machiavelli spricht.

 

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