Das Kreuz mit dem Kreuz

bayernIst Bayern ein christliches Bundesland? – Nein. Ich kann euch das garantieren. Wer uns kennt, weiß: Wir sind nur in seltenen Fällen Christen. (Die bekennenden Christen, die ich kenne, sind überwiegend sympathische, oft auch nicht CSU wählende Personen.)

Ist Bayern ein christlich-jüdisch geprägtes Land? – Das ist  Irreführung. Eine gewisse historisch-christliche Prägung gibt es, sie spiegelt sich in Feiertagen und Kirchenbauten und – von mir aus – auch in Kreuzen wieder. Aber primär geprägt wird Bayern von der säkularistischen Aufklärung (GEGEN die früheren Anmaßungen des Christentums) sowie vom Kapitalismus samt seinen kulturellen Begleiterscheinungen. Die Bayern sind von der Religion her vor allem Konsumisten.

Jüdisch geprägt? – Juden haben einen großen Anteil an der Aufklärung gehabt. Dafür müssen wir uns bedanken. Heute wirken eher Muslime mit-prägend, einfach schon von ihrer Zahl her: ca. 100.000 Juden stehen knapp 5 Millionen Menschen gegenüber, die zum Teil gläubige Muslime sind, zum andern Teil eher säkular orientierte Muslime.

Söder, der neue bayerische MP, kommt uns nun mit einem symbolischen Täuschungsmanöver:

In allen Behörden der bayerischen Staatsverwaltung müssen ab Juni Kreuze im Eingangsbereich hängen. Diese Vorschrift beschloss das Bayerische Landeskabinett.

Es sei “als sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland” anzubringen, teilte die Staatskanzlei mit. Die Vorschrift gilt zum 1. Juni, eine Abstimmung im Landtag ist nicht nötig.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die Kreuze sollen kein religiöses Symbol des Christentums sein. “Das Kreuz ist das grundlegende Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung”. Es verstoße nicht gegen das Neutralitätsgebot.

(ZEIT)

Wir lesen richtig: Das Kreuz sei kein christliches Symbol. Kein religiöses Symbol des Christentums.

 

(Fortsetzung folgt morgen)

 

 

 

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Mit dieser Begründung hätte er auch Sankt Nikolaus (NICHT den Weihnachtsmann) aufstellen können, er ist auch ein grundlegendes Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung.

  2. Ich hätte eher eine stilisierte Friedenstaube angeordnet.

  3. Mir läge die Regenbogenfahne.

    Oder, wenn es etwas aus Stein oder Metall sein soll, ein stilisiertes aufgeschlagenes Buch als Symbol der Aufklärung.

    Oder eine Weltkugel. Wir Bayern wissen, dass wir Teil der Welt sind und dass es uns nur dann nachhaltig gut gehen wird, wenn es auch der Welt gut geht.

    Und wenn es etwas besonders Bayerisches sein soll: eine schäumende Mass Bier.

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