Nicht ohne mein Kopftuch. Nicht ohne meine Kippa.

islamNatürlich ist das muslimische Kopftuch ein religiöses Statement. Eines, das erlaubt ist und erlaubt sein muss. Eins, das wir zu respektieren haben.

Zu respektieren haben auch dann, wenn es uns nicht gefällt; wenn wir gegen dieses Statement erhebliche Einwände haben. Wenn wir es kritisieren.

Zu respektieren auch, wenn es um Arbeit oder um Unterricht in den Schulen geht.

Zu respektieren auch, wenn Eltern das tun, was alle Eltern tun und tun dürfen: dem Kind bis zum 14 Lebensjahr religiöse und sonstige Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften zu machen.

Regeln und Gesetze erfordern Allgemeingültigkeit.

Den Eltern zu verbieten, ihr Kind mit Kopftuch in die Schule oder auf die Straße zu schicken, wäre ein Affront gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Auch die Kippa ist ein Statement …

ABER.

Von vielen (den meisten?) Moscheen wird systematisch die Integration behindert; eben dies geschieht auch in vielen muslimischen Familien.

Wir sehen, dass man sich als Jude nicht mehr mit der Kippa auf die Straße trauen kann – nicht wegen “einheimischer” (“christlicher” kann ich nicht sagen) Antisemiten, sondern wegen muslimischer Hetze, die über die politische Kritik an Israel hinausgeht und Juden als Juden attackiert.

Wir sehen, dass sich etwa eine Million Türkischstämmige tagtäglich die hemmungslose antiwestliche Hetze der Erdogan-Medien reinzieht.

VORSICHT.

Man vermische die beiden Feststellungen nicht. Aus dem ABER folgt keine Revanche und kein pauschalisierender Gegenangriff.

Sondern politische Aktion im Rahmen der  Verfassung: Integrationsfeindlichen Moscheen müssen Grenzen gesetzt werden. Die Alternativen innerhalb des Islam müssen gestärkt werden: die Alternativen zu den problematischen Moscheen und die Alternativen zu den mit unserer Kultur nicht kompatiblen Versionen des Islam.

Artikel zum Thema Kopftuch

Artikel zum Thema Antisemitismus

(geschrieben am 26.04.)

Kommentare

  1. Putschdämon meint:

    Das ist natürlich ein ehrgeiziges Unterfangen, die liberaleren Alternativen des (sunnitischen) Islam stärken zu wollen. Gefühlt, aus Erfahrungswerten, würde ich sagen, 60% der hiesigen Muslime sind entweder religiös mehr oder weniger indifferent, was nicht gleich liberal heißt, oder aber “strenggläubig” eher in dem Sinne, dass sie Gruppendruckopfer sind (“was sollen die Nachbarn/ Verwandten sagen, wie du rumläufst/ mit wem du dich triffst/ nicht den Koran liest?”).

    Dreht man den islamistischen Verbänden “den Saft ab”, finanziell, medial, emotional, soweit das gesetzlich und politisch möglich ist, könnte auch eine Unterstützung milderer Islamauslegungen Erfolge zeitigen. Unsere Politiker haben das bislang eben alles für Gedöns gehalten und sich von der Wirtschaft an die Kandare nehmen lassen, die neben dem Mammon sowieso die Existenz aller Götter leugnet.

  2. Ich denke auch, dass wir rechtsstaatlich und verfassungsgemäß ein beträchtliches Arsenal haben, um den GEGENgesellschaftlichen islamistischen Verbänden wirkungsvoll Grenzen zu setzen.

    Ich denke darüberhinaus, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung auch heute schon unbedingt dafür wäre, dieses Arsenal einzusetzen.

    Warum geschieht es – noch – nicht?

    a) weil der Wirtschaft solche Probleme egal sind; die interessiert sich nur für ihren Profit; bestimmt aber zum Großteil die politischen Richtlinien;
    b) weil die außenpolitische Lage Zurückhaltung gegenüber der Türkei nahelegt (NATO-Überlegungen ebenso wie EU-Überlegungen).

    Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich bin im Moment schon zufrieden, dass in der öffentlichen Meinung Erdogan ebenso radioaktiv ist wie die Salafisten oder wie die saudischen Wahhabiten. Lass dich nicht mit ihnen ein! - Jeder Politiker weiß das. Dabei lockt das Geld der Saudis … Und mit Erdo möchte man’s noch nicht ganz verderben … und lässt seine Außenpolitik-Marionette bei uns reden …

    Politische Vorgänge muss man in ihrer Entwicklung beobachten. Die Entwicklung läuft auf eine radikale Scheidung des Westens von der Türkei zu, vorangetrieben von der Türkei selbst; auf die Erdotürken in Europa wird das erwartbar negative Auswirkungen haben.

    Ich gehe mal von einem Zeitrahmen von ca. 5 Jahren aus, in dem sich diese Sache klären wird.

    Ist den Muslimen in Deutschland eigentlich bewusst, wie verheerend Erdogans Wüten für den Islam hierzulande wirkt? Für den Islam insgesamt? Selbst so religionsfreundliche und islamfreundliche Menschen wir ich – steigen aus. Hören auf, sich zu engagieren. Werden spürbar islamkritischer. Meine Haltung ist defensiv geworden: Verteidigung der Religionsfreiheit, grundsätzlich. Aber nicht mehr.

    Den christlichen Kirchen empfehle ich, weiter gegen Söders brutalen Kreuz-Missbrauch Stellung zu beziehen.

    Alle Staatsämter in Bayern mit dem Kreuz POLITISCH zu pervertieren, das Kreuz zu einem politischen Symbol der politisch-kulturellen Intoleranz zu machen, ruft nach Widerstand. Es könnte spektakuläre Aktionen gegen diese politische Kreuzhängung in Bayern geben.

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