Soros und der rechtspopulistische Antisemitismus (1)

asylOrbans Verschwörungstheorie:

Ungarns rechtsnationale Regierung unterstellt dem US-Milliardär den sogenannten “Soros-Plan”.

Demnach hätte George Soros das Drehbuch für die Fluchtbewegungen im Jahr 2015 geschrieben.

Ziel sei es, Millionen muslimischer Einwanderer in Europa anzusiedeln. Dies solle zur Auslöschung der “christlichen und nationalen Identität” der Völker Europas führen.

Zu diesem Zwecke würde Soros Politiker der EU, ungarische Oppositionelle und Akteure der Zivilgesellschaft “kaufen”.

Beweise dafür gibt es nicht, die Behauptungen beruhen auf früheren Diskussionsbeiträgen zur Flüchtlingspolitik.

Dennoch: Vor der Wahl in Ungarn zeigten Plakate Soros als dämonisch grinsenden Puppenspieler, der Oppositionspolitiker wie Marionetten führt.

Soros hat sich tatsächlich 2016 mit einem Plan zur Flüchtlingspolitik geäußert:

Soros hatte einen Plan skizziert, wie Europa die Situation bewältigen könnte.

Er plädierte nicht für offene Grenzen und wollte keine ungezügelte Zuwanderung.

Seine Gegner aber stürzten sich nur auf die Aussage, wonach die EU pro Jahr 300.000 Flüchtlinge aus Krisenregionen aufnehmen sollte.

Soros schlug vor, die Flüchtlinge auf Basis eines freiwilligen Mechanismus in der EU aufzuteilen.

Das “freiwillig” ging unter.

Soros, der Mann hinter der Flüchtlingskrise: Ein neues Bild war geboren.

Nun ließ sich das Bild für die Hassfigur vervollständigen. Alte Vorurteile trafen auf neue. Viel Geld, ein Jude, Migration.

“Das ist eine gute Kombination, um in Osteuropa auf Stimmenfang zu gehen”, sagt der auf die Region spezialisierte Ökonom Vladimir Gligorov.

(beide Zitate: derStandard.at)

Soros unterstützt Demokratie und Zivilgesellschaft. Er unterstützt dabei auch NGOs, die Flüchtlingshilfe leisten und gegen eine allzu brutale Abschiebungspolitik protestieren.

Seine Vorstellungen zur Flüchtlingspolitik widersprechen der totalen Abschottungs- und Abschiebungspolitik.

Sie entsprechen also im großen und ganzen der deutschen Politik.

Fortsetzung folgt morgen:

Was macht neuestens die FPÖ daraus?

Und:

http://blog.initiativgruppe.de/2018/04/28/die-orbanisierung-der-csu/:

Warum übersieht man seitens der CSU Orbans Antisemitismus? Den Antisemitismus seiner Kampagne gegen Soros? Auch den ausdrücklichen Antiliberalismus dieser Kampagne?

(geschrieben am 26.4.)

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