Ellwangen-Hysterie

asylWas ist in Ellwangen passiert? – Nichts, was über eine kleine Meldung hinausgehen müsste.

In einer Abschiebeeinrichtung haben 150 kasernierte Abschiebekandidaten die Abschiebung von einem der ihren um drei Tage verzögert und die Sicherheitskräfte gezwungen, die Abschiebung mit einem größeren Mannschaftseinsatz durchzusetzen.

Keine nennenswerte Verletzung, nichts ist kaputt gegangen.

Ich kann die Flüchtlinge verstehen, halte aber auch die Durchsetzung der Abschiebung und den Mitteleinsatz dabei für in Ordnung.

Bemerkenswert ist, was man öffentlich draus macht. Draus machen kann.

1

Der Innenminister tönt:

… was in dem baden-württembergischen Ort geschah, sei ein “empörender Sachverhalt”. … Die Verhinderung der Abschiebung sei “ein Schlag ins Gesicht der rechtstreuen Bevölkerung”. Und er fügte hinzu: “Diese Dinge müssen mit aller Härte und Konsequenz verfolgt werden.”

Was sagt er zu den wöchentlichen Ausschreitungen der Fußballfans? Zu den ständigen Problemen der Polizei mit ausufernden Partys und ihren alkoholisierten aggressiven Gästen, die dann Polizei und Feuerwehr attackieren? Sind das auch “Schläge ins Gesicht der rechtstreuen Bevölkerung”? “Rechtsfreie Räume”?

Nein?

2

Ein Polizeisprecher spricht von Verunsicherungen in der Bevölkerung. “Das Sicherheitsgefühl hat gelitten.” Daher werde man die Polizeikräfte in der Region verstärken.

Hoch lebe die Hysterie!

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Warum erhält eine so marginale Story wie die von Ellwangen eine so nationale Medienpräsenz?

Wenn man junge Männer in einem Lager kaserniert, werden sie – im Lager – aggressiv. Vorwiegend untereinander, aber auch, wenn von außen die Polizei kommt.

Woraus ich schließen würde: Solche “Lagerhaltung” sollte vermieden werden. Es sei denn, wir wollen uns an Gulag und KZ orientieren.

Was wird aus den sog. Anker-Zentren werden, die das Innenministerium plant? – Ellwangen deutet an, was droht. In Ellwangen sind 500 Flüchtlinge kaserniert; in den Ankerzentren werden es 1.500 sein …

Kommentare

  1. Die Unterbringung in Kasernen dürfte über einen kurzen Zeitraum nicht so problematisch sein. Das eigentliche Problem ist die extrem lange Zeit, bis ein Asylverfahren abgeschlossen ist. Seehofer plant die Menschen bis zu 18 Monate in diesen Lagern einzupferchen. Das kann nur fehlschlagen.

  2. Falstaff meint:

    Verzögert ???

    Hast Du heute wieder Deinen “Weiss-Weich-Wasch-Tag” Leo ?

    Lies doch bitte den Polizeibericht (neben den anderen Meldungen in der Presse):

    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110969/3932909

    und beim 2. Einsatz

    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110969/3933695

    Es geht hier nicht um Familien aus Syrien,Leo, sond um die (berüchtigten) jungen Männer aus Nord- und Schwarz-Afrika.
    Und um das Entstehen von rechtsfreien Räumen.

  3. Ein oder zwei Monate; wenn es länger geht, wird es bösartig.

    Was Seehofer nicht sagt, aber denkt (und alle denken es insgeheim mit): Es kommt uns doch drauf an, die Flüchtlinge zu terrorisieren, ihnen den Aufenthalt in Deutschland so schrecklich zu machen, wie es für uns möglich ist. Das soll sich dann auch bis in ihre Heimatländer rumsprechen: Deutschland ist DIE HÖLLE.

    Man kann das nur heimlich machen. Man darf es nicht in Worte fassen. Denn staatlicher Terror gegen Flüchtlinge wäre gegen so ziemlich alles, wofür Deutschland, das Grundgesetz, das (heutige!) Christentum und die Aufklärung eigentlich stehen.

    Also versteckt man Absicht und Praxis hinter einem Wortnebel. Und hinter Angriffen auf die Flüchtlinge, wenn die – was ja nun zu erwarten ist – angesichts der Terrorbehandlung ausflippen.

    Terror? Folter?

    Ja: Terror, Folter: Ich denke dabei immer auch an Dachau. An das oft verwendete Foto von den Häftlingen, die “strafstehen”.
    Mein Gott, sagt der naive Deutsche, das Stehen ist doch keine Folter, ist doch kein Terror. Sieht wirklich harmlos aus, geradezu putzig.
    Nur, versuch mal eine Stunde lang bewegungslos dazustehen … nur eine Stunde! Die Häftlinge mussten 24 und 36 Stunden so stehen … Wer die Folter nicht erkennen will, lässt sich von dem harmlos wirkenden Bild gern irreführen.

    So gilt es nun, unsere Abschiebe- und Ankerzentren zu gestalten: Folter, Terror gegen die Flüchtlinge – aber immer so, dass man es nach außen irgendwie nicht bemerkt, jedenfalls übersehen kann. Viele Flüchtlinge drehen dann durch, was – bei entsprechender medialer Bearbeitung – die Bürger noch mehr verunsichert und was daraufhin noch mehr “Härte” rechtfertigt. So kriegen wir das hin mit der “Flüchtlingshölle Deutschland”.

    Wir sind wieder auf dem Weg hin zu faschistischen Formen der Menschenfeindlichkeit.

    Die Politiker, die das Kreuz vor sich hertragen, führen uns an.

  4. Falstaff meint:

    Folter, Terror gegen die Flüchtlinge

    Angriffe auf die Flüchtlinge, wenn die – was ja nun zu erwarten ist – angesichts der Terrorbehandlung ausflippen.

    WER hat denn da, als der Togolese beim 1. Mal von 2-3 Beamten zur Abschiebung abgeholt werden sollte, angegriffen ???

    Solche verdrehende, verharmlosende Texte, wie diese von Dir hier (sollten sie SO von den Medien gebracht werden), würden den Sprung der AFD von (zur Zeit) 15% leicht über 20% springen lassen.

    Aber die Medien sind nicht mehr so verrückt. Seit Silvester/Köln.
    Ich erwarte von den Medien keine dramatisierte, und auch keine verharmlosende Berichterstattung, sondern klares SAGEN, WAS IST.
    Und die klare Trennung von Berichterstattung und Kommentar.

  5. Ich schreibe hier einen Kommentar.
    Der Kommentar basiert auf den Informationen, die ich habe, und gibt eine Interpretation.

    Was VERHARMLOSE ich hier?

    Ich nehme an, dass du grade so wie die Xenophoben auch sonst der Meinung bist, diese unwillkommenen Flüchtlinge sollen so dreckig und mies und abschreckend behandelt werden, dass es sich in ihren Heimatkreisen herumspricht: Deutschland ist für uns Flüchtlinge die Hölle!

    DARAUF solltest du eingehen.

    Im Vergleich zu den Fußballfans und ihrem besoffenen Aggressionen haben die Flüchtlinge schon aufgrund ihrer Isolation und ihrer geringen Zahl kaum eine Chance, unsere Polizei sonderlich herauszufordern. DIESE Gefahr bleibt überschaubar.

    Bei den übergriffigen jungen Männern des Kölner Silvester handelt sich im übrigen nicht um Flüchtlinge, sondern überwiegend um abenteuernde Arbeitslose aus dem Maghreb, die gar keine Absicht hatten, sich in Deutschland irgendwie zu integrieren.

    Rechtsverstöße zu ahnden gehört zu den Notwendigkeiten des Rechtsstaats. Das geschieht. Wir haben keinen Grund zur Besorgnis. Jedenfalls solange nicht, solange Staat und Mehrheitsbevölkerung sich an den Rechtsstaat halten.

  6. Robert meint:

    Hallo Leo,
    Es ist genau so, wie Du es hier sagst. Ich habe unter einen Artikel über die Geschichte aus Ellwangen einen Kommentar geschrieben, der in die gleiche Richtung geht. Dafür habe ich einen regelrechten redhten Shitstorm geerntet. Woher kommt all der Hass und Geifer?

  7. Falstaff meint:

    “…sondern überwiegend um abenteuernde Arbeitslose aus dem Maghreb, die gar keine Absicht hatten, sich in Deutschland irgendwie zu integrieren…”

    Kennst Du diese jungen Leute, dort in Ellwangen ? Die Zusammensetzung der Gruppen ? Ihre Herkunft ? Ihr Herkunftsland ? Ihren Status ? Sind es alles Leute im Asylverfahren ? Haben sie überhaupt eine Chance, als Flüchtlinge anerkannt zu werden ? Zu welchem Prozentsatz ? Oder sind es eher AUCH abenteuernde Arbeitslose aus Afrika ?

    Was weißt Du, Leo ?

    Nichts genaues ?

    Du behauptest nur einfach etwas, weil es Dir in Dein ideologisch-politisches Weltbild passt ?

    Und DIE GRÜNEN ?

    ► Der migrationspolitische Sprecher und Vize-Fraktionschef der baden-württembergischen Grünen, Daniel Lede Abal, hat die Übergriffe von Flüchtlingen auf die Polizei in Ellwangen “in aller Entschiedenheit” verurteilt.

    ► Der Vorfall, bei dem Flüchtlinge die Abschiebung eines Togolesen gewaltsam verhinderten, “ist beispiellos und hat es so noch nie in Baden-Württemberg gegeben”, sagte Lede Abal der HuffPost.

    ► Zwar befänden sich die insgesamt 490 Flüchtlinge in einer schwierigen Situation, da sie keiner Beschäftigung nachgehen könnten und teilweise monatelang bis zu ihrem Asylentscheidung warten müssten. “Jedoch ist Frust keine Entschuldigung für Straftaten”, betonte der Grünen-Politiker.

    https://www.huffingtonpost.de/entry/ellwangen-fluechtlingsheim-polizeieinsatz-gruene_de_5aeb0eafe4b06748dc90563f

    „Rechtsfreie Räume dürfen nirgendwo geduldet werden”: Die Grünen loben im Fall Ellwangen die Polizei. Özdemir sagt, angeordnete Abschiebungen müssten vollzogen werden. Parteichef Habeck fordert strafrechtliche Konsequenzen für die Täter.
    94

    Der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete und Ex-Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat den Polizeieinsatz in der Asylunterkunft in Ellwangen am Donnerstag gelobt. „Frust über eine mangelnde Bleibeperspektiven rechtfertigt keine Gewalt”, sagte Özdemir WELT. „Unsere Polizei hat richtig reagiert.“

    „Rechtsfreie Räume dürfen nirgendwo in Deutschland geduldet werden”, sagte der Grünen-Politiker. „Wenn eine Abschiebung rechtsstaatlich angeordnet ist, muss sie auch vollzogen werden.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article176025365/Gruene-zum-Fall-Ellwangen-Cem-Oezdemir-und-Robert-Habeck-loben-Polizei.html

    Und jetzt, Leo ???

  8. Falstaff meint:

    “Ich nehme an, dass du grade so wie die Xenophoben auch sonst der Meinung bist, diese unwillkommenen Flüchtlinge sollen so dreckig und mies und abschreckend behandelt werden…”

    So,so. Du NIMMST AN . Wie kommst Du auf so etwas ?
    DU, Leo, UNTERSTELLST ganz einfach, Du kotzt Dich aus.
    Unverschämtheit.

  9. Falstaff meint:

    Wenn man Deinen SchreibSTIL, Deine Unterstellungen hier liest, könnte man sich wirklich fragen:

    Woher kommt all der Hass und Geifer, Leo ???

    Mit einem sachlichen Diskurs hat so etwas nichts, aber auch gar nicht mehr zu tun.

  10. Falstaff,
    schau mal, was ich in meinem Artikel geschrieben habe: Ich habe die Aktion der Polizei befürwortet. Genau aus den Gründen, die du zitierst.

    Was also wirfst du mir in dieser Hinsicht vor?

    Dass ich keinen Zusammenhang sehe zwischen den Flüchtlingen, die in Ellwangen aus Solidarität mit einem von den ihren rabiat geworden sind – und den brutalen Übergriffen der maghrebinischen jungen Männer beim Kölner Silvester?

    Es wär doch wohl DEINE Aufgabe, einen Zusammenhang zu belegen, wenn du ihn schon in die Welt setzt, nicht die meine.

    Für mich sind diese Flüchtlinge, die abgeschoben werden müssen, Menschen. Menschen, die gute Gründe haben zu fliehen und bessere Lebensverhältnisse zu suchen. Unschuldige Menschen. Menschen, denen nun auch wir noch Leid antun müssen.

    Hab ich nicht das Recht, auch angesichts einer Abschiebesituation, die ich akzeptiere, menschlich anständig zu bleiben?

  11. Robert,
    schön zu hören, dass es auch noch humane Stimmen gibt in solchen Situationen.

    Ich vermute, die Geiferer GENIESSEN ihre Hassausbrüche.
    Und all die, die sich ohnehin verunsichert fühlen, sind froh, einen heißen Grund für ihre Verunsicherung nennen zu können, auch wenn dieser “Grund” blank abwegig ist. Die Flüchtlinge sind willkommene Prügelknaben – für einen Frust, der ganz wo anders herkommt.

  12. Was könntest du denn SACHLICH gegen meine Erklärung der Strategie der Flüchtlingsfeinde einwenden, Falstaff? SACHLICH!
    Ich schätze mal, Falstaff, dass dich da richtig erwischt habe.

    Die Bayerische Regierung hatte diese Logik sogar mal in einer Verordnung formuliert, dies dann aber aufgrund von Protest umformuliert.

    Die AfD und die FPÖ machen kein Hehl aus der Notwendigkeit dieser Abschreckungsstrategie.

  13. Falstaff meint:

    Sachlich ?

    “Was Seehofer nicht sagt, aber denkt (und alle denken es insgeheim mit)…”

    DAS, Leo, disqualifiziert Deinen Text. Du unterstellst. Böswillig. Bösartig.
    Einfach mal so.

    “Ich nehme an, dass du grade so wie die Xenophoben auch sonst der Meinung bist…”

    Du nimmst an ? Und unterstellst.

    Auch mir unterstellst Du. Einfach böswillig. Bösartig.
    Einfach mal so.

    Und ich frage Dich nochmals, sehr deutlich, sehr sachlich:

    Kennst Du diese jungen Leute, dort in Ellwangen ? Die Zusammensetzung der Gruppen ? Ihre Herkunft ? Ihr Herkunftsland ? Ihren Status ? Sind es alles Leute im Asylverfahren ? Haben sie überhaupt eine Chance, als Flüchtlinge anerkannt zu werden ? Zu welchem Prozentsatz ? Oder sind es eher AUCH abenteuernde Arbeitslose aus Afrika ?

    Du hast NULL Ahnung ? Ach so. Dann behaupte nicht einfach.
    Und unterstelle nicht.

  14. Falstaff meint:

    …und er macht es schon wieder..

    “Ich schätze mal, Falstaff…”

    So. Jetzt SCHÄTZT Leo mal einfach so.

  15. Falstaff meint:

    “Es wär doch wohl DEINE Aufgabe, einen Zusammenhang zu belegen…”

    Falsch,Leo, der Zusammenhang bezog sich auf das Verhalten der Medien in der Berichterstattung zur Thematik Migration/Flüchtlinge.

    Ich schrieb:
    Solche verdrehende, verharmlosende Texte, wie diese von Dir hier

    [In einer Abschiebeeinrichtung haben 150 kasernierte Abschiebekandidaten die Abschiebung von einem der ihren um drei Tage verzögert und die Sicherheitskräfte gezwungen, die Abschiebung mit einem größeren Mannschaftseinsatz durchzusetzen.

    Keine nennenswerte Verletzung, nichts ist kaputt gegangen. ]

    (sollten sie SO von den Medien gebracht werden), würden den Sprung der AFD von (zur Zeit) 15% leicht über 20% springen lassen.

    Aber die Medien sind nicht mehr so verrückt. Seit Silvester/Köln.

    DAS ist der Zusammenhang.

  16. Halten wir mal fest:

    1. Es ist in Ellwangen nichts Schlimmes passiert. Jedenfalls nichts Schlimmeres als an einem beliebigen Samstagnachmittag mit Fußballbundesliga. Der Rechtsstaat hat ganz einfach funktioniert.

    2. Die Flüchtlinge in Ellwangen haben mit den Kriminellen, die den Kölner Silvesterterror entfaltet haben, nichts zu tun. Du selbst kannst da keine personelle oder sonstige Verbindung herstellen. (Und verlangst es von mir?!)

    3. Die Strategie der Abschreckung von Flüchtlingen ist in der Welt. Klar, dass sie in Deutschland (anders als in Österreich) nicht offen propagiert wird. Aber sie ist in den Köpfen. Dafür sorgt schon das Internet. Es ist der naheliegende Gedanke der Menschenfeinde.

    4. Die Medien und einige Politiker fördern mit ihrer Aufbauschung und Skandalisierung des Vorfalls dafür, dass die AfD sich bestätigt fühlen kann. Und der AfD geht es letztlich ums Ganze. Abschottung, ethnische Säuberung. Ich halte die Skandalisierungsstrategie der Medien und vieler Politiker für kontraproduktiv.

    5. Ich stelle außerdem fest, dass du beim Lesen meines Artikels einfach überlesen hast, dass ich den Einsatz der Polizei in Ellwangen befürwortet habe. Und frage mich, warum. Meine Vermutung: Bei dir kocht immer wieder die Xenophobie hoch und macht dich blind.

    6. Ich bestehe darauf: Die Flüchtlinge – auch die, die wir abschieben müssen – machen mit ihrer Flucht etwas Vernünftiges, etwas, das ihnen (und uns ja auch) der Kapitalismus intensivst empfiehlt: Findest du an dem Ort, an dem du lebst, keine Arbeit oder nur schlechte Arbeit, mach dich auf die Socken und such dir einen vielleicht besser geeigneten Ort zum Leben. – Nicht ich, der Sozialist, sage das, sondern die kapitalistische Welt sagt das. Der Kapitalismus hat die menschlichen Verhältnisse globalisiert. (Dass wir dieser Globalisierung nicht gewachsen sind, weiß ich auch.)

    7. Ich bestehe weiterhin darauf: Die Flüchtlinge sind keine Verbrecher. Aber es ist eine der Strategien der Flüchtlingsfeinde, sie dazu zu machen. Ellwangen liefert ein Beispiel dafür.

    DAS, Falstaff, ist eine SACHLICHE Argumentation in sieben Punkten. Jetzt bist du wieder dran.

  17. Putschdämon meint:

    In dem Heim sollen sich laut Polizei kriminelle Strukturen gebildet haben, Bewohner wurden mit hohen Geldbeträgen aufgegriffen, was man mit Schwarzputzen o.ä. wohl kaum erklären kann. Die wussten schon, wie man eine Meute bildet und mit massiver Gewaltdrohung Komplizen freizupressen sind. Kriminelle! Man sollte hier nicht den Fehler machen, das zu als “Hysterie” zu runterzuspielen, denn man schadet so ja sogar den friedlichen, ehrlichen Flüchtlingen.

    Nach meiner Ansicht müssen allen Beteiligten dieses Landfriedensbruchs abgeschoben werden, ohne Ausnahme. Dass das nicht geschehen wird, wissen wir jetzt schon. Und das ist schlimm.

  18. - Kriminelle Strukturen? – Wirklich? – Was soll das heißen? Dass sich Gruppen bilden, in denen man sich gegenseitig hilft?
    - Hohe Geldbeträge: Einige hatten etwas mehr Bargeld als 350 Euro. Das ist die konkrete Info.
    - Meute bilden? – Man strömt herbei, um einen, der bedroht ist, zu schützen.
    - Dass bei 150 Flüchtlingen auch ein paar dabei sind, die ihr Elend durch illegale Geschäfte etwas zu mildern versucht haben, ist durchaus wahrscheinlich.

    Das alles ist nicht nichts, aber was wird dann draus gemacht? Man vergleiche nur mal mit den häufigen Zusammenrottungen, etwa im Rahmen von illegal ausufernden Partys oder im Rahmen von Fußballspielen. Da könnte man auch brutal kriminalisieren. Tut man aber nicht. Zurecht.

    Es war ganz richtig, dass die Polizei mit einem hinreichend eindrucksvollen Aufgebot den Rechtsstaat durchgesetzt hat. Offensichtlich war es ohne Probleme möglich. Außer einer Delle in einem Polizeiauto ist nichts kaputt gegangen.

    Eine Gerichtsverhandlung? Ich hoffe, es kommt dazu, denn dann wird in Ruhe und im Detail festgestellt, was da eigentlich vorgefallen ist und wie weit die Flüchtlinge sich auch krimineller Vergehen schuldig gemacht haben.

    Der Hauptpunkt ist und bleibt: Man sperrt junge Männer nicht monatelang in Lager und lässt sie dort schmoren, es sei denn, man will Aufruhr haben.

    Jetzt will man die sog. Ankerzentren einrichten. Die Polizei hat schon Bedenken vorgebracht – sie möchte nicht gern Lagerpolizei spielen müssen. Solche Lager produzieren Aufruhr.

    Apropos Abschiebung: Sind es nicht ohnehin alles Abschiebefälle?

    Das Problem ist doch meistens, dass man nicht abschieben KANN, weil die Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen, die jungen Männer nicht zurücknehmen möchten. Der Mann aus Togo kommt jetzt nach Italien. Wird Italien ihn nach Togo abschieben KÖNNEN? Ich weiß es nicht. Hoffen wir es.

    Aber auch wenn ich das hoffe, ich sehe es mit Bedauern, denn dieser Mann aus Togo ist ein Mensch wie ich, und er hatte recht, wenn er versucht hat, nach Europa zu kommen. Man geht nach Möglichkeit dorthin, wo man auf ein besseres Leben hoffen kann, wenn man in schlechten Verhältnissen leben muss.

    Es ist auf der anderen Seite klar, dass wir nur eine begrenzte Zahl derer bei uns aufnehmen können, die zu uns wollen.

    Das sollte uns nicht dazu verleiten, die Flüchtlinge zu kriminalisieren.

  19. Putschdämon meint:

    “Der Hauptpunkt ist und bleibt: Man sperrt junge Männer nicht monatelang in Lager und lässt sie dort schmoren. ”

    D`accord. Hier kommen wir allerdings auch zum Kern des Problems: Es sind junge Männer aus überbevölkerten Ländern, die gen Deutschland ziehen, ein Fass ohne Boden. Das lässt sich überhaupt nicht lösen mit Lagern und Heimen welcher Art auch immer, es werden ja immer mehr kommen.

  20. Ja, so sieht das Problem aus. Es werden immer mehr zu kommen versuchen. Immer mehr. Immer mehr. Und wir werden unsere Grenzen immer dichter machen. Immer dichter. Und noch dichter.

    Wie geht das auf die Dauer weiter, Putschdämon?

    Wie lange wird es dauern, bis wir hier endlich kapieren, dass es unsere Nachbarn sind, die zu uns zu fliehen versuchen?
    Wie lange wird es dauern, bis wir hier endlich merken, dass es auch unsere globale Politik ist, dass es Folgewirkungen unserer Politik und unseres Wirtschaftens sind, die die Fluchtbewegungen antreiben?

    Man rechnet, zum Beispiel, mit 100 Millionen Klimaflüchtlingen in der kommenden Generation.
    Wieviele Kriegsflüchtlinge werden dazukommen?
    Wieviele Wirtschaftsflüchtlinge werden dazukommen?

    WIR machen die Welt kaputt – und dann schreien wir, wenn die Leute aus den von uns kaputt gemachten Gegenden dorthin strömen, wo die Welt noch nicht kaputt ist?

    Wenn man natürlich mit den Augen nur starr nach unten schaut und seine lokale Welt für die einzig relevante Welt hält und den großen Rest der Welt für das gefährliche Draußen, gegen das man sich durch Mauern schützen muss, dann kann man das Globale nicht sehen.

    Was also, Putschdämon, IST DER KERN DES PROBLEMS?

    Der Kern des Problems ist,
    dass wir heute in EINER Welt leben und dass jeder Mensch unser Nachbar geworden ist –
    dass wir diesem von uns unbewusst geschaffenen Faktum aber nicht gewachsen sind,
    und dass wir zugleich nicht imstande sind, das Rad zurückzudrehen.

    Würdest du mir da zustimmen?

  21. Putschdämon meint:

    Moment, ehemalig kolonisierte Völker wie die Chinesen sind doch einer der wesentlichsten Player des weltweiten Wirtschaftssystems. Ebenso die Ölpumpen dieses Systems, die Saudis und Katar. Wieso also “von uns verursachte” Probleme, die nur wir auszubaden hätten?

    Darüber hinaus: Die Überbevölkerung entsteht vor allem durch einen dramatischen kulturellen Stillstand (v.a. Recht- und Bildungslosigkeit der Frauen), den wir nicht zu verantworten haben. Da müssten sich tatsächlich die Afrikaner und Muslime mal slebst um eine Verbesserung ihrer Gesellschaften bemühen, es sind ja genauso mündige Menschen wir, oder? Ein Abladen des männlichen Bevölkerungsdrucks auf Deutschland und Europa könnte den Tyrannen und Klerikern gerade passen, befeuert ja auch feuchte Eroberungsfantasien, siehe Erdo.

    Und darüber nun hinaus: Ohne Grenzschließung kann es ja gar nicht funktionieren, das Problem ist unlösbar, will man als ein freier Staat überleben.

  22. Mein Vorschlag, Putschdämon:
    Lies mal das Buch über Mali von Charlotte Wiedemann. Es lierfert dir ein Beispiel für das, wovon ich spreche.

    Natürlich haben wir die “Überbevölkerung” in den “überbevölkerten” Ländern zu verantworten. Wir haben schließlich sämtliche Innovationen, die damit zusammenhängen, zu ihnen gebracht. Gleichzeitig verhindert, dass diese Innovationen von ihnen gesellschaftlich gesund angewendet werden können.

    Aber wie gesagt, lies mal als Beispiel, wie wir ein schwarzafrikanisches Land, aus dem Flüchtlinge zu uns kommen, systematisch kaputt gemacht haben und dafür sorgen, dass es immer noch kaputter wird, dieses Buch über Mali. Es ist leicht zu lesen, spannend geschrieben, überaus anschaulich, unsentimental, unaufgeregt, unideologisch …

    Ich weiß schon, dass es leicht fällt, die Verantwortung für das globale Geschehen abzulehnen. Ausreden zu finden, das können wir Menschen hervorragend. Mach das nur. Du bist damit in bester Gesellschaft. Aber was nützt es – auf die Dauer?

    Dein Hinweis auf China ist durchaus richtig. Aber was hilft uns Europäer das? Wenn die Chinesen mit dazu beitragen, dass Afrika verkommt, ändert das etwas daran, dass die Afrikaner unsere Nachbarn sind – und dass es immer unklug ist, seine eigenen Nachbarn im Elend verkommen zu lassen?

    Ich sage: unklug. Ich sage nicht: unmoralisch.

    Wir sind ganz einfach dumm, Putschdämon. Wir sind Idioten. Wir machen uns mit unserem blinden Konsumismus hier und jetzt unglücklich – und auf längere Sicht produzieren wir dann noch unsere eigene totale Katastrophe.

    Ich bin kein Christ, aber aus blankem Egoismus sage ich: Geben ist seliger als Nehmen. (Steht irgendwo im Neuen Testament, Apostelgeschichte.)

    Wenn wir nicht teilen, wenn wir nicht global einigermaßen gerechte Verhältnisse schaffen, zerstören wir uns selbst.

    Ich weiß ich weiß, Putschdämon, wir WERDEN KEINE gerechten Verhältnisse schaffen. Dafür sorgen auch Leute wie du. Die Konsequenz daraus ist – für mich jedenfalls – klar: Die Menschheit ruiniert sich selbst.

    Betrachte einmal von außen und grundsätzlich, wie du im zweiten Absatz die Schuld auf die Afrikaner schiebst. Wirst du da nicht von selber etwas skeptisch gegen dich selbst und gegen dieses peinliche Manöver?

    Das kennst du doch auch von anderen, dieses Manöver, oder?

    Wer klug und selbstbewusst ist, der SUCHT die Verantwortung bei sich selbst. Den interessiert vor allem die eigene Verantwortung. Nur unter dieser Perspektive der eigenen Verantwortung werden Probleme erkennbar und lösbar.

  23. Putschdämon meint:

    Hab viel “abzuarbeitenden” Lesestoff, aber danke für den Tipp. Mal ganz grundsätzlich: Warum hälst du die Afrikaner nicht für in der Lage, sich um ihre eigenen Belange zu kümmern? Die brauchen doch gar nicht den weißen Mann, der sie gestern noch kolonisiert und ihnen heute aus der Patsche helfen soll? Auch da ist China doch ein Beispiel, wie ein ehemals kolonisierter Kulturraum aus eigener Kraft, durch Übernahme brauchbarer westlicher Errungenschaften (leider nicht nur guter) zu einer modernen Quasi-Supermacht aufsteigen kann. Das haben die ganz alleine gemacht.

    Und selbst wenn wir nun wieder die Bürde des weißen Mannes tragen sollen, dem Atlas gleich die Last der Welt schultern: Dann kommt natürlich wieder die unlösbare Aufgabe ins Spiel. Wie stellst du dir das denn vor? Schönere Zentren? Besseres WLAN? Einführung aller in Afrika gesprochenen Sprachen als Amtssprache usw. usf. ? Es werden so viele kommen, Leo, dass der Staat einfach kollabieren wird, die Ansprüche werden niemals erfüllt werden können und zu Routine-Einsätzen werden dann auch stets schwer bewaffnete Hundertschaften oder gar die Bundeswehr ausrücken… In so einem Land willst du leben? Da wollen auch diese Männer nicht leben. Politik ist doch die Kunst des Möglichen? Plädierst du für religiöse Politik?

  24. Nur mal ein kleines Beispiel aus Mali, Putschdämon.

    Die hatten eine sie selbst versorgende Landwirtschaft. Viel Milchwirtschaft und Fleischwirtschaft auch. Was passiert? Die EU kauft den EU-Bauern die überschüssige Milch und das überschüssige Fleisch ab – und verkauft es extrem billig in Mali. Resultat: die Landwirtschaft bricht dort teilweise zusammen. Auch die mit der Landwirtschaft verbundene kleine Lebensmittelindustrie. Die Landleute strömen in die städtischen Slums …

    Es ist nur EIN Beispiel von vielen.

    Sind die Malier Chinesen? Wieso verlangst du von ihnen, Chinesen zu sein?

    Mali hat keine Chance. Wir geben Mali keine Chance. Also kommen die Malier nach Europa. Versuchen es wenigstens.

    Mali und China – Wie ist das, wenn du Lehrer in einer Schulklasse bist und dann einem Schüler, der nur langsam lernst, hämisch vorhältst, dass er nur unwillig ist – er brauche sich doch nur den Schüler X anzuschauen, der lerne seine Lektion doch spielend …

    Die Menschen sind verschieden, die Kulturen sind verschieden. Was die einen können, können die andern nicht. Muss ich dir solche Weisheiten erzählen?

    Was wird an Europas Grenzen passieren? – Die totale brutale Abwehr. Vielleicht wird dann kurze Zeit halbwegs Ruhe sein – bis zum nächsten Sturm. Der sich garantiert zusammenbrauen wird. Afrika wird explodieren.

    Wenn wir klug wären, würden wir das vorhersehen und dafür sorgen, dass Afrika eine Chance bekommt. Dazu müssten wir aber unserem Kapitalismus und unserer Gier Zügel anlegen. Das werden wir nicht machen. Lieber werden wir zu Teufeln, als dass wir teilen. Als dass wir geben. Als dass wir global Verantwortung übernehmen.

    Du meinst, ICH sei unrealistisch. Aber ich sehe kalt realistisch die mörderische europäische Grenzpolitik voraus – und deren längerfristige Folgen. Die Explosion Afrikas. Siehst du das nicht?

    Falls es dich besänftigt: Ich bin auch der Meinung, dass wir nur einen kleinen Teil der Flüchtlinge aus Afrika aufnehmen können. Genauer gesagt, wir könnten sehr viel mehr aufnehmen, als wir es tun, aber ich gebe zu, dass man in einer Demokratie die Grenzen dafür setzen muss gemäß dem Willen der Wähler, und die meinen, es sollten sehr viel weniger sein, als ich meine, dass es sein könnten. Ich respektiere das.

    Zugleich verlange ich aber eine großzügige und kompetente Politik gegenüber den afrikanischen Ländern – eine, die sich nicht auf korrupte Eliten dort stützt, eine, der es nicht um möglichst viel Profit für europäische Firmen geht, eine, die die Völker dort in ihrer Eigeninitiative stärkt. Eine solche Politik ist allerdings undenkbar – sie ist nicht im Interesse UNSERER Eliten, und der Rest der Bevölkerung kapiert das Problem nicht. (Wie du siehst, auch hierin bin ich hartgesottener Realist.)

  25. Das Schlimme ist ja, dass bei Bedarf jeder Politiker fordert, den afrikanischen Ländern zu helfen. Real bleibt es aber bei der ökonomischen Ausbeutung, vor allem, was die Nahrungsmittellieferung aus europäischen Überschüssen angeht, die die dortige Produktion zerstören, wie auch das Leerfischen der Küstengewässer. Mir scheint, das vermeintliche Hilfsangebot dient nur dazu, Flüchtlinge abzuwehren. Man legt sich mit starken Lobbyverbänden wie den großen Bauern nicht an.

  26. So ist es.
    Beschwichtigungsgeschwätz. Reden – und nix tun. Bzw. weitermachen wie bisher.

    Ich erwarte mir nicht, dass sich hierin was ändern wird.

    Geändert wird nur im Abwehrbereich.

    Wenn sich das noch verzögert, dann nicht, weil ich oder die “Flüchtlingsversteher” (Amnesty, ProAsyl, Kirchen, Grüne, dazu auch manche Linke und SPDler) das wollen: Wie hätten wir denn die Macht dazu? Wir haben die Macht nicht!

    Wer also verzögert bzw. bewirkt vom Hintergrund her die Verzögerung?

    Zum einen ist es das, was Dobrindt die Anti-Abschiebungs-Industrie nennt: die Organe des deutschen und des europäischen Rechtsstaats selber nämlich. Die setzen nun mal der amtlichen Brutalität noch einige Grenzen.

    Zum andern ist das die europäische Wirtschaft. Die hat ja nichts dagegen, dass junge billige Arbeitskräfte zu uns kommen. Sie profitiert.

    Witzig immer wieder, dass unsere Flüchtlingsfeinde diesen Zusammenhang nicht bemerken (wollen) und gegen MICH, gegen UNS Flüchtlingsversteher mobilisieren.

    Aber auch verständlich: Man schlägt den Sack und meint den Esel. Man schlägt die Linke und meint die Wirtschaft und meint den Rechtstaat. Denn die beiden zu schlagen, das traut man sich nicht, bzw. es wäre irgendwie taktisch daneben. Man möchte ja doch nicht als Rechtsstaatsfeind dastehen, und sich schon gar nicht mit der überlegenen Macht der Wirtschaft anlegen. Da könnten dann so manche Flüchtlingsfeinde zurückschrecken.

    Also schlägt man auf diejenigen ein, die nun ganz gewiss nicht hinter den Entscheidungen bezüglich der Nicht-Totalschließung-der-Grenzen stehen. Man schlägt auf die Machtlosen ein.

    Es würde mich freuen, wenn Falstaff und Putschdämon einmal genau auf diese Argumentation antworten würden.

  27. Putschdämon meint:

    Wie du meinen vorherigen Beiträgen entnehmen kannst, bin ich ja selbst ein vehementer Kritiker des Neoliberalismus, dass also die Zerstörung heimischer Märkte ein unmenschlicher Vorgang ist, durchaus vergleichbar mit Krieg (!), da sind wir gar nicht so weit auseinander.

    Ich betrachte dieses System aber leider für praktisch unzerstörbar, da alles zusammenhängt. Wenn du für 0,70 bei Aldi ne Milchtüte siehst, oder ein Hühnchen für 2,20, fasst du dir doch an den Kopf, wie ich. Bei den Löhnen, die hier mittlerweile Usus sind, könntest du aber die Leute ja auch gar nicht mehr anders ernähren. Es ist ein Teufelskreis, ich bin sehr pessimistisch, ob wir da einigermaßen wohlbehalten rauskommen, wenn wir nicht zumindest “unsere nackte Haut retten”, sprich, unser kulturelles Kapital erhalten, das auf gegenseitigem Vertrauen beruht, das wiederum in einer multieth(n)ischen, multikulturellen Gesellschaft gerade nicht besteht. Dort geht es praktisch nur um Ethno-Proporz und Konfliktbegrenzung. Deine Gesellschaftsvision wird genau das Gegenteil von dem schaffen, was du dir vorstellst: Statt hoher Solidarität maximales Misstrauen, statt Offenheit und Toleranz Stammesloyalität und Selbstabgrenzung. In Ansätzen sehen wir es heute schon. Migranten hier, Einheimische dort, Kreuz, kopftuch, Erdotürken vs. PKK-Kurden etc. pp.

    -

    Mali ungleich China:
    Da uunterscheiden wir uns. Wir wissen beide natürlich dass Afrika und Vorderasien von China kulturell abgehängt sind. Du erkennst richtigerweise, dass das zum größten Teil kulturelle Gründe hat, die sich durch etwa das Heiratsverhalten oder die beschämende Behandlung von Mädchen und Frauen auch weitervererben.

    Aber du machst hier den fehler, den eigentlich eingefleischte Rechte normalerweise machen: Du hälst Kultur für in Stein gemeißelt! Auch China und Korea waren in unserer Wahrnehmung vor 100 Jahren ein ähnlich rückständiger, erstarrter Ort wie Afrika und der Nahe Osten heute. Etwas ist dort aber anders verlaufen, die Ostasiaten haben sich anscheinend von behindernden Traditionen gelöst, während Afrika und der Orient sich nach einer kurzen und wohl eher oberflächlich modernistischen Phase in einen Archaismus und Tribalismus geradezu vertieften und statt Aufnahme des Wettbewerbs den destruktiven Hass wählten, ähnlich übrigens wie Deutschland nach Versailles.

    Das ist nicht festgeschrieben oder angeboren. Rückständigkeit geht auf Verhaltensweisen, geht auf Kultur zurück, die geändert werden kann. Wir sind keine Lehrerkaste und die Afrikaner keine Schülerkaste, Menschen sind gleich und können und müssen ihr Schicksal zuvörderst selbst tragen.

  28. 1. China und Mali:
    Du meinst also, wenn die Malier nur einfach mal ihren Arsch hochkriegen würden, dann würden sie ganz einfach den chinesischen Weg gehen? Sie sind also selber schuld, weil sie faule Säcke sind und nicht chinesisch arbeiten …
    Und da wirfst du MIR vor, ich sei der Rassist?
    Was erwartest du von Mali?
    Wir können jedenfalls feststellen, dass DU die Malier nicht nehmen kannst und nehmen willst, wie sie sind. Und dies dann als Ausrede benutzt dafür, dass WIR natürlich nichts zu tun haben mit der afrikanischen Misere.

    2. Contra Neoliberalismus:
    Im Grunde akzeptierst du ihn und seine Folgen.

    3. Multikulturelle Gesellschaft:
    Wir HABEN eine multikulturelle Gesellschaft. Würdest du das leugnen? Und wie man in vielen Städten Deutschlands sehen kann, ist es eine durchaus erfolgreiche und angenehme Realität. Auch wenn es in manchen Ecken und manchen Aspekten Schwierigkeiten gibt. Die aber sind überschaubar.
    Du willst die multikulturelle Realität Deutschlands loswerden. Das geht nur durch ethnische Säuberung. Willst du darauf hinaus? – Jetzt wirst du empört reagieren. Wie kann ich sowas unterstellen! Aber bitte, wir sind multikulturell hier in München, in Stuttgart, etc. Wir leben in der multikulturellen Realität. Wenn die so tödlich ist, dann bleibt als Konsequenz nur die ethnische Säuberung, oder?

    4. Stammesloyalität:
    Man sollte nicht anderen “Stammesdenken” vorwerfen, wenn man es selber praktiziert.

  29. Wie wäre es mit einer Antwort darauf, Putschdämon:

    Zum andern ist das die europäische Wirtschaft. Die hat ja nichts dagegen, dass junge billige Arbeitskräfte zu uns kommen. Sie profitiert.

    Witzig immer wieder, dass unsere Flüchtlingsfeinde diesen Zusammenhang nicht bemerken (wollen) und gegen MICH, gegen UNS Flüchtlingsversteher mobilisieren.

    Aber auch verständlich: Man schlägt den Sack und meint den Esel. Man schlägt die Linke und meint die Wirtschaft und meint den Rechtstaat. Denn die beiden zu schlagen, das traut man sich nicht, bzw. es wäre irgendwie taktisch daneben. Man möchte ja doch nicht als Rechtsstaatsfeind dastehen, und sich schon gar nicht mit der überlegenen Macht der Wirtschaft anlegen. Da könnten dann so manche Flüchtlingsfeinde zurückschrecken.

    Also schlägt man auf diejenigen ein, die nun ganz gewiss nicht hinter den Entscheidungen bezüglich der Nicht-Totalschließung-der-Grenzen stehen. Man schlägt auf die Machtlosen ein.

    Es würde mich freuen, wenn Falstaff und Putschdämon einmal genau auf diese Argumentation antworten würden.

    Wenn du nun, wie du sagst, nichts gegen den Kapitalismus und dessen neoliberale Ausprägung machen kannst und machen willst, dann meinst du doch implizit auch, dass wir nichts gegen das Interesse des Kapitals an einem globalen Arbeitsmarkt tun können. Oder seh ich das falsch?

  30. Putschdämon meint:

    Nicht pampig werden, hilft deiner Argumentation nicht weiter.

    1. China/ Mali
    Ja, und nun? Sie sind halt so wie sind, unverrückbar wie die Kaaba und wir müssen uns kümmern? Denn wie die Chinesen kann ja keiner arbeiten und sie erst recht nicht?

    2. Neoliberalismus
    Erklär mir bitte, wie wir den beseitigen sollen, ohne viel Blut und Hunger im Gefolge. Ich wäre echt gespannt. Daran geknüpft: Geht Reform, zurück zum guten alten rheinischen Kapitalismus im Zeitalter der beginnenden Automatisierung? Glaub ich in dem Fall nicht. Das ist ein Nullsummenspiel.

    3. Multikulturelle Gesellschaft
    Wir haben sie in Ansätzen. Heißt das also, jetzt erst recht? Es geht doch offensichtlich um die weitere Zuwanderung. Du wirst ja wohl kaum bestreiten, dass wir jetzt schon massive Schwierigkeiten haben, die Menschen aus all den tribal geprägten Kulturen in unseren modernen Rechtsstaat zu integrieren?! Findest du die knapp hundert Milliarden Euro, die allein für fünf Jahre zur Versorgung gerade mal der Migranten der letzten Welle veranschlagt wurden, wenig? Was ist, wenn der Großteil niemals passende Arbeit finden wird, was nicht unwahrscheinlich ist? Wie kannst du das dem Bürger erklären und dich über die Ergebnisse der AfD wundern, wenn du ihm stattdessen vorwirfst, Kreuze aufhängen zu wollen?

    Wirf mir nicht vor, eine ethnische Säuberung zu beabsichtigen, wenn ich in Wahrheit eher glaube, dass bei weiterer massiver Zuwanderung vielmehr der Staat in seiner jetzigen Form zusammenbrechen wird. In der totalen multikulturellen Gesellschaft wird nicht die totale Solidarität warten Leo, sondern deren exaktes Gegenteil, das ist doch offensichtlich. Deine Reaktion darauf wird dann sein: Die rechten Deutschen sind schuld. Stimmt aber nicht, deren Rechtssein ist reines Symptom, völlig erwartbar.

    4. Stammesloyalität
    Hab ich nicht. Ich lebe gern in einer weitgehend vom Individuum geprägten Gesellschaft, drücke allenfalls der Nationalmannschaft die Daumen. Ich bin aber ein intelligentes Bürschchen und weiß, dass sowas unausrottbar ist. Treten etwa die Erdotürken als Stamm auf, die Kurden, die Muslime, die Afrikaner usw., werden alle anderen, die sich keinem Stamm zugehörig fühlen, im Nachteil sein. Das führt dazu, dass die sich ebenso organiseiren werden, eine Dynamik wird angestoßen, an deren Ende ein fragmentiertes Land steht, ähnlich dem Libanon, Leo.

  31. 1. China und Mali:
    Verstehe ich dich richtig: Die Malier sollen halt einfach mal arbeiten wie die Chinesen? Das ist deine Lösung? Und wenn sie’s nicht tun, selber schuld?

    2. Neoliberalismus:
    Wir sehen, dass du ein Anhänger des Neoliberalismus bist. Du gibst es selber zu. Gleichzeitig tust du so, als ob du es nicht wärst. Was für ein Spiel ist das?

    3. Multikulturelle Gesellschaft
    haben wir nicht nur in Ansätzen, sondern durchgängig und vollständig in etwa der Hälfte der Bundesrepublik Deutschland. In München, zum Beispiel. Und fast überall dort, wo wir sie haben, profitieren wir davon. Es geht bei dieser Feststellung nicht darum, ob noch mehr Einwanderung – wie sie die Wirtschaft fordert und möglich macht – stattfinden soll oder nicht, sondern darum, DASS wir eine multikulturelle Gesellschaft haben – und du dieses Faktum bedauerst, für schlimm hältst und – vielleicht? – rückgängig machen möchtest.

    Es sind eher die Gegenden ohne multikulturelle Gesellschaft in Deutschland, die in der Krise sind, meinst du nicht? Schau dir Ostdeutschland an! Da FEHLT die multikulturelle Gesellschaft, mit dem Resultat, dass es dort trübe ausschaut und wir sie vom multikulturellen Westen her immer noch alimentieren müssen.

    4. Stammesgesellschaft
    Also bestätigst du mich auch hier: Du bist selber der Meinung, dass wir als deutsche Stammesgesellschaft auftreten müssen, um dem Stammesverhalten etwa der Erdotürken etwas entgegensetzen zu können. Was soll denn DARAUS werden? Um mich gegen Diebe zu wehren, muss ich selber zum Dieb werden? Um mich gegen Kriminelle zu wehren, muss ich selber kriminell werden?

    Wenn man wie du gegen die Integration arbeitet, trägt man dazu bei, dass sie misslingt.

  32. Putschdämon meint:

    1. China, Mali
    Ich verstehe nicht, warum du den Maliern wie Afrikanern insgesamt absprichst, sich was Vernünftiges aufzubauen? Dass die lokalen Märkte gefördert werden sollten, ist selbstverständlich. Zur Förderung: Mali hat die höchste Geburtenrate der Welt! Selbst wenn wir also die lokalen Milchabauern unterstützen würden, das würde doch niemals reichen, um allen jungen Männern ein Auskommen zu garantieren. Wir könnten sie also herholen und alimentieren/ hoffen dass sie hier Arbeit finden. Und die anderen auch. Oder was?

    2.Neoliberalismus
    Wenn ich sage, dass wir das Problem des Diebstahls nicht lösen können/ sollten, indem wir die Diebe hinrichten lassen, bin ich ein Dieb(essympathisant)? Hohe Strafen, gerne. Wird das Phänomen Diebstahl dann verschwinden? Wohl kaum. Trump ist Protektionist, Gegner des Freihandels, scheiße für unsere Maschinen und damit mittelbar für uns alle. Doof für alle Großkonzerne. Wird er atlantisch-medial deshalb so hysterisch gehasst? Möglicherweise. Fest steht aber auch m.E., dass das auch nicht die Lösung für das Problem NL sein kann. Was ist sie also? Es ist komplizierter, Leo.

    3. Multikulturalismus
    Inwiefern profitieren wir davon? Dafür müssten wir erstmal klären, was du darunter verstehst. Ich verstehe darunter:

    - Ein Land, viele Kulturen und Ethnien, die zusammen in diesem Land leben. Für alle gilt das Grundgesetz als Basis des Zusammenlebens, ansonsten existieren keine metagesetzlichen Normen und Werte (werden von Multikulturalisten und auch von z.B. Islamverbänden als Zumutung erachtet). Diese sind ja auch nicht notwendig, wenn sich alle ans Grundgesetz halten müssen.

    Das Problem daran ist: schon die täglichen Wertedifferenzen führen zu Alltagskonflikten. Es war eben früher keinesfalls so, dass Dorffeste oder Konzerte mit Großaufgeboten und geschützt werden mussten. Schülerinnen, die nicht schwimmen dürfen. Unsere Gerichte müssen sich mit Dingen beschäftigen, die früher als selbstverständlich galten, das Selbstverständliche gilt oft nicht mehr. Frau Özuguz hatte das treffend auf den Punkt gebracht, als sie sagte: “Wir müssen unser Zusammenleben täglich neu aushandeln”. Genau das ist es! Durch den permanenten Zusammenstoß von Werten, mal unter der Justiziabilität, mal drüber. Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Gesellschaft der kulturellen Unsicherheiten oft banalster Art. Finde ich nicht profitabel. Richtschnur sollte tatsächlich sowas wie eine Leitkultur unterhalb der Gesetzesschwelle sein. Doch das ist, da hast du wohl recht, gar nicht mehr vermittelbar, dafür ist der Multikulturalismus bereits zu sehr vorangeschritten und die Hilflosigkeit Söders wird so von dir auch nur folgerichtig verhöhnt.

    4. Stammesgesellschaft
    Nein, die Deutschen SOLLEN es nicht, aber sie WERDEN es, das ist doch ein Unterschied. Ich will das ja gerade nicht, deshalb bin ich ja gegen Multikulturalismus als Staasphilosophie, weil es ja gerade zu dem Ergebnis führt, dass sich die einzelnen Gruppen tribalistisch organisieren.

  33. 1. Mali und China:
    Man muss sich klar werden, UNTER WELCHEN BEDINGUNGEN die Malier etwas aufbauen können. Diese Bedingungen sind nicht gegeben, sie werden auch von uns verhindert.
    Im übrigen sind die Malier weder Deutsche noch Chinesen noch Türken oder sonst etwas, sondern eben Malier, und wir sollten sie respektieren, wie sie sind.
    Ich hab das Beispiel von der Schulklasse und dem Lehrer vorgeschlagen. Der Lehrer weiß, dass seine Schüler nicht gleich sind, und dass sie unterschiedliche Talente, unterschiedliche Neigungen, unterschiedliche Möglichkeiten haben. Er kann nicht zum Schüler X sagen: Schau, Schüler Y schafft diese Aufgaben spielend, also kannst du sie auch spielend schaffen. Ich könnte auch das Beispiel Sport nehmen. Ich war kein guter Turner und Sportler im Gymnasium, besonders schwach im Hochsprung. Was denkst du, was ich von einem Lehreridioten gehalten hätte, der mir sagt: Schau, der X schafft ohne Mühe 1m50, wieso schaffst du es nicht? Wenn du es willst, kannst du es auch schaffen. Also, du willst nur nicht …

    2. Neoliberalismus:
    Es ist ja wohl genau der Neoliberalismus, der besonders engagiert die Grenzen öffnet und den globalen Arbeitsmarkt vorantreibt. Damit indirekt auch die multikulturelle Gesellschaft. Nun sagst du, gegen den Neoliberalismus kann man nix machen.
    Erstens sage ich: Irrtum. Beispiel TTIP. Beispiel Sozialstaats-Verteidigung.
    Zweitens sage ich: Selbst wenn man wenig Chancen hat, sollte man persönlich tun, was man kann, um ihn zu Fall zu bringen.
    Drittens sage ich: Der Neoliberalismus ist immerhin insofern konsequent, als er die technologische Globalisierung auch zu einer wirtschaftlichen Globalisierung und also auch zu einer politischen Globalisierung macht. Wir entkommen der Globalisierung nicht, egal was wir machen – die Technologien, die wir in die Welt gesetzt haben, sorgen dafür.

    3. Multikultur:
    Wir haben eine multikulturelle Gesellschaft. Ich gebe zu, nicht in Anklam und überhaupt kaum in Ostdeutschland, aber im großen westlichen Rest von Deutschland kannst du sie überall erleben, diese multikulturelle Gesellschaft. Wer sitzt im Supermarkt hinter der Kasse? Wer putzt die Klassenzimmer? Wer sind die Deutschlehrer in meiner Schule? Wer fährt den Bus und die U-Bahn? Wer repariert, wenn es was zu reparieren gibt? … Dazu die Gastronomie. Dazu die Universitäten und ihre Lehrkräfte. Dazu die Arbeiter, die unsere Fahrzeuge montieren. Wo du hinschaust … es geht multikulturell zu. Wenn wir es gut machen, werden DIE KINDER der Einwanderer Deutsche. Die Einwanderer selbst können das nicht so leicht werden, obwohl manche es durchaus auch schaffen.
    Natürlich gelten die deutschen Gesetze. Die deutschen Regeln. Die deutsche Sprache ist selbstverständlich Amtssprache und Kultursprache und Bildungs- und Schulsprache und Mediensprache … Etc. Ich seh da kaum ein Problem.
    Durch die permanente technologische Revolution müssen wir uns ständig neu anpassen. Plötzlich spielt das Smartphone eine dominante Kommunikationsrolle, zum Beispiel. Also muss wieder einiges neu ausgehandelt werden. Plötzlich ändert sich aufgrund technologischer Neuerungen oder neuer ökonomischer Herausforderungen oder neuer Gesetze einiges am Arbeitsplatz – vieles muss dann neu ausgehandelt werden. Daran müssen wir uns gewöhnen. Dass auch in Bezug auf Migranten einiges neu ausgehandelt werden muss, ist dagegen marginal.

    4. Stammesgesellschaft
    Wenn wir es werden, machen wir uns selber kaputt. Schau dir an, wie es in einer ausländerfreien Kleinstadt zugeht – Anklam etwa. Traurig. Armselig. Kaputt. Die Stadt überlebt nur, weil sie von denjenigen Bereichen Deutschland alimentiert wird, in denen die multikulturelle Gesellschaft floriert.

    Sag doch selbst: Wo wird der größte Teil des deutschen BSP geschaffen? - Genau dort, wo auch die meisten Ausländer, die meisten Einwanderer leben und arbeiten. Ich lebe in einer Stadt, die der Beweis dafür ist: Einwanderung bedeutet für uns einen Gewinn, ökonomisch wie kulturell. Einwanderung macht uns dynamischer, freier, konkurrenzfähiger. Oder wie erklärst du dir sonst den Erfolg genau der Gegenden in Deutschland, die sowohl die höchste Migrantendichte haben als auch die höchsten Beiträge zum BSP pro Kopf?

    Dein Blick fixiert immer genau die Fälle, die die größeren Probleme darstellen – und übergeht die viel größeren Bereiche, in denen wir durch Einwanderung gewinnen.

    Unsere exportorientierte Wirtschaft will und braucht den globalen Arbeitsmarkt. Schritt für Schritt nähert sie sich ihm an. DAS ist der Hintergrund der bisherigen Politik der relativ offenen Grenzen. Deutschland braucht Einwanderung, und zwar in beträchtlichem Maße. Lies die Wirtschaftsteile der wesentlichen Medien, da findest du diese Aussage immer wieder.

    Wenn du also gegen die weitere starke Einwanderung bist, dann wende dich bitte bitte bitte nicht gegen mich allein, sondern vor allem gegen die deutsche, die europäische Wirtschaft.
    Gegen die von der Wirtschaft durchgesetzte deutsche und europäische Einwanderungspolitik. (Über die Hälfte der Einwanderer in Deutschland kommt aus den anderen EU-Staaten, das mal nur nebenbei.)

    ICH, lieber Putschdämon, ich, der kleine Leo, hab wirklich nicht die Macht, Entscheidungen über die Grenzen und ihre Durchlässigkeit zu fällen oder auch nur zu beeinflussen. Diese Entscheidungen fallen in den Führungsetagen der Wirtschaft und werden dann von der Leitenden Angestellten der Deutschen Wirtschaft, Angela Merkel, umgesetzt.

    Wir, die Linken, die Grünen, die Gutmenschen sind nicht unschuldig an der Einwanderung – wir befürworten sie und tun, was wir können, dafür, dass Deutschland attraktiv für Einwanderer ist und bleibt, und opfern uns auf für die Integration der Einwanderer – also, wenn du Einwanderung kritisierst, verdienen wir schon auch einen Teil deiner Kritik. Aber bitte bitte bitte sei so logisch und konsequent und richte deine Hauptkritik an die MACHER der Einwanderungspolitik, an die deutsche Wirtschaft und ihre in Parlament und Regierung sitzenden Vertreter.

    Putschdämon, ist das zuviel verlangt?

    WENN du Deutschland vor der Einwanderung retten willst, brauchst du eine Revolution gegen die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Zu empfehlen wäre dabei das Modell Ungarn. Weg mit den global operierenden Firmen wie BMW, Siemens, Mercedes, VW, Bosch, die Chemiekonzerne, die tausend mittelständischen, aber global wirtschaftenden Firmen wie zum Beispiel Rexroth in Lohr – weg mit ihnen allen! Denn sie florieren nur dank ihrer globalen Ausrichtung, samt globalem Arbeitsmarkt, also auch mit Einwanderung.
    Ersetzen wir sie durch rein national arbeitende Firmen, die dann von der Regierung aus korrupt begünstigt werden und darum genau dann hohe Profite machen können, WENN sie die nationale Rettungspolitik unterstützen. Also: das oligarchische Wirtschaftssystem, das du in Ungarn, in Russland, in der Türkei studieren kannst. Es würde allerdings bedeuten, dass Deutschland verarmt, etwa auf den Stand Ungarns herabsinkt. Da gehen dann Kapitalismus und geschlossene Grenzen und völkische Politik gut zusammen.

    Willst du das?

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