Österreich: Geht es Atib an den Kragen?

tuerkeiAtib ist das österreichische Äquivalent zu Ditib – dem türkisch-islamischen Moscheen-Dachverband, in Deutschland ca. 900, in Österreich ca. 60. Sie sind Organe des türkischen Staates, ihr Chef heißt Erdogan.

Der österreichische Innenminister lässt nun alle Atib-Moscheen überprüfen:

Das Ministerium verschickt eine Anordnung an alle Vereinsbehörden und argumentiert das mit den Kriegsinszenierungen mit Kindern in einer Wiener Moschee Wien – Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) lässt nun bundesweit alle Atib-nahen Vereine prüfen.

Eine entsprechende Anordnung des Innenministeriums als oberster Vereinsbehörde erging am Dienstag an die Vereinsbehörden, also Bezirkshauptmannschaften und Landespolizeidirektionen, bestätigte ein Sprecher der APA.

Die Vereinsbehörden sollen etwa melden, ob es vereinsrechtliche Anzeigen gegen die Vereine gibt und wie der Verfahrensstand ist.

Als Konsequenz droht eine Auflösung.

Anlass für die bundesweite Überprüfung sind laut dem Sprecher des Ministers mehrere zuletzt bekannt gewordene Vorfälle wie die Kriegsinszenierung mit uniformierten Kindern in einer Atib-Moschee in Wien. -

derStandard

Dazu eine Vermutung und eine Gewissheit:

Vermutlich wird es noch nicht gleich zu einer Auflösung von Atib kommen, und wenn es dazu kommen sollte, wird es irgendwie unter Umgehung des Rechtsstaat geschehen.

Sicher bin ich mir hingegen, dass eine Auflösung von Atib in Österreich überaus populär wäre. Dass die FPÖ enorm an Zustimmung gewinnen würde und dass ÖVP und SPÖ sich voll und ganz hinter die Auflösung stellen würden.

Woraus ich schließe: Das kommt, früher oder später.

Was wird danach passieren?

Eine harte Gegenreaktion Erdogans wird die Situation weiter anheizen. Aufgebrachte junge österreichische Erdotürken werden gewalttätig werden …

Die Österreicher werden gegenhalten … Pogromstimmung wird entstehen.

Ähnliches wird sich auch in Deutschland abspielen.

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    https://mobil.derstandard.at/2000078560123/Atib-Moscheenskandal-Eine-neue-Ideologie

    Diese Frau ist eine der renommiertesten Journalistinnen in Österreich.

  2. Das zitiere ich hier gleich mal ganz:

    Das Problem ist die Vermischung eines zunehmend militarisierten türkischen Nationalismus mit dem Islamismus der AKP

    Schlachten nachzustellen, mit oder ohne Kinder, ruft hierzulande hochgezogene Augenbrauen hervor: Was es da an kuriosen oder kontroversen historisierenden Bräuchen auch in anderen (christlichen) Weltgegenden gibt, wird eben gern zur Seite geschoben, wenn über das Nachspielen der Schlacht von Gallipoli beziehungsweise Çanakkale im Ersten Weltkrieg in einer Wiener Atib-Moschee diskutiert wird.

    Die Kinder mit türkischem Hintergrund lernen von Gallipoli, dass man Ungläubige töten darf? Gut, im Ersten Weltkrieg wurde tatsächlich mit dem Jihad-Begriff operiert: unter anderem vom Verbündeten des Osmanischen Reiches, Deutschland, das zu diesem Zwecke ein eigenes Büro unterhielt, das sich mit dem Jihad als Mittel zur Mobilisierung der muslimischen Massen gegen die Briten befasste.

    Mit Islam hat die umstrittene Art des Gallipoli-Gedenkens jedenfalls erst einmal nichts zu tun: Es stammt von jenen Türken, die in der Türkei einst das Kopftuch verboten, Atatürks Kemalisten. Ist damit alles in Ordnung? Natürlich nicht. Das heutige Problem ist ja die Vermischung eines zunehmend militarisierten türkischen Nationalismus mit dem Islamismus der AKP: Das ist die Ideologie der neuen Türkei, von der sich viele türkische Verbände nicht distanzieren wollen und die sie – und ihre Kinder – nun von innen auffrisst. Und mit ihnen jene islamischen Gemeinschaften, in denen solche Türken die stärkste Gruppe sind. (Gudrun Harrer, 24.4.2018)

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