Seehofers Heimat (3)

theorie(Fortsetzung von gestern und vorgestern. Ich zitiere weiter aus der ZEIT.)

Punkt 2.

Zum Zweiten will Seehofer die unguten, ausgrenzenden Affekte des Begriffs fernhalten, indem er Heimat im Plural denkt – Deutschland umfasse vielfältige, auch konkurrierende Heimaten.

Barsch formuliert er: “Heimatpolitik ist daher stets eine Politik der Vielfalt”, und entsprechend kalt lässt er die ehemals geschätzten Schlagworte Leitkultur und Nation fallen – als tendenziell “streitbelastet”.

Eine Politik der Vielfalt.

Das unterscheidet Seehofers Konzept zumindest verbal deutlich von dem aller Rechtspopulisten, denen genau die Vielfalt verhasst ist.

Man müsste nun fragen, wieviel Vielfalt Seehofer meint. Welche. Wo er die Grenzen setzt. Wie er sie setzt.

Dazu gibt es einen (unzureichenden) Hinweis:

Er erinnert daran, dass er für Bayern schon einmal ein “Wertebündnis geschmiedet” habe, “eine plural basierte Werteordnung”, die allerdings auch nach längerer Erläuterung blass bleibt und sich wenig von der berühmten Verfassungstreue abhebt;

immerhin zeigt sie mit der Hervorhebung von Gewissensfreiheit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau eine erkennbare Kante gegenüber radikalislamischen Gemeinschaften.

Deutlicher wird er mit den Begriffen “Zusammenhalt”, “des Verbindenden und des Kollektiven”, schließlich mit der Forderung an Einwanderer, an dem Verbindenden auch partizipieren zu wollen, sich “zugehörig” zu fühlen.

11 Artikel zur “CSU-Unordnung im Grundsatzprogramm” habe ich dazu geschrieben.

Gegen die scharfe Abgrenzung zum Islamismus ist nichts einzuwenden.

Aber können wir von den Einwanderern erwarten, dass sie sich gleich mit der Einwanderung “zugehörig” fühlen?

Partizipieren = Arbeit&Geld, Wohnung, deutsche Sprache. Sich zugehörig zu fühlen geht nur, wenn es hier so etwas wie eine Willkommenskultur gibt.

Was möchte Seehofer DAFÜR tun?

Fortsetzung morgen

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