Seehofers Heimat (4)

theorie(Fortsetzung von gestern und vorgestern und vorvorgestern. Ich zitiere weiter aus der ZEIT.)

Punkt 3.

Damit biegt Seehofer auf den letzten Metern dann doch in die Kurve ein, die an die bekannte Streckenführung der Leitkulturdebatte erinnert, an die Warnungen vor Parallelgesellschaften und vor integrationsunwilligen Zuwanderern.

Aber kann es anders sein? Wer den Rechtspopulisten den Heimatbegriff entwinden will, muss sich wenigstens in der Asymptote deren politischen Koordinaten nähern.

Aber im Wesentlichen hält er auf Abstand; um seinen toleranten Heimatbegriff anschaulich zu machen, nennt Seehofer den türkischstämmigen Kabarettisten Django Asül als schönes Beispiel einer heimatprägenden Gestalt im niederbayerischen Raum.

Damit hat er die deutschnationalen Fanatiker schon einmal als Adressaten seines Heimatbegriffs ausgeschlossen.

Mehr ist von der CSU nicht zu verlangen; es ist schon allerhand.

Das sehe ich anders.

Die CSU hetzt ihre eigenen Mitglieder und Wähler auf und orbanisiert sich. Was ankommt bei den Bürgern ist: knallharter rechtspopulistischer spalterischer autoritärer Kampf gegen den angeblichen Untergang der traditionellen Verhältnisse, gegen den angeblichen Untergang der Heimat.

Seehofer möchte die vielen Christen und Liberalkonservativen in der CSU, nicht verlieren.

Aber vor allem andocken bei den Rechtspopulisten.

Einer Orbanisierung der CSU steht er nicht entgegen. Er selber hat Orban und damit die “antiliberale Demokratie”eingeladen und beweihräuchert.

Aber anders als viele auf der eher linken Seite des politischen Spektrums bestehe auch ich auf Heimat. Wie gesagt, ich bin ein Heimat-Mensch. Nur eben, dass bei mir Heimat grundsätzlich veränderlich und offen für die Aufnahme von Fremden und von Fremdem ist.

Ich überlasse den Rechten den Heimat-Begriff nicht.

Fortsetzung morgen

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