Siemens contra AfD

wirtschaftHinter der Politik relativ offener Grenzen, hinter der Politik der Einwanderungsgesellschaft steht die deutsche Wirtschaft.

Angela Merkel exekutiert diese Politik – für die Wirtschaft.

Die Wirtschaft braucht die Einwanderung. Also auch die multikulturelle Gesellschaft und die Willkommenskultur.

Überall dort, wo die deutsche Wirtschaft floriert, ist der Migrantenanteil besonders hoch. Fast überall, wo sie stagniert und die Gegend mit Subventionen gepäppelt werden muss, ist er besonders niedrig.

Deutschland verdient sein BSP vor allem dort, wo es auch viele Migranten gibt. Mit Hilfe der vielen Einwanderer.

Jetzt setzt die Wirtschaft ein Signal gegen den Rechtspopulismus.

AfD-Weidel im Bundestag:

„Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“

Siemens-Chef Joe Kaeser twittert dagegen:

Lieber „Kopftuch-Mädel“ als „Bund Deutscher Mädel“.
Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt.

Deutschland braucht global offene Grenzen. Deutschland braucht Einwanderung, und nicht zu knapp.

Woraus folgt: Deutschland braucht Multikulturalität und Willkommenskultur.

Dass sie funktionieren kann und wie, das zeigen multikulturelle Städte wie München oder Stuttgart und tausend kleinere wirtschaftsstarke Städte in Deutschland.

Geschenkt: Burkas und “Messermänner” brauchen wir nicht. Auch keine vagabundierenden Machos aus Marokko, um noch eine Negativerscheinung anzufügen. Es gibt einen problematischen Rand.

Weidel macht, was die Nazi-Propaganda gegen die Juden gemacht hat. Sie greift sich ein paar tatsächliche Negativpunkte heraus, bauscht sie auf, verallgemeinert sie …

Weidel hetzt – zum Schaden Deutschlands.

Der deutschen Wirtschaft ist ein “Mädel mit Kopftuch” lieber als ein deutschnationalbegeistertes.

Wie undeutsch!

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Nun ja, ausgerechnet hier Joe Kaeser als Gewährsmann aufzuführen ist nicht das beste Argument.

  2. Warum nicht?

  3. Korbinian meint:

    Ein klassischer Vertreter des Shareholder Value der sich mittlerweile bei vielen Siemensianern verhasst ist.

  4. Jetzt brauchen wir schon die Spitzenmanager der großen Konzerne, um Deutschland gegen die rechten Hassprediger zu verteidigen. Traurig.

  5. Korbinian,
    also ist Joe Kaeser ein typischer und authentischer Vertreter der Kapitalistenklasse.

    Das ist ja nun auch mein Punkt: Die Kapitalisten – freundlicher ausgedrückt: die Unternehmer, die Chefs der multinationalen Konzerne im besonderen – sind es, die die Politik der relativ offenen Grenzen, die Politik der Einwanderungsgesellschaft durchsetzen.

    SIE haben die Macht dazu.
    Nicht WIR, die Grünen oder Linken.

    Was möchte die AfD?
    Warum greift sie nicht diejenigen an, die die von ihr aggressiv abgelehnte Politik durchsetzen?

    Die deutsche Wirtschaft spielt im globalen Wirtschaftsspiel erfolgreich mit. Das soll sie doch auch, oder? Dazu gehört auch der Aufbau eines internationalen Arbeitsmarktes. So liegen die Interessen der exportorientierten Firmen, der Firmen, die sich angesichts der internationalen Konkurrenz behaupten müssen. Kaesers Punkt!

    Man kann es als Kapitalist auch anders machen, nämlich korrupt: Profite dadurch erwirtschaften, dass man sich an einen Großen Charismatischen Führer hängt, der sie mittels Staatsmacht für ihre Loyalität belohnt. Siehe Ungarn, Türkei, Russland. Das ist aber kaum ein Modell, das der Wirtschaft des ganzen Landes zugutekommt. Die Wirtschaftsgrößen werden in diesem Modell zu einer Art Vampire, die das Land aussaugen. – Ich nehme an, Putin ist auch deshalb bei der AfD so beliebt, weil seun Regime dieses für Rechtspopulisten attraktive Wirtschaftsmodell verkörpert: Dann können Wirtschaft und reaktionäre, autoritäre, xenophobe Politik Hand in Hand gehen.

    Als Grüner, Linker und Sozialist habe ich mit dem Kapital immerhin den globalen Ansatz gemeinsam. Die Kapitalisten allerdings im ausbeuterischen Sinne; ich im sozialistischen Sinne.

    Um die globale Perspektive kommt heute keiner herum, der einigermaßen umsichtig die Realitäten in Betracht zieht.

    Für BINÄRE Gehirne ist mein Standpunkt kaum verständlich. Für die gibt es nur die platte zweidimensionale Achse Freund – Feind (mit ein paar Grautönen dazwischen). Bin ich gegen Amerika, muss ich irgendwie für Russland sein, zum Beispiel.

    Ich sehe die Verhältnisse sozusagen im Dreieck – dreidimensional. Der Feind meines Feinds kann immer noch mein Feind sein.

  6. Robert,

    ich hoffe sehr, dass die Spitzenmanager der großen Konzerne endlich aufwachen und merken, was mit der AfD und mit einer sich orbanisierenden CSU Deutschland und der deutschen Wirtschaft droht.

    Als ab September 2015 die vielen Flüchtlinge auf der Balkanroute an Deutschlands Grenze aufgetaucht sind, haben ihre Vertreter und Sprecher in den großen Medien engagiert für die offenen Grenzen und die Integrationsbereitschaft plädiert. Dafür bin ich ihnen bis heute dankbar.

    Auch wenn mir klar ist, dass ihr Verhältnis zu der Ware Arbeitskraft primär ein ausbeuterisches ist.

    Siehe meine Antwort auf Korbinian.

  7. Putschdämon meint:

    Leo, hier gehts den Konzernen natürlich auch darum, sich auf billige Weise selbst zu adeln. Wir haben die Situation, dass heute globalistische Positionen die Funktion haben, die früher von der angeblichen Liebe zu Volk und Vaterland, Krone, Staatsreligion erfüllt wurde. Im Prinzip ein Treueeid auf die Kanzlerin und die Moral der herrschenden Elite, um sich “beliebt zu machen”.

  8. Das Interessante ist doch:

    IHR – also all die Xenophoben, Flüchtlingsparanoiker, etc. – IHR wütet gegen links, während es eben nicht die Linken sind, die die Grenzen relativ offen halten und die Einwanderungsgesellschaft etabliert haben, sondern die Wirtschaft.

    Nun sagst du ganz richtig, die Wirtschaft tut das aus Wirtschaftsgründen. Profitinteresse.

    So ist das.

    Aber DA hätte nun eine seriöse Kritik eurerseits anzusetzen.

    Tut es aber nicht.

    Die AfD, die Rechtspopulisten, aber auch du und Falstaff und Korbinian, ihr ignoriert konsequent die Ursachen hinter der deutschen und europäischen Grenz- und Einwanderungspolitik.

    Damit hängt zusammen, dass ihr keinen Sinn, keinen Blick habt für die strukturellen Folgen der permanenten technologischen Revolutionen. Wie sie uns alle auf diesem Globus zu Nachbarn macht. Wie sie uns eng vernetzt. Wie dies neue politische Überlegungen, neue angemessene Institutionen nahelegt.

    Unsere Firmen, zum Beispiel, BRAUCHEN den globalen Arbeitsmarkt. Wer sie von ihm abzuschneiden versucht, schadet ihnen – und in diesem Fall dann eben auch der Volkswirtschaft insgesamt.

    Wir können uns über die Grenzen der Flüchtlingszuwanderung unterhalten. Ich bin da offen. Auch kompromissbereit.

    Was ich nicht akzeptiere, ist
    - die Hetze gegen Flüchtlinge (und dass man so tut, als ob sie ein großes Sicherheitsproblem darstellen würden und als ob die Kosten untragbar wären)
    - das Ignorieren der globalen Vernetzung und deren Folgen
    - das Ausklammern der Rolle der deutschen Wirtschaft bei der deutschen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik.

    Es wär ja nun schön, wenn du auf genau diese drei Punkte mal umsichtig und informiert eingehen würdest.

    - Wie behandelt man MENSCHEN, wenn man ihnen Schaden zufügen MUSS?
    - Welche Folgen hat die technologisch vorangetriebene Globalisierung für die Nationalstaaten?
    - Welche Rolle spielen die Interessen der deutschen Wirtschaft für die Fragen der Einwanderung, Flüchtlingspolitik, Multikulturalität?

    Mein Eindruck ist: Die Xenophoben wollen einfach nur hetzen, hetzen, hetzen. Sie picken sich mal hier, mal da ein Informationsteilchen heraus, das ihnen grade zum Hetzen passt, aber an einer rationalen Gesamtsicht der Problematik haben sie keinerlei Interesse. Nachdenken stört beim Hassen. Reflexion behindert die Leidenschaft. Es sind aber besonders diese Wutgefühle, die GENUSS bringen. Wie eine Droge ist sie, diese Wut.

    Fällt dir nicht auch auf, dass von der rechten Seite immer nur
    Wutausbrüche kommen, garniert mit punktuellen Informationspartikelchen,
    aber keine Gesamtanalyse?

    Kennst du EINEN migrationskritischen Autor, Buchautor oder Journalist, der mal systematisch die Interessenlage der Wirtschaft in Bezug auf die Entwicklung eines globalen Arbeitsmarktes untersucht hat?

    Kennst du EINEN flüchtlingskritischen Autor, der mal überlegt, wie wir Artikel 1 GG (Die Würde DES MENSCHEN ist unantastbar) in Verbindung zu bringen versucht mit der systematisch erzeugten Hetzstimmung gegen Flüchtlinge? (Es ist ein Unterschied, ob man einen Flüchtling in sein Heimatland zurückzwingt oder ob man ihn pauschal zum Feind und Kriminellen erklärt und wütend bespuckt.)

    Da liegt ein Problem für dich und Falstaff: Ihr habt keine seriösen Vordenker, an denen ihr eure – in der Sache bedenkenswerten! – Einwände orientieren könnt. Die Autoren, auf die ihr euch stützen könnt, leiden alle unter einer obsessiven Blickverengung. Sie bemühen sich nicht, das Gesamtbild zu betrachten. Sie lassen einfach mal 99% der Realität außen vor, um dann in ihrer Obsession schwelgen zu können.

    Die Frage ist: Wie gehen wir (die Menschheit im allgemeinen, die Deutschen im besonderen) um mit den realen Gegebenheiten, die wir unter dem Begriff Globalisierung zusammenfassen können? (Also mit der permanenten technologischen Revolution und ihren Folgen für die Wirtschaft und die Finanzen, die Kommunikation, die Kultur, die Ökologie, die politischen Institutionen …)

    Putschdämon und Falstaff,
    ist diese Frage zu groß für euch?

    (Der Text kommt, leicht überarbeitet, als Artikel. Bitte antwortet DORT!)

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