Deutschland wird sicherer. – Woher kommt die Angst? (2)

theorie(Zitat: Spiegel-Kommentator Thomas Fricke – Fortsetzung.)

Rund jeder zweite der am stärksten Verbitterten wütet gegen Zuwanderung. Bei denen, die über ihr eigenes Dasein wenig verbittert sind, ist der Anteil nicht einmal halb so hoch.

Die Ergebnisse bestätigen, was andere Studien in jüngster Zeit bereits andeuteten: etwa, dass Leute besonders oft Probleme mit Ausländern äußern, wenn sie zugleich das Gefühl haben, gegenüber Freunden und Verwandten persönlich schlechter abzuschneiden.

Wenn es wirklich jenes Gefühl ist, nicht das zu bekommen, was man verdient, könnte das erklären, warum nicht nur Arbeitslose und Arme die AfD oder Donald Trump wählen. Sondern (auch oder eher) Leute, die Angst haben, aus der Mittelschicht abzustürzen.

Nach den Auswertungen von Poutvaara und Steinhardt nimmt der kollektive Hang zur Sorge vor Einwanderung immer dann zu, wenn die Verbitterung im Land zunimmt. Und laut anderen Studien gibt es gerade in Regionen, in denen die Globalisierung zu besonders heftigen Umbrüchen geführt hat, besonders viele Rechtswähler.

Wodurch entsteht diese Verbitterung?

Anmerkung:

Man sehe nach Ostdeutschland. Dort, wo es kaum Ausländer, kaum Einwanderer gibt, aber zugleich die Wirtschaft schwach ist und die dynamischen unter den Leuten eher abwandern, ist die Erbitterung über die Globalisierung am größten.

Man fühlt sich abgehängt, und objektiv IST man auch abgehängt.

Allerdings verstärkt man dort das Abgehängtsein noch mittels deutschnationaler Reaktion und Xenophobie.

Dort, wo Deutschland ökonomisch gut funktioniert, sind erstens die Migrantenzahlen hoch und ist zweitens der AfD-Anteil deutlich geringer.

Fortsetzung morgen!

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