Anknüpfen an die autoritäre und völkische Politik des Nationalsozialismus

deutschlandWill man Deutschland ethnisch säubern, muss man im kollektiven Bewusstsein die Katastrophe des Nationalsozialismus aus dem Weg räumen.

Will man in Deutschland wieder völkische und autoritäre Politik machen, muss man das Gedächtnis der Katastrophe des Nationalsozialismus aus dem Weg räumen.

AfD-Nazi Höcke macht das konsequent.

AfD-Häuptling Gauland schließt sich an:

die Zeit des Nationalsozialismus sei doch nur ein „Vogelschiss“ in den tausend Jahren deutscher Geschichte.

„Vogelschiss ist das, was ich von der Nazi-Zeit halte“, zitierte der Fraktionssprecher Gauland auf Twitter. „Quantitativ auf die rund tausend Jahre deutsche Geschichte gesehen. Inhaltlich sowieso.“ Wer dies missverstehe, „will auch der AfD schaden“.

FAZ

Mal abgesehen davon, dass auch der Dreißigjährige Krieg (1618-48) kaum als “Vogelschiss” bezeichnet werden könnte …

  • 50 Millionen Tote, weil das Deutsche Reich in den Eroberungskrieg zieht
  • Holocaust und andere Völkermorde kommen dazu
  • am Ende ist u. a. auch Deutschland völlig ruiniert
  • und dies geschieht in der Generation meines Vaters und Großvaters, ist historisch so nah, dass es das Bewusstsein unserer Nachbarn nachwievor bannt

Die massive und grobe historische Relativierung hat einen politischen Zweck.

Den selben wie die Entmenschlichung der Flüchtlinge im öffentlichen Gespräch oder die Anlehnung an Putin.

Es geht letztlich darum, die ethnische Säuberung Deutschlands möglich zu machen.

Dass dies Krieg im Innern bedeuten würde und wirtschaftlich-soziale Verelendung, dass es auch auf Kosten der Demokratie ginge, das verdrängen die völkisch Denkenden in ihrer Obsession.

Deutschland floriert dort, wo der Anteil der Einwanderer hoch ist. Und sicherer vor Kriminalität als jetzt war das Leben in Deutschland auch noch nie.

Nun merken wir auch noch an Italien, wie der jeweilige Nationalpopulismus im “Europa der Vaterländer” auf Deutschlandfeindlichkeit hinauslaufen wird.

Kommentare

  1. In Deutschland gibt es eine tausendjährige Geschichte der Judenfeindlichkeit, Judenverfolgung und Pogrome. Das kann man einfach nachlesen, wenn man will.

    Der Nationalsozialismus war nur der Endpunkt, auf der einen Seite, von 1000 Jahren Judenfeindlichkeit, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Form des Antisemitismus professionalisiert hat, und auf der anderen Seite von 125 Jahren Nationalismus, der sich nach der napoleonischen Zeit entwickelt hat.

    Interessant zu wissen wäre, ob Gauland mit der Behauptung in Wahrheit verschlüsselt gemeint hat, die moderne Auseinandersetzung aufzuhören habe, weil es ja eigentlich unwichtig sei.

    Das heutige Verhältnis zum Nationalsozialismus gehört zu einem der Grundpfeiler der Deutschen Identität. Will Gauland den Grundpfeiler einreißen, weil er der Deutschen Identität feindlich gegenübersteht?

    Grundsätzlich muss das Ziel verfolgt werden, dass der Nationalsozialismus in Deutschland nicht relevanter werden darf, wie Gauland es beschreibt.

    Man muss aber trennen zwischen der politischen Ideologie und der Auseinandersetzung mit dieser Ideologie. Die Auseinandersetzung muss natürlich erheblich gefördert werden und immer Teil der politischen Bildung der Staatsbürger dieses Landes sein.

  2. Frank Berghaus meint:

    @Leo:

    Hast du vor, auf die völlig undiplomatischen Ausfälle des amerikanischen Botschafters Grenell, diesem “rechtsextremen Kolonialoffizier” (Schulz), einzugehen? Das wäre doch einen Artikel wert.

  3. Diese krasse Parteinahme eines US-Botschafters GEGEN Regierung und parlamentatische Mehrheit in Deutschland bzw. Europa war schon bemerkenswert.

    Schade, dass Berlin nicht dem Vorschlag von Wagenknecht folgen wird, den US-Undiplomaten auszuweisen.

    Ein sozusagen ironischer Aspekt ist: Grenell möchte, dass entschieden anti-amerikanische und von Putin unterstützte, russlandorientierte politische Kräfte in Europa stärken … Ob DAS im Interesse der USA liegt? (Nun ja, wir wissen, Trump ist Putins Mann in Washington …)

    Ein weniger ironischer Aspekt ist, dass CDU-Hoffungsträger und Minister Spahn diesem Grenell beisteht. Ich hoffe, Spahn wird da einmal journalistisch herausgefordert. Steht er für die “Orbanisierung” der CDU? Orban ist allerdings ein Putin-Fan und Russland-Apologet, genauso wie Strache in Wien. Dem ja nun der dortige Kanzler politisch nahe steht und der von Grenell zum Rockstar befördert worden ist.

    Indirekt hat das alles dann auch mit dem Migrationsthema zu tun: Unsere Rechtspopulisten und Xenophoben scharen sich hinter jedem und allem, was irgendwie gegen Flüchtlinge und Einwanderung steht. Politiker dürfen ihnen durchaus rechtsradikal und idiotisch und unanständig und braun und autoritär kommen, wenn sie nur der xenophoben Obsession ihren Zoll zahlen.

  4. Von einem “Nix” finde ich im Spam folgenden Beitrag:

    Die BRD-Identität will der Höcke einreißen, damit antideutsche Faschisten, zweibeinige Scheiße mit Brille und Bart, nicht weiterlügen können. Dabei ist der Höcke, dieser Gimpel, doch viel zu sanft.

    Die antideutsche Ideologie der Gegner Höckes gehört mit allen Mitteln bekämpft, niedergerungen, gefoltert, and die Wand genagelt und dann wird ihr das Bellen beigebracht: mit Benzin übergießen, Feuerzeug dran …
    WUFFFF!

    Nur die Ideologie natürlich.

    Leute gibt’s!

    Nur die Ideologie natürlich.

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