CSU contra CDU. Dem Bruch entgegen.

rechtsDie Entscheidung ist hinausgeschoben, wir warten.

Aus der CSU hört man zweierlei:

Die CSU-Vertreter unterhalb der Regierungsebene beteuern fast einhellig, dass man natürlich natürlich Angela Merkel nicht stürzen wolle.

Die CSU-Vertreter auf Regierungsebene (Seehofer, Dobrindt, Söder) tun, was sie können, um die Bundeskanzlerin und ihre Koalition kaputt zu machen.

Da ist vor allem das Ultimatum. = Ein Streben nach dem Bruch. Jedenfalls  eine Unverschämtheit, die eine harte Gegenreaktion herausfordert und entweder gleich oder etwas später zum Bruch führen wird.

Da ist nun auch noch der offene Angriff auf Merkels Kooperation mit Macron in der europäischen Finanzpolitik. Auch hier will die CSU – ohne Rücksicht auf die anderen in der Koalition – den eigenen Kurs knallhart durchsetzen.

Die CSU ist Opposition in der Regierung. Keine Regierung hält das aus.

Der Schluss liegt nahe: Die CSU will den Bruch.

Eine Umfrage dürfte sie darin bestätigen:

Gefragt, ob es gut wäre, eine bundesweite CSU zu haben, äußern sich die Bundesbürger so:

  • 45% sagen: ja, unbedingt!
  • Weitere 17-18% sagen: eher ja.

Das wären ca. 60%.

Die CSU könnte dann zur zweitstärksten Partei in Deutschland werden. 18%, meinen einige Demoskopen. Aber wohin gehen dann die vielen liberal-konservativen CSU-Anhänger? Wollen sie eine Dobrindt-Orban-CSU?

Ich halte den Bruch in diesem Jahr für eher wahrscheinlich als einen weiteres Bündnis.

Es ist nicht sicher. Es kann sehr gut auch anders kommen. Angela Merkel kann zurücktreten (und Schäuble Platz machen), oder sie kann klein beigeben und damit zur lame duck werden. Was sie wohl kaum mit sich machen lassen wird.

Oder die CSU wird den bevorstehenden EU-Flüchtlingsgipfel zu einem momentanen Einlenken nutzen und so tun, als ob das Ergebnis dort ganz ihrem Vorpreschen zu verdanken sei.

Gut für die AfD ist dieser Kampf auf jeden Fall. Beide Unionsparteien verlieren dabei. Nach der letzten Umfrage liegt die CSU in Bayern jetzt bei nur noch 36%.

Weiter so?

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Die liberal-konservativen CSU-ler gehen zur CDU. Die neue CSU sammelt noch mehr als die Hälfte der AfD-Wähler ein und die AfD klebt mittelfristig an der 5%-Hürde.

  2. Korbinian,
    da es sich die deutsche Wirtschaft nicht leisten kann, voll nationale bornierte Abschottungspolitik zu machen, wird auch die CSU als Wirtschaftspartei nie weit genug gehen, um den Wünschen der Xenophoben und Rechtspopulisten hinreichend entgegenkommen zu können.

    Die Flüchtlingsfrage ist nur ein Einstieg. Worum es geht, ist eine Utopie – die nostalgisch reaktionär romantisch autoritär ist: Irgendwie soll das Rad der Geschichte zurückgedreht, die Gute Alte Nationale Zeit wieder zurückgewonnen werden.

    Ich nehme also an, die CSU wird mittelfristig Opfer ihrer eigenen Strategie werden.

    Die Rechtspopulisten und AfDler ebenso wie die CSU-Rechspopulisten wissen nicht so genau, was sie tun. Man fährt halt mal auf kurze Sicht.

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