Gehen wir in die Offensive!

rechtsAngriff ist die beste Verteidigung. Das gilt nicht unbedingt in jedem Fall, aber in der Regel. Und es ersetzt nicht eine starke Defensive. (Wie die Erfahrung des Fußballs zeigt.)

Also bleibe ich nicht defensiv. Ich suche immer den Gegenangriff.

Das sind Rechtspopulisten nicht gewöhnt. Sie sehen sich beleidigt.

Ich erläutere es am Fall der Kriminalität

und beginne mit der Verteidigung:

Da ist zum einen das Faktum, dass die Kriminalstatistik einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Ausländerkriminalität ausweist. Schluss daraus: Ausländer sind besonders kriminell – und damit besonders gefährlich.

Nun korrigieren Polizei und Kriminalwissenschaft dieses Faktum und diesen Schluss selbst. Ich will es an dieser Stelle nicht wiederholen, es steht tausendmal in Artikeln und auf den Diskussionsseiten dieses Blogs. Relativ hohe Kriminalität ist weniger eine Frage der Herkunft, sondern männlich – jung – Unterschicht. Wo es kaum Ausländer gibt, ist dann die Unterschicht eben “biodeutsch” – und genauso relativ kriminell.

Resultat:

(a) München mit über 40% Migrantenanteil und mit inzwischen fast 30% Ausländeranteil ist nicht unsicherer als Dresden, Halle, Magdeburg, Chemnitz etc.. Auch das zeigt die Kriminalstatistik als Faktum.

(b) Der Anteil der Ausländer in Deutschland ist gestiegen – die Kriminalität hingegen nicht, sie ist sogar etwas zurückgegangen.

Soweit die Verteidigung.

Nun der Angriff:

1

Wie kommt es, dass die Rechtspopulisten hemmungslos die Lüge verbreiten, Deutschland sei heute weniger sicher als früher, ja, Deutschland werden überrollt von einer Welle der Kriminalität, verübt durch Ausländer?

Auch Trump – Trump!! – hat uns das kürzlich vorgehalten.

Es ist eine Lügen- und Hetzkampagne, Betrug an der Öffentlichkeit.

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Mein Angriff geht auch gegen die Bürger selbst: Wie kommt es, dass sie sich dermaßen verhetzen lassen? Viele Bürger lassen sich hysterisieren – warum?

3

Ich verweise auf unsere historischen Erfahrungen: auf den Antisemitismus und seine Funktion als Entlastung: die Juden als Prügelknaben und Sündenbock. Die Deutschen waren gestresst und brauchten Aggressionsabfuhr …

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Diesen Angriff ergänze ich mit dem Begriff der Stürmer-Strategie. Woche für Woche hat Streichers Stürmer der deutschen Öffentlichkeit die aktuellen Untaten der Juden in Deutschland nahe gebracht. Das Blatt hatte kein anderes Thema. Die Juden sind DIE Gefahr – und das beweist der Stürmer, indem er Beispiele aneinanderreiht, Beispiele in Reportagen entfaltet, Beispiele kommentiert. Beispiele, Beispiele, Beispiele. Der Eindruck auf den Leser ist dann überwältigend: Ja, die Juden sind unser Unglück!

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Selbst wenn ein xenophober Typ weiß oder wenigstens ahnt, dass das Kriminalitätsargument nicht sticht, so ist es doch praktisch, nämlich hilfreich; er möchte darumn nicht darauf verzichten.  Seinem Feind darf man auch mal in den Unterleib treten.

6

Menschen sind Stammestiere. Wir brauchen für uns eine Stammeszugehörigkeit. Die Meinung des Stammes ist dann für uns verbindlich – egal wie abwegig sie sein mag. Wenn meine Stammesangehörigen meinen, die Ausländer würden Deutschland brutal unsicher machen, dann muss ich diese Meinung vertreten und am besten auch für überzeugend halten – sonst gehöre ich nicht mehr dazu.

- Wie sieht es mit UNSEREM Stamm aus? Funktioniert er genauso borniert? – Seine Stärke und Schwäche liegt in der Offenheit. Dem Anspruch auf Rationalität, Sachlichkeit, Faktentreue. Der Lernbereitschaft und Lernfähigkeit.

7

Ich erlaube mir schließlich noch eine Schlussfolgerung: Setzen sich die Hetzer durch, wird es zu Aktionen ethnischer Säuberung kommen.

Setzen sich diejenigen durch, die solche Hetzkampagnen betreiben, sterben in Deutschland Rechtsstaat, Demokratie und Zivilität. Stirbt auch die Basis-Rationalität, die Deutschland alles in allem relativ effizient und erfolgreich macht. Deutschland wird dann Trump-Land.

Deutschland würde dann wieder anknüpfen an den Horror der faschistischen 12 Jahre.

Schlusswort dazu:

Unsere Medien und unsere Politiker bleiben leider im Verteidigungsmodus. Und nicht einmal der wird voll entfaltet. Allenfalls kommt es hier und da zum Ausbruch von Empörung, wenn mal wieder einer von der braunen Seite her provoziert. Empörung ist noch kein Gegenangriff.

Es wird Zeit, dass wir in den Angriffsmodus umschalten.

“Die Flüchtlinge machen uns arm!”

Das wäre ein zweites Thema für Defensive und Offensive. Darauf komme ich zurück.

Kommentare

  1. Wolfgang meint:

    Als der Faschismus wiederkehrte, hat er gesagt:
    Hallo, ich bins, der Faschismus.

    Und alle so: Nee, kann nicht sein.
    Wir hatten doch Geschichtsunterricht!

  2. Putschdämon meint:

    @Wolfgang
    Ne, er sagte, clever wie er war: “Ich bins, der Antifaschismus”

    Und alle so: “Dolle Sache, jetzt sind wir die Guten.”

  3. Frank Berghaus meint:

    Mit einer Milion Ausländern kann ich gut leben

    Mit sechs Millionen AfD-Wählern fällt mir das schwer.

  4. @Putschdämon

    ALLE Menschen denken, dass sie zu den Guten gehören. So funktioniert unser Gehirn.
    Ich nehme es niemand übel, dass er denkt, er gehöre zu den Guten. Man kann nicht anders denken, es sei denn, man wäre geistig krank.

    Aber zu denken, dass man zu den Guten gehört, und wirklich zu den Guten zu gehören, ist nicht das Gleiche. Schwierig, jetzt dafür objektive Kriterien zu finden.

    Da kann man dann nur Vorschläge machen, Hypothesen aufstellen – immer mit dem Bewusstsein, dass man sich dabei in unsicherem Gelände bewegt. Aber auch das gehört zu unserem Gehirn: Wir versuchen, nicht nur subjektiv aus dem Bauch heraus, blind spontan zu urteilen, sondern aus kritischer Distanz, auch auch selbstkritischer Distanz herauszufinden, was objektiv gut ist.

    Darum, Putschdämon, geht es in der Debatte hier auf dem Blog.

    Nicht um Moralismus, nicht um moralisches Spontitum, sondern um die Frage, was gut für die Menschen, gut für die Menschheit ist. Denn die Menschheit dürfte doch wohl unser wichtigster Bezug sein, oder?

    Da haben dann diejenigen, die von vorne herein nur DAS GUTE FÜR DIE DEUTSCHEN im Blick haben, schlechte Karten.

    Ich bezweifle, dass gut für Deutschland und die Deutschen ist, was schlecht für die Menscheit ist.

    Ich möchte das, was objektiv gut für UNS ist, nicht engstirnig national zu bestimmen versuchen. Denn zuallererst und hauptsächlich bin ich Mensch, nicht Deutscher. Das bin ich auch – und gern – und nicht ohne Selbstbewusstsein und nicht ohne deutsche Kulturkompetenz, aber dieses Deutschsein kommt DANACH. Es ist zweitrangig. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel.

    Meinst du, ein nachdenklicher Blick auf die deutsche Geschichte, ein Einbeziehen der deutschen historischen Erfahrungen sei fehl am Platze?

    Manche, wie Putschdämon, merken, dass sie mit ihrer xenophoben Haltung der Aufklärung, der Menschenwürde, der Rationalität eine Absage erteilen. Das macht sie dann extra sauer – und sie werfen dann jemand wie mir vor, den Gutmenschen zu spielen.

    Wo sie doch sicher sind, dass es das Beste für uns alle wäre, wenn wir jetzt HART und ABWEISEND zu den Flüchtlingen und Einwanderungswilligen wären und auch deren Leiden, sogar deren eventuellen Tod in kauf nehmen müssten.

    Also, Seehofer und Gauland und Putschdämon opfern ihre menschliche Ehre tapfer und großzügig im wahren Interesse Deutschlands, das in der weitgehenden Abschottung liege. Sie ertragen es tapfer, als Unmenschen hingestellt zu werden, wohl wissend, dass sie heroisch das wahre Interesse Deutschlands vertreten, das eben in der Grenzschließung und Renationalisierung liege.

    Da liegt es aber nicht. Das, so meine ich, habe ich in meinen Artikeln und Diskussionsbeiträgen einigermaßen plausibel machen können.

    Und über diese Interpretation der Wirklichkeit und Interpretation unserer Interessen möchte ich streiten, nicht über Moral.

  5. Putschdämon meint:

    Leo, du hast keine Kinder oder?

  6. Neffen und Nichten.

    Die mit den Einwandererkindern und der Multikulturalität wohl weniger Probleme haben als du.

  7. Putschdämon meint:

    Habe ich mir gedacht, die Kinderlosigkeit. Und es geht eher darum (du willst diesen Prozess ja nicht gestoppt sehen), wie die Folgegeneration deiner Neffen und Nichten sich damit auseinandersetzen müssen wird, dass ihr Heimatland von sich als ethnisch definierenden Männerbünden beansprucht werden wird. Ich bin historisch und anthropologisch genug bewandert, um zu wissen, dass diese Entwicklung eintreten wird, darauf läuft die “Multikulturalisierung” zwangsläufig hinaus.

  8. Schmarrn. Die gewöhnen sich schnell an die Gleichberechtigung der Frau. Denn die Hälfte von ihnen sind Frauen, und die sorgen auch von sich aus dafür.

    Schau dir nur mal ein Münchner Gymnasium an. Mehr weibliche als männliche Schüler. Und von wegen weiblicher Unterwerfung!

    Ich frage mich, wie du auf deine Prognose kommst. Diejenigen Migranten der ersten Generation, die sich an die Emanzipation der Frau nicht gewöhnen können, gibt es schon auch, und sie sind auch ein Problem, aber nur ein kleines und eins, das im Laufe von ein oder zwei Generationen in der Sonne der emanzipierten Kultur schmilzt wie Schnee.

    Immerhin, jetzt hast du mal die üblichen Ablenkungen beiseite gelassen – den angeblichen Schaden für unsere Wirtschaft; von der dummdreisten Behauptung, die Einwanderer würden Deutschlands Sicherheit gefährden, hast du ohnehin bisher nicht gesprochen.

    Jetzt ist es also die Frau und ihre Gleichberechtigung. Wo um Gottes Willen gibt es in Deutschland einen Trend zurück? Doch eigentlich nur in Kreisen der Rechtspopulisten. Wenn überhaupt.

    Die konservativen Muslime verlieren den Großteil ihrer hier aufwachsenden Mädchen an die Emanzipation. Sehr zum Leidwesen so mancher Jungs … Die haben aber hierzulande keine Zukunft.

    Es gibt noch einen Grund, warum ich in diesem Punkt (der Emanzipation) nicht schwarz sehe: die Wirtschaft. Der Trend geht eindeutig in Richtung volle Emazipation in allen Bereichen, in allen Winkeln, auf allen Levels … Diesem Trend kommt niemand aus, weder in den Sphären der Vorstände noch in den Sphären der Einwanderer.

    Frauen arbeiten im Durchschnitt besser als Männer. Und auf gute Arbeit legt die Wirtschaft wert. Frauen haben also bei uns alles in allem eher bessere Karten als Männer. Man sieht es schon in unseren Gymnasien und Universitäten. Bald wird es auch auf den Kommandohöhen durchschlagen. Könnte sein, dass es dann bald eher die Männer sind, die sich um die Gleichberechtigung Sorgen machen müssen. Aber soweit ist es noch nicht, ich selber werde es nicht erleben. Mir bleibt der volle Genuss der erfolgreichen Emanzipation der Frau.

  9. Impuls meint:

    Putschdämon sprach nicht von Gleichberechtigung, sondern davon, dass ethnische Gruppierungen versuchen werden, dass Vorrecht in Deutschland zu erlegen. Den größeren Gruppen unter ihnen könnte das durchaus gelingen und ist es im kleinen Rahmen bereits sogar – siehe defacto rechtsfreie Räume in Berlin und anderen Metropolen.

    Brux, Du bist und bleibst ein Träumer. Man kann nur hoffen, dass Du zu Lebzeiten nochmal richtig schön hart in der Realität aufschlagen wirst. Möglichst außerhalb Deines “tollen” Münchens.

  10. Impuls meint:

    Korrektur: Sollte natürlich “zu erlangen” heißen, nicht “erlegen”.

  11. Impuls meint:

    “Mir bleibt der volle Genuss der erfolgreichen Emanzipation der Frau.”

    Der volle Genuss – wie das klingt.

    Als ob Dich eine ranlassen würde :P :P

  12. Putschdämon meint:

    Nicht bloß Gleichberechtigung der Frau. Du weißt so gut wie ich, dass es in der Geschichte des Menschen IMMER um die Herrschaft über Territorium, mit den damit verbundenden Ressourcen ging.

    Ein kinderloser Münchner aus einer saturierten Generation, aufgewachsen in einem nicht selbst hervorgebrachten oder erkämpften Frieden und Wohlstand mag diese harten facts of life für überflüssig halten. Es wird aber immer “Männerbünde” (sprich, Milizen, Machtgruppen, Kollektive, Völker etc.) geben, die möglicherweise am Anfang, aus taktischen Gründen im Namen der “Menschheit” auftreten, aber in Wirklichkeit “ihre eigene Menschheit” meinen, also in unserem Falle dann Schwarzafrikaner, Türken, Moslems etc. Die haben nämlich Kinder und wollen dass diese für sich ein Territorium beherrschen, sie haben ethnische Interessen, auf Kosten deiner Ur-Neffen und -Nichten.

    Warum sollte das denn anders ausgehen als bei den indianischen Bewohnern Amerikas ?

  13. @ Impuls et al

    Letzten Beitrag von Impuls schalte ich natürlich gerne frei.
    Unser alter Bekannter outet sich mal wieder als Dreckschwein. (Es ist ungefähr das 10. Mal, dass er sich bloßstellt. Allerdings immer wieder unter anderem Namen.)

    Falstaff, Putschdämon – mit so einer Type sitzt ihr in einem und demselben Boot.

    Dass ethnische Gruppen in Deutschland Vorrechte erlangen, kann ich nicht sehen.

    Es gibt einige marginale Rücksichten, etwa bezpglich Juden und Muslimen.

    Es gibt – außer für die Geheimdienste – keine rechtsfreien Räume. Nicht einmal in Berlin.

    Es sei denn, man rechnet das, was Gangsterbanden schon immer, auch in der Guten Alten Zeit, als Rückzugsräume nutzen konnten, als rechtsfreien Raum. Solche Räume sind heute eher geschrumpft – und wachsen eher im staatlichen Bereich (Verfassungsschutz, BND) und im Finanzbereich.

    Aber vielleicht können wir als rechtsfreie Räume auch diejenigen Orte in Ostdeutschland nennen, in denen man sich als erkennbarer Ausländer nicht merh allein auf die Straße trauen kann.

  14. Putschdämon,

    meine Maßnahme gegen die Entwicklung, die du an die Wand malst, wäre dann: Mehr Einwanderung. Denn Einwanderung samt Integration vitalisieren ein Volk. Abschottung schwächt es – und macht es zum Opfer von Degeneration.

    Die Kinder und Kindeskinder der Einwanderer werden ganz überwiegend gute Deutsche. Wir sind ein ziemlich starkes, kulturvitales, ökonomisch vitales Volk – es gelingt uns, die allermeisten Einwanderer in der 2. und 3. Generation tatsächlich zu integrieren, zum Teil sogar zu assimilieren.

    Männerbünde – das ist ja dann wohl eher eine Gefahr, dass sich unsere Rechtsradikalen zu solchen zusammenschließen gegen die “Gefahren” der Emanzipation … Gut, dass sich diese ethnodeutschen Männerbünde nicht mit denen der Türken und Araber und Afrikaner zusammenschließen können. Und die können das auch nicht untereinander. Sie bleiben allesamt am Rande. Störend, oft auch kriminell, für Frauen gefährlich – aber alles in allem sinkt die Kriminalität weiter, solange die Wirtschaft blüht.

    Die Kriminalität wird steigen, wenn demnächst der Handelskrieg unsere Wirtschaft ins Straucheln bringt. Kriminalität ist kein ethnisches, sondern ein soziales Phänomen. Verwahrlosende Unterschicht wird kriminell. Nicht nur, aber hauptsächlich und statistisch messbar. Je ärmer, desto krimineller – das ist die Regel (die wie jede Regel ihre Ausnahmen hat).

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