Özils Ablenkungsmanöver

tuerkeiFür unsere Antwort auf Özils Beschwichtigungen und Ausreden und Gegenangriffe können wir Erdogan das Wort geben.

Nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat ein ausländischer Staatschef uns – Bundeskanzlerin, Politiker, Bürger – so hemmungslos beschimpft wie Erdogan.

Özil zeigt diesem Pöbler gegen Deutschland  demonstrativ seine VEREHRUNG. Huldigt ihm, leistet ihm Wahlkampfhilfe.

Wie gesagt, überlassen wir die Antwort Erdogan. Ich habe die Zitate letztes Jahr zusammengestellt. Hier drei zur Erinnerung:

Erdogan hatte am Sonntag in einer vom türkischen Fernsehen übertragenen Rede gesagt: „Merkel, nun benutzt du Nazi-Methoden“. Diese richteten sich „gegen meine Brüder, die in Deutschland leben, und gegen meine Minister und Abgeordneten, die dort zu Besuch sind“.

…Am Sonntag sagte Erdogan: „Wenn sie sich nicht schämen würden, glaubt mir, dann würden sie die Gaskammern und Konzentrationslager von Neuem auf die Tagesordnung setzen. Aber momentan trauen sie sich das noch nicht.“

Erdogan verwies unter anderem auf den Prozess um die NSU-Mordserie in München und sagte an die Adresse Deutschlands: „Ihr habt das noch immer nicht aufgeklärt. Ihr seid Faschisten, Faschisten.“

Rechnen wir die tausende von ähnlich bösartigen Attacken der Erdogan-Medien gegen uns dazu – die sich unsere Erdoganfans in Deutschland Tag für Tag gerne reinziehen. Erdogan steht für Hetze gegen den Westen, gegen Europa, gegen Deutschland.

DIESEN Pöbler Erdogan VEREHRT Özil.

DARUM bekommt er unsere Pfiffe zu hören.

Ergänzen wir: Auch weil Özil einen Diktator verehrt. Einen, der Menschen wie mich einsperren lässt.

Özil ist frei, dieses politische Monster zu verehren. Aber warum sollten wir uns mit Kritik zurückhalten? Warum sollten wir es einem Verehrer des Pöblers erlauben, in der Nationalmannschaft zu spielen?

Diejenigen, die auf das aktuelle Propagandamanöver hereinfallen, tun sich selbst und all den Türken in Deutschland und der Türkei, die zu Erdogans Opfern gehören, keinen Gefallen.

Özil wird nicht mehr für Deutschland spielen.

Kommentare

  1. Das ging schneller, als ich gedacht habe: Özil ziehst selbst die Konsequenz und tritt von der Nationalmannschaft zurück. Er kommt damit Löw und dem DFB zuvor. Und dem Pfeifkonzert der Stadionbesucher beim nächsten Länderspiel mit seinem Auftritt, falls es einen solchen nächsten Einsatz gegeben hätte.

    Wann gibt es den nächsten öffentlichen Auftritt von Erdogan-Anhängern in Deutschland? – Im November soll es die Neuauflage der Islamkonferenz geben. Erdogans Truppe wird dabei sein …

  2. Parviz meint:

    Lieber Leo,
    jetzt lässt du deinem Zorn freien Lauf und bist in deinem Urteil absolut ungerecht. Ich teile deiner Meinung, was Erdogan betrifft. Aber was Özil betrifft, begibst du dich auf das Niveua derer, die Özil nur auf ihre Herkunft reduzieren und sein Verhalten mit seiner Migrationsgeschichte in Verbindung bringen. Wo und wann hat Özil Erdogan verehrt? Wann hat er seine Politik gutgeheißen? Wann hat er sich für seine Politik starkgemacht und wo hat er seine Hetze gegen Deutschland unterstützt? Du und in diesem Fall die Grindels, Bierhoffs, Matthäus und wie sie alle heißen, hört nicht zu, wie sich Özil zu der ganzen Geschichte geäußert hat und sieht nur das Foto mit dem Erdogan und zieht daraus den Entschluss, Özil sei ein Verehrer Erdogans. Dass er sich überhaupt entschieden hat für Deutschland zu spielen und dass er sich auch zu Deutschland bekannt hat, zählt nicht. Özil sagt, er habe das Trikot der Deutschen Nationalmannschaft mit Stolz getragen
    und hat bei jedem Spiel alles für Deutschland gegeben. Aber darauf geht ihr nicht ein und weil er sich politisch nicht zu Erdogan äußert, ist er für euch ein Erdogan-Freund. Er hat mal zwei Ländern “im Herzen”, aber das ist wahrscheinlich zu schwer für euch das zu verstehen. Das meine ich nicht böse, sondern, weil ihr diese Erfahrung nicht habt. Özil ist ein Fußballer und kein Politiker. Wenn jemand Erdogan verstärkt und ihm trotz seiner Hetze gegen Deutschland unterstützt, sind diejenigen, die mit Milliarden von Euros und Waffen (Deutsche wohlgemerkt) ihm ermöglichen so eine Politik zu betreiben.

  3. Fantomas007 meint:

    Na endlich!

    Ich hätte mir nur gewünscht, er hätte das vor der WM gemacht.

  4. Fantomas007 meint:

    Zumindest hat er jetzt meinen Respekt.

  5. Korbinian meint:

    @fantomas
    Yippie yeah, Schweinebacke!!!
    Endlich das richtige Signal an seine nationalislamistischen Faschobrüder wozu so ein Grauer Wolf wie Du richtig passt. Erdogan hat ja diesen Abschaum jetzt schon NATO-Gipfel mitgeschleppt.

  6. Korbinian meint:

    @Leo
    Diese ganzen weinerlichen Statements kommen wahrscheinlich von den Ghostwritern aus Erdogans Dönerpalast.

  7. Korbinian meint:

    https://www.welt.de/sport/article179799448/Reaktionen-Tuerkische-Politiker-loben-Oezil-und-sprechen-von-faschistischem-Virus.html

    Wie sie alle wieder aus ihren Höhlen gekrochen kommen, wie niedlich…
    @fantomas Für uns beide ist heute Feiertag, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Prost, mein Bruder!

  8. Cenki66 meint:

    “Kurz mal wahrnehmen, dass es Menschen geschafft haben, dass jemand seinen Job hinschmeisst, weil er den Rassismus nicht ertragen kann. Und jetzt kurz wahrnehmen, wie vielen Menschen das passiert, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, sondern auf sich allein gestellt sind.”

    https://twitter.com/m_blocksberg/status/1021099217971032065

    Dass das Bild Erdogan & Özil mindestens mal naiv war und es darüber zurecht diskutiert wird, ist das Eine.

    Aber obiger Tweet beschreibt die Situation sehr gut. Es geht schon um viel mehr als “nur” um das Foto mit Erdogan.

    Ich hätte an seiner Stelle weitergemacht. Mich persönlich spornt sowas an.

    Siehe auch hierzu: http://murat-kayman.de/2018/07/22/dimensionen-des-respekts/

  9. Korbinian meint:

    @cenki

    Diese Twittermaus hat natürlich voll den politischen Durchblick: Hauptsache mal wieder das Wort “Rassismus” herausgeschissen.

    Die ganze Geschichte war eiskaltes Kalkül. Özil hat deswegen so lange geschwiegen weil er wusste (er oder sein Management) das die Debatte hochkochen würde. Als dann auch noch der Grind was sagte konnte man endlich rausplärren: “Seht her, er ist das Opfer! Und ihr seid alles Faschisten, Rassisten, Menschenfeinde etc. ”
    So langsam verstehe ich aber warum Ihr und Euresgleichen auch immer als Auserwählte Rasse versteht und so schnell beleidigt seid:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnensprachtheorie

  10. Cenki66 meint:

    “So langsam verstehe ich aber warum Ihr und Euresgleichen auch immer als Auserwählte Rasse versteht und so schnell beleidigt seid”

    das ist schäbig von dir. sich über hitlervergleiche echauffieren, dann aber den selben rundumschlag fabrizieren. nachdem zu meinem vorletzten post, der direkt an dich gerichtet war, nichts kam, bist du als gesprächspartner endgültig raus für mich. schade, ich hatte hoffnungen auf eine sachliche debatte.
    und ja, es ist alltagsrassismus, den man mit erdogan überdecken möchte.

  11. Korbinian meint:

    @cenki

    Ich finde es immer wieder lustig wenn diese Nationaltürken hier mit so Kampfbegriffen wie “Alltagsrassismus” kommen:
    Was seid Ihr denn??? Ständig kommen einem von Eurer Seite diese Begriffe wie “Abstammung”, “Ehre”, “Familie”, “Vaterland”, “türkische Heimat” etc. um die Ohren geflogen.
    Heimaterde- Mutterboden – Vaterland,
    Blut und Boden-Mystik vom Feinsten! Und Ihr regt Euch über Rassismus auf??? Ist das Euer Ernst?

  12. Korbinian meint:
  13. “Nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat ein ausländischer Staatschef uns – Bundeskanzlerin, Politiker, Bürger – so hemmungslos beschimpft wie Erdogan.”

    Die Reaktion der Deutschen BEvölkerung basiert also hauptsächlich aus gekränktem Stolz und beleidigtsein – Da tut es gut seinen Frust an einem Özil abzulassen.

    Würde sich dieser Vorgang in selber Weise in einem anderen Land wiederholen, gebe es sicherlich 10-20 Dokumentationen zu diesem Thema und der ausgegrenzte, ausgepfiffene und gedemütigte Nationalspieler würde zum Helden stilisiert werden.

    Da man aber die “Verbrechen” Erdogans hineinprojezieren kann, ergibt sich ein wunderbarer Vorwand.

    Was ist eigentlich mit Lothar Matthäus – er hat sich mit Putin getroffen, sich für die tolle WM bedankt und Putin ein Trikot geschenkt- Putin der das Völkerrecht mit Füßen tritt, der die Krim annektiert hat, der die Ukraine erpresst, der in Syrien sich mit am Massenmord Assads beteiligt und den Diktator Assad stützt, Putin der die Demokratie in seinem Land schon lange abgeschafft hat.

    Da gibt es wohl kein Problem, zumindest habe ich bis jetzt kaum bis keine Kritik dazu gelesen.

  14. Ich gratuliere Özil zu diesem Schritt und wünsche ihm noch viele Erfolge als Fußballspieler.

    In England ist er trotz Erdogan Foto beliebt wie nie – obwohl England genauso mit Erdogan verbale Gefechte ausgefochten hat.

    Die sind halt pragmatisch und wissen um ihre eigene Doppelmaoral, da trifft sich dann auch die Queen mit Erdogan und man weiter gute Deals.

    Hey Leo, ich mein China ist die schlimmste Diktatur und die größte Diktatur der Welt – aber ich sehe nicht, dass die Menschen hier Mercedes oder VW meiden – weil sie dort big business machen und dem dortigen Diktator in den A… kriechen.

    Respekt an Erdogan, er hat es geschafft mit einem Foto den DFB in eine Krise zu stürzen, da kommt noch was auf uns zu.

    Manche munkeln, Erdogan habe das WM aus Deutschlands mit dem Foto beschleunigt – Leo da kommen also noch gute Zeiten auf dich zu, das Thema wird weiter heiß diskutiert werden.

  15. Parviz meint:

    Korbian, es wäre hilfreich, wenn du ein paar Argumente einbringen würdest und nicht permanent irgendwelche abgefertigte und haltlose Behauptungen von dir geben.

  16. Cenki66 meint:

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/mesut-oezil-reaktionen-zum-ruecktritt-fotostrecke-162583.html

    bis auf einige hinterwäldler in der cdu, die immer mehr nach rechts abdriftet, und ewiggestrige forenteilnehmer bei der IG haben es fast alle verstanden, dass es nicht nur um özil geht.

  17. Korbinian meint:

    @Parviz
    Ich habe nur Özil und sein Umfeld von Erdogan-Getreuen zitiert.

    @cenki
    Natürlich geht es nicht nur um Özil. Der amateurhaft geführte DFB (Rummenigge) und die Unfähigkeit Probleme rechtzeitig zu erkennen und offensiv zu kommunizieren tun ihr Übriges.

  18. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-07/mesut-oezil-deutschtuerke-ruecktritt-dfb-rassismus

    Ein Kommentar der die ganze Sache auf den Punkt bringt.

    Hören wir doch auf mit diesen Phantomdiskussionen um Erdogan usw. es geht hier darum: Deutschland ist KEIN Einwanderungsland, es hat verloren und die Defizite treten klar zutage.

    Frankreich dessen Mannschaft gefühlt aus 80% Afrikanern besteht hat gewonnen.

    Dieser unsägliche Umgang mit dem 29 Jährigen Özil, dessen Leben quasi der Fußball ist, ist ein klares Signal an alle Deutschtürken, der die Integration um mind. 10-20 Jahre zurückwerfen wird.

    Sie ist der Höhepunkt einer Debatte die bereits mit Sarazin begonnen hat. Machen wir uns nichts vor, Erdogan kommt uns ganz gelegen.

    Wir sollten nochmal überdenken ob wir mit dieser Arroganz internat. Weiterkommen können?

    Vergessen wir nicht, für die intern. Fans von Özil ist die Sache klar – Deutschland ist rassistisch.

  19. Korbinian meint:

    @Manu

    Gähnnnn…
    Bring doch mal Argumente. Wie sollen wir hier mit Integrationsverweigerern und türkischen Blut-und-Boden-Romantikern international weiterkommen?
    Was können diese Menschen hier einbringen außer fordern, fordern, fordern,
    rumjammern und zu Terror gegen Andersdenkende aufzurufen?

  20. @Korbinian

    Ja, alle raus!

  21. Korbinian meint:

    @Manu

    Argumentieren ist wirklich nicht Deine Stärke… ;)

  22. Die passen halt nicht zu uns. ist doch deine Rede. Also alle raus, ist doch klar.

    Wozu Argumente? Seit wann antwortet man auf dumme Kommentare mit Argumenten?

  23. Korbinian meint:

    @Manu

    Bitte genau lesen:
    Die Erdogan-Fans und Blut-und-Boden-Romantiker passen hier nicht hin.
    Emre Can z.B. ist weiterhin in der Auswahl herzlich willkommen.

  24. Parviz,

    du brauchst dir nur Özils und Gündogans Szene mit Erdogan anzuschauen, um zu sehen: Die beiden SIND Erdoganfans. Jeder, der da zuschaut, kann es sehen.

    Es IST hoch-politisch. Es geht um den Obersten Pöbler gegen Deutschland, es geht um den Diktator der Türkei, es geht um die Werbung unter Türken zu diesem politischen Pöbler und Staatsterroristen. Özil und Gündogan haben unmissverständlich gezeigt, dass sie den Mann verehren.

    Es geht nicht darum, dass Özil türkischer Herkunft ist. Das sind viele in Deutschland, ohne dass sie sich mit einem erklärten Deutschlandfeind und Diktator identifizieren.

    Das Kapitel Özil/Gündogan ist abgeschlossen. Ich hoffe, alle diejenigen Deutschtürken, die ebenfalls Fans von Erdogan sind, ziehen die Konsequenzen.

    Erdogans verbale Kriegserklärung gegen Deutschland hat ebenso politische Konsequenzen wie seine Politik der Verhaftungen, etwa im Fall Deniz Yücel. Da muss man sich dann eben entscheiden, Parviz. Wer sich für den erklärten Deutschlandfeind und Feind des Westens entscheidet, muss wissen, dass das hier in Deutschland etwas kostet.

    Euer Versuch, nun die Vergangenheit der Türkendiskriminierung zu beschwören, hat keine Chance. Erdogan hat aus den Opfern Täter gemacht: Die Befürworter von Erdogans Deutschlandfeindlichkeit und von Erdogans Terrorpolitik in der Türkei sind heute Täter und müssen als Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

  25. Falstaff meint:

    Willkommen, FANTO….. ähmmmm MANU… mit neuer Strategie….
    …aber der Schreibstil ist entlarvend, da helfen auch ausgiebige
    Texte mit einer sachlich-wirtschaftspositiven-einwanderungskritischen
    Position, die er ja auch bei der Türkei vertritt // erst mal das Land und die die Wirtschaft hochbringen, über Presse- und Meinungsfreiheit kann man ja
    dann später sprechen// nichts, nur Ablenkung….

  26. Falstaff meint:

    “Aber stellen Sie sich vor, welchem Druck Herr Mesut in diesem Prozess ausgesetzt war. Wo sind Höflichkeit, Toleranz, Pluralismus geblieben…?!”

    Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan , Ibrahim Kalin, auf Twitter

    Höflichkeit, Toleranz, Pluralismus

    Sagt der islamistischer Chef-Berater von Erdogan

    Der Panislamist Ibrahim Kalin, kein unbeschriebenes Blatt unter den Nostalgikern einer Muslim-Weltherrschaft. Ibrahim Kalin ist von Haus aus Theologe und hat sich auf schiitische Religionsphilosophie spezialisiert. Damit trat er aus dem Rahmen der von Erdogan zunächst angestrebten Wiederbelebung des Osmanentums in die Richtung einer allislamischen Mobilisierung. Kalin gehörte dann 2007 zu den Initiatoren und Unterzeichnern des offenen Briefes „Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch an die Führer christlicher Kirchen überall“. Dieses Machwerk beschönigte den Islam als tolerantestes, auch Christen und Juden integrierendes – in Wahrheit diskriminierendes – Glaubenssystem.

    In Erdogans erster Regierungsphase von 2003 bis 2009 schien er sich die ausgesprochen frauen- und christenfreundlichen Reformsultane zwischen 1830 und 1876 zum Vorbild zu nehmen und wurde daher im In- und Ausland durchaus positiv eingeschätzt. Dann trat er jedoch in die Spuren des „roten“ Sultans Abdülhamid II. (1876–1909), der die Wiederverschleierung ermutigte, die Kirchen unterdrückte und mit dem Ausrotten der armenischen Christen begann……

    Heute wissen wir, dass diese Verfinsterung des anfangs „sonnigen“ Erdogan weitgehend das Werk seines Einbläsers Kalin war. Er machte ihn Anfang 2009 in aller Stille zu seinem aussenpolitischen Berater Nr. 1. Erste Auswirkungen waren gleich am 29. Januar 2009 der antiisraelische Eklat des damaligen türkischen Ministerpräsidenten beim Forum von Davos und die folgende Umwerbung der Palästinenser, besonders der Hamas-Islamisten von Gasa. Dann gab gab Kalin 2011 Erdogan den Rat, beim „Arabischen Frühling“ auf die Karte der Muslim-Brüder zu setzen und mit ihrer Hilfe ganz Nahost wieder wie bis zum Ersten Weltkrieg unter türkischen Einfluss zu bringen. Eine Rechnung, die in Ägypten kurzzeitig und in Syrien nur beinahe aufging. Was aber den Diktator von Ankara und seinen Vordenker nicht entmutigt, weiter die Türkei und ihre Diaspora in Europa am „islamischen Wesen genesen zu lassen“.

    Von Heinz Gstrein
    https://www.zukunft-ch.ch/erdogans-graue-eminenz-ibrahim-kalin/

  27. @ Manu

    Wir haben keine Million Chinesen in Deutschland, die für chinesische Diktatur und Überwachungsstaat etc. eintritt und der chinesischen Diktatur zujubelt. Es spricht nicht viel dagegen, Geschäfte zu machen mit China, hingegen spricht sehr viel dafür.

    Deutsche Firmen machen auch nachwievor frei ihre Geschäfte mit der Türkei. Auch mit Saudi-Arabien. Ich sehe das pragmatisch.

    Der Fall Özil und deutschtürkische Erdoganfans liegt anders. Da bildet sich eine GEGENgesellschaft. So eine brauchen wir uns nicht gefallen zu lassen.

    Interessant ist dein Versuch einer Querfront. Gegen Flüchtlinge – für Erdogan. Da treffen sich die Autoritären, Völkischen auf überraschende – und ziemlich aussichtslose Weise. Die allermeisten, die gegen Flüchtlinge sind, werden sich bei Manus Querfront-Versuch eher irritiert zeigen.

    Mir huscht ein Grinsen übers Gesicht: Was es nicht alles gibt hierzulande! Flüchtlingsfeind UND Erdoganfreund. Warum auch nicht? Wann zeigen sich in der AfD die ersten Erdoganfans? Putinfans gibt es schon zuhauf. Orbanfans auch. Erdogan passt in diese Reihe als Dritter sehr gut. (Kaczynski eigentlich auch, aber der ist dermaßen verbiestert antideutsch, dass es dann doch irgendwie nicht geht, und Polen mag man in den völkischen Kreisen Ostdeutschlands vermutlich noch weniger als Türken.)

    Ich sollte “Menschenfleisch-”-Salvini nicht vergessen.

    Immerhin, “Asyltourismus-”-Söder hat schon abgeschworen und versprochen, künftig anständig zu bleiben.

    Ob der “69Afghaner-”Seehofer auch noch diese Kurve kriegt?

    MANU – ist Fantomas? Meint Falstaff. Könnte stimmen. Danke für den Hinweis.

  28. Korbinian meint:

    @falstaff

    das ist ein ganz mieses Spiel was der türkische Arm der Muslimbrüderschaft hier spielt. Aber man sollte nicht überrascht sein und wissen wohin die Reise seit 10 Jahren geht.

  29. Falstaff meint:

    Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main)..

    …hat sich kritisch zu den Aussagen des türkischstämmigen deutschen Fußballspielers Mesut Özil (London) geäußert….

    GFM-Vorstandssprecher: In der Türkei wird Özil seit Wochen gefeiert

    IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin bedauerte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass Özil sich nicht von dem Foto distanzierte. Er verdränge damit weiterhin, dass Erdogan das Land in eine islamistische Diktatur verwandle: „Leider ignoriert Özil bis heute die tausendfachen Menschenrechtsverletzungen in der Türkei. Er interessiert sich nicht für die Opfer, sondern hat jemanden als Fotomodell und Wahlkampfhelfer gedient, der seine eigene Macht, den politischen Islam und seine religiösen Vorschriften höher hält als Demokratie und Menschenrechte.“ Özil versuche mit seiner Stellungnahme, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Das zeigten türkische Medienberichte, die ihn bereits seit Wochen für das Foto feierten und lobten: „Der Zeitpunkt des Fototermins war von der Türkei politisch genau so gewollt. Es war Wahlkampfhilfe für Erdogan.“

    Der türkische Justizminister Abdulhamit Gül schrieb nun, Özil habe mit seinem Rücktritt das „schönste Tor gegen den faschistischen Virus geschossen“.

    !!!Erstaunlich ist laut Lessenthin ferner, dass sich Özil in seiner Erklärung auf die Werte beziehe, die seine Mutter ihm vermittelt habe. Das sei im türkischen Kulturkreis eher unüblich. Dadurch werde deutlich, dass Özil die Auseinandersetzung mit seinem Vater Mustafa weiterführe, zu dem er seit längerem kaum Kontakt habe. Nachdem er das Foto gesehen hatte, hatte der Vater der „Bild am Sonntag“ gesagt, dass er es für „keine so gute Idee“ halte.

    !!!Wer aber in der dritten Generation privat nur türkisch spricht, in seiner Wohnung nur türkisches Fernsehen schaut und sich in einer Parallelgesellschaft eingerichtet hat, tut sich selbstverständlich damit [voller Integration] schwer.“

    https://www.idea.de/menschenrechte/detail/menschenrechtler-oezil-verdraengt-das-leid-der-opfer-in-der-tuerkei-106050.html

  30. Falstaff meint:

    Zur jetzt wieder , durch die Causa Özil, aufkommenden Diskussion zum Thema INTEGRATION hier eine aktuelle Studie des Duisburger Zentrums für Türkeistudien:

    Zitat
    …zeigen sich signifikante Werte insbesondere bei der RELIGIOSITÄT
    und dem Grad der Interaktion mit der Mehrheitsgesellschaft.

    Bei geringer RELIGIOSITÄT und hoher Interaktion ist die Türkeiverbundenheit geringer und sowohl die
    Verbundenheit mit beiden Ländern als auch nur
    mit Deutschland überdurchschnittlich…

    Somit bestätigt sich der Trend
    gleichermaßen in NRW und bundesweit
    einer zunehmenden Türkeiverbundenheit,
    wobei die heimatliche Verbundenheit mit den Ländern
    in erster Linie durch die RELIGIOSITÄT und die sozialen
    Beziehungen mit der Mehrheitsgesellschaft beeinflußt wird.

    http://zfti.de/wp-content/uploads/2018/07/Bericht-2017-NRW-Mehrtehemenbefragung_end.pdf

    Isl. RELIGIOSITÄT ist ein Be-Hinderungsgrund für die Integration,
    die Verbände sind an einer Integration ihrer Mitglieder
    überhaupt nicht interessiert, denn sie würde den
    MACHTVERLUST bedeuten.

  31. @Falstaff
    An dem Trend trägt Deutschland die Schuld. Siehe Entwicklung seit Solingen. Hört auf aus Opfern Täter zu machen. Die Akp greoft diese Stimmung lediglich auf und kanalisiert sie.

    @Korbinian
    Was willst du mir jetzt sagen? Mein Standpunkt geht aus meinen Argumenten hervor.

    Was sollen deine Argumente sein? Blut une Boden? Übersetz das mal ins türkische was soll da die Begrifflichleit sein?

    Was willst du mit den Blut und Boden Fanatikern machen?

  32. “Wir haben keine Million Chinesen in Deutschland, die für chinesische Diktatur und Überwachungsstaat etc. eintritt und der chinesischen Diktatur zujubelt. Es spricht nicht viel dagegen, Geschäfte zu machen mit China, hingegen spricht sehr viel dafür.”

    Die Unterstützung einer Diktatur ist also ok, wenn wir davon profitieren. Gabz pragmatisch gabz neoliberal. Klar wirst du jetzt was von den Realitäten reden usw… Dir gehts also nicht im die Menschenrechte und Demokratie – auch nicht in der Türkei.

    Sonst würdest du einen Daomler Vorstand oder Merkel genauso kritisieren.

    Kein Wort auch zu Matthäus.

  33. Putschdämon meint:

    Leo, stimmt es dich nicht nachdenklich, dass bei den Reaktionen auf das Özil-Drama Linke und “moderate Moslems” weiter das Motiv des Rassenkampfes reiten, ganz im Sinne seiner Gesichtbewahrungs-Exit-Strategie?

    Siehst du die ideologische Verbohrtheit nicht? Denn klar, Türke lichtet sich bekennend mit einem Diktator ab. Erntet dafür massive Kritik. Kann nur Rassismus sein, was sonst.

    Linke müssten sich mal im Klaren sein darüber, dass es ihr verehrter Schnatteradel ist (Diez, Augstein, div. taz-Schreiberlinge), der HETZT, aufhetzt. Es wird der Rassendiskurs aus den USA übernommen (“Weiße” als bösartige Unterdrücker der PoC, “people of color”). Einschlägige Tweets lesen sich so wie die Bolschewiken damals über die Kulaken geiferten.

  34. @putschdämon

    Es geht nicht darum, dass er sich mit einem Diktator ablichtet. Linke wie Rechte haben kein Problem mit Diktatoren siehe Leos Antwort.

    Es geht um Erdogan.

    Özil wird übrigens besonders von den Linken (Dagdelen und co) und Afd angegangen. Die Mitte nimmt ihn in Schutz zu Recht.

    Das Mär dass es hier nicht um sein Türkischsein geht ist quatsch, gerade Leute wie du waren es doch die systwmatisch die Nationalelf diffarmiert haben, eben wegen des multikulturellen Kurses.

    Schöner Vorwand, dass Özil sich mot dem Hassobjekt ablichten lässt.

    Aber der Hass liegt bei euch Rechten sicher nicht an Erdogan sondern an Özils Religion und Herkunft. Mit einem Putin oder Teump habt ihr sicher keine Probleme. Da kannst du niemanden veralbern.

  35. Putschdämon meint:

    “gerade Leute wie du waren es doch die systwmatisch die Nationalelf diffarmiert haben, eben wegen des multikulturellen Kurses.”

    Papperlapapp, zur Kenntnis genommen wird von mir fehlende Loyalität. Wenn das “Multikulti” ist, hier wohnen, aber die “Almans” verachten und den Sultan ablecken, dann ja, ich bin dagegen, so wie jeder vernünftige Mensch dagegen sein muss.

    Du spielst das heuchlerische Opfer-Spiel halt mit. Ich hingegen weiß genau, dass dies Teil derselben Medaille ist, auf deren anderer Seite die brüllenden Türkei-Fahnenschwenkern auf dem Ku´Damm sind. Die Ablehnung, die Verachtung rühren aus einem eigenen türkisch-islamischen Rasse-Dünkel her. Mir egal ob du das je begreifen wirst. Das als Nichttürke zu schlucken ist jedoch sehr schwach.

  36. Doch, Fantomas,
    mit Diktaturen und Diktatoren haben wir ein Problem.
    Die Wirtschaft allerdings hat keins. Geld stinkt nicht. Geschäfte machen geht also auch mit Diktatoren.

    Was anderes ist es, ob man Diktatoren verehrt. Ihnen huldigt. Da allerdings sagen wir nein.

    Was Putin angeht, so hat er Deutschland nicht in der Weise angepöbelt wie Erdogan. Ich würde aber sagen, ein Fußballnationalspieler, der öffentlich kundtut, Putin sei SEIN Präsident, käme für mich auch nicht mehr in Frage.

    Dass ein an sich eher depperter Funktionär nette Worte findet für die gute Organisation der WM in Russland, lass ich hingegen durchgehen.

  37. Lourdes Ros meint:

    Lieber Leo,
    als Geschäftsführender Vorstand der IG teile ich deine Meinung nicht und finde die Debatte nicht gut. Özil ist sehr wohl Rassismus-Opfer. Wir sollten nicht zur Spaltung der Gesellschaft beitragen.
    Lourdes Ros

  38. Parviz meint:

    Leo, deine Ansichten werden immer abenteuerlicher. Du gehst überhaupt nicht darauf ein, was Özil zu der ganzen Geschichte sagt und kannst nicht konkret sagen, wann und wo Özil die Politik von Erdogan unterstützt hat. Stattdessen willst du in seinem Gesicht die Begeisterung für Erdogan gesehen haben . Und das soll als Argument gelten? Matthäus kannst du durchgehen lassen und mit anderen Diktatoren ohne Bedenken Geschäfte machen. Ich frage mich, worum es dir wirklich dabei geht.

  39. Fantomas007 meint:

    “MANU – ist Fantomas? Meint Falstaff. Könnte stimmen. Danke für den Hinweis.”

    Dass Falstaff ständig Blödsinn verzapft, ist hinlänglich bekannt. Das letzte Mal war ich angeblich jemand, den er persönlich kennt.

    Ja, es stimmt, Manus Ausdrucksweise hat tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit meiner. Deswegen bist du soweit entschuldigt, Leo.

    Aber wie ich bereits vor einiger Zeit schrieb: Ich bin im Urlaub und schreibe aus der Türkei. Und da ich annehme, dass außer mir kaum jemand aus der Türkei hier kommentiert, sollte klar sein, dass Manu nichts mit mir zu tun hat. Soweit ich weiß und einige Male mitbekommen habe, kannst du nachsehen, woher die Kommentare kommen. Schau doch einfach nach, und du wirst sehen, dass ich aus der Türkei, zumindest bis zum 12.08.2018, kommentiere -und Manu sicher in Deutschland vor seinem Rechner sitzt.

    Nebenbei: Außer auf Quotenqueen und PI, beides zutiefst rassistische Seiten habe ich noch auf keinem Blog jemals für einen anderen ausgegeben und das nur weil ich mehrmals gesperrt wurde. Ich bin authentisch. Und selbst auf diesen Seiten habe ich mich immer wieder nach einer gewissen Zeit selbst geoutet, nachdem ich meinen Spaß hatte.

  40. Fantomas007 meint:

    “Lieber Leo,
    als Geschäftsführender Vorstand der IG teile ich deine Meinung nicht und finde die Debatte nicht gut. Özil ist sehr wohl Rassismus-Opfer. Wir sollten nicht zur Spaltung der Gesellschaft beitragen.
    Lourdes Ros”

    Vielen Dank für diese Info!

  41. Korbinian meint:

    @Lourdes Ros
    Wie lange noch wollen die Linken auf diesen vermeintlichen Opferdiskurs hereinfallen?
    Jeder miese Faschist wird hier hofiert wenn er sich als Opfer irgendwelcher Deutscher Dorfdeppen ausgeben kann.
    Andererseits muss man zugeben dass die Türkenfaschobande hier nur die richtigen Knöpfe drücken brauchen und schon kriechen sie wieder zu Kreuze… schon ein jämmerliches Schauspiel.

  42. Korbinian meint:

    @fantomas
    Bravo, Abi, ich hoffe Du hast ein One-Way-Ticket gebucht.
    Der Sommer ist allerdings dank der Klimaerwärmung hier genau so toll. Und die Kurden können sich hier auch viel freier bewegen als bei Euch Schweinetreibern da unten.

  43. Gut dass sich der IG Vorstand zu mehr Toleranz bekennt.

    Kritik und Diffarmierung sollte man klar unterscheiden.

    Für Leute wie Korbinian oder Putschdämon usw. kann ja garnicht genug passieren um Opfer auch so zu benennen.

    Da gehts um das freie Ausleben von Ressentiments. Jeder verbale Rundumschlag wird mit der vermeintlichen Intoleranz der Opfer gerechtfertigt.
    Nach dem Motto die wollen es ja nicht anders. Ein Muster das man auch bei Leo oft beobachten kann.

    Das ist wie der Hass der Amerikaner auf Mexikaner oder Schwarze. Es sind 1:1 die selben Argumente. Rassismus wird umgekehrt in Selbstverteidigung vor einem herbeifantasierten “Genozid”. So Ticken diese Leute.

    Haben diese Gestalten nicht auch Breiviks Massenmord versucht als Selbstverschuldet durch Multilulti zu rechtfertigen?

  44. Cenki66 meint:

    und es geht doch auch um Rassismus!

  45. Cenki66 meint:
  46. Korbinian meint:

    @cenki

    Na, Du Opfer?
    Da Du Dich in die Rolle freiwillig begibst und hier Videos postest die jegliche Debatte unterdrücken sollen, soll es Dir gewährt werden.
    Ich denke Du fühlst Dich in dieser Rolle auch richtig wohl.

  47. @ Lourdes und Parviz

    Wir sind hier verschiedener Ansicht.

    Für meine Ansicht möchte ich betonen, dass ich sie ausführlich begründet habe.
    Ich spreche hier auch im Namen der Opfer Erdogans und der Erdogan-Anhänger. Und im Namen der Toleranz.

    Die Anhänger Erdogans sorgen selbst für die Spaltung, erzwingen sie. Wer möchte hier Erdogan und seine Politik verteidigen? Nicht einmal Parviz versucht das.

    (Cenki und Fantomas/Manu tun das durchaus.)

    WIR (!) werden von der Erdogan-Truppe zusammengeschlagen (Beispiel Gezi-Park), aus unseren Jobs geschmissen, eingeschüchtert, ins Gefängnis gesperrt, tagtäglich in den Medien verhetzt – und sollen die Erdogan-Fan-Truppe hier in Deutschland mal einfach nur freundlich ignorieren? Und diesen Tätern ihre Taten verzeihen, weil sie ja auch mal Opfer waren? (Das waren sie durchaus einmal, aber das ist nun eben vorbei. Täter sind Täter sind Täter.)

    Parviz, ich habe deutlich gemacht, dass und wie Özil die Politik von Erdogan unterstützt. Warum gehen diejenigen, die für Özil den Text formuliert haben, nicht auf Erdogan und seine Hetze gegen Deutschland und seine Politik ein? Also auf den Kern des Problems?

    Ist Özil Rassismus-Opfer? – Er wurde sehr wohl akzeptiert und geschätzt (auch von mir!) — bis er sich als Erdogan-Fan geoutet hat. Ich habe bis dahin ebenfalls gesagt, dass er bei Türkenfeinden auf das bei diesen übliche rassistische Ressentiment stößt, dass das aber glücklicherweise nicht durchschlägt und seine Position in der deutschen Nationalmannschaft nicht beeinträchtigt.

    Im Fall der Erdogan-Anhänger unter den Deutschtürken – einem Drittel der Deutschtürken etwa – muss man die Integration wohl als gescheitert ansehen.

    Da haben wir, die Anhänger der Integration und der multikulturellen Gesellschaft, eine Niederlage einzustecken. Wir sollten das zugeben.

    Ich werde meine Position auch in der InitiativGruppe weiter vertreten.

  48. Cenki66 meint:

    Unstrittig ist ja: Özils Begründung für sein Treffen mit dem Autokraten Erdogan samt Foto erscheint fragwürdig und unbefriedigend. Man kann von einem Spitzensportler wie Mesut Özil erwarten, dass ihm die Implikationen eines solchen Bildes kurz vor der Parlaments- und Präsidentenwahl in der Türkei und dem Beginn einer Weltmeisterschaft, an der er für Deutschland teilnimmt, bewusst sind. Bei allem Respekt vor seiner Erziehung und seinen Gefühlen für seine türkische Herkunft. Darüber, und vor allem über das katastrophale Agieren des DFB und seiner Funktionäre in den Wochen danach, muss man reden. Aber nicht so herabwürdigend, manipulativ und hasserfüllt, wie es die “Bild” heute tut.

    Denn wie die “Bild”-Redakteure in ihrer sogenannten “Analyse”, beinahe jeden Satz, jede Aussage Özils diskreditieren, mit rhetorischem Schaum vor dem Mund immer wieder “kompletten Unfug”, “pures Selbstmitleid” oder “Starrsinn pur” einwerfen und dem Sportler ein Weltbild vorwerfen, das “gefährlich nah an Erdogan” sei, das ist infam.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/mesut-oezil-und-die-bild-ein-jammer-aber-echt-kommentar-a-1219814.html

    @Leo

    für dich ist doch jeder Erdogan Fan, der nicht deiner Meinung ist. Wo bleibt der Unterschied zwischen dir und Erdogan :-D

    Ich glaube das Land ist nicht mal gespalten. Es gibt zwei Parteien, die sich unter dem Motto: “Man wird ja wohl noch sagen dürfen…” subsummieren. Nämlich diejenigen, die zurecht Özil für sein Verhalten kritisieren können/dürfen/wollen/sollen ohne als Rassist dargestellt zu werden. Und diejenigen, die den Alltagsrassismus in Deutschland thematisiert haben möchten. Und nein, das ging nicht erst mit Erdogan/Özil los. Siehe Boateng und der Nachbar.

  49. Cenki66 meint:

    “WIR (!) werden von der Erdogan-Truppe zusammengeschlagen (Beispiel Gezi-Park), aus unseren Jobs geschmissen, eingeschüchtert, ins Gefängnis gesperrt, tagtäglich in den Medien verhetzt – und sollen die Erdogan-Fan-Truppe hier in Deutschland mal einfach nur freundlich ignorieren?”

    Die Frage ist doch: Welche Auswirkungen hat die Hetze gegen dich hier in Deutschland, Leo? Aber auf die Migranten hat die Hetze in den Medien, der latente Alltagsrassismus, NSU & Co., durchaus eine Auswirkung. Es geht teilweise sogar um Leben und Tod der Migranten. Beispiele hast du in deinem Blog schon zu genüge thematisiert.

    Die Antwort auf deine letzte Anmerkung wäre: Nein, Leo, eben nicht ignorieren! Auf sie zugehen. Unmissverständlich klar machen, dass man zwar Erdogan und seine Politik nicht will, aber auch vernünftige Alternativen zeigen und nicht dem Erdogan in die Hände treiben lassen.

  50. Ein Interview mit einem deutschtürkischen Boxer, Ünsal Arik, der für die Türkei boxt, und das sehr gut auch meine Position wiedergibt:

    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/boxer-uensal-arik-ueber-oezil-duemmere-aussage-noch-nicht-gehoert-15704304.html

    Ein Auszug:

    Traurig bin ich darüber, dass er die Initiative ergriffen hat und der DFB ihn nicht vorher rausgeschmissen hat.

    FAZ: Warum hätte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das machen sollen?

    Weil Özil seiner Rolle als Vorbild nicht gerecht geworden ist. Er hat sich politisch auf die Seite eines Diktators gestellt und ihn im Wahlkampf unterstützt. Ich engagiere mich seit Jahren gegen Erdogan, weil Tausende unschuldige Menschen wegen ihm im Gefängnis sitzen. Viele Sponsoren und Veranstalter in Deutschland sagen mir deswegen: Tut uns leid, aber mit Politik wollen wir nichts zu tun haben. Dann kann man auch zu Özil sagen: ‘Du vermischst Sport und Politik und unterstützt politische Werte, für die wir nicht stehen. Also können wir dich leider nicht mitnehmen.’ Das ist nicht rassistisch, sondern richtig.

    Ein weiterer:

    FAZ: Was glauben Sie, warum sich Özil immer wieder mit Erdogan trifft?

    Viele Sportler machen das und der Grund ist fast immer derselbe: Weil sie Geschäfte in der Türkei machen. Erdogan kann einem da viele Türen öffnen. Der Fußballer Arda Turan hat bei Barcelona gespielt, sich öffentlich für Erdogan ausgesprochen und kurz darauf ein Hotel in der Türkei eröffnet. Später war Erdogan sein Trauzeuge. Der Basketballer Hedo Türkoğlu wurde in Amerika wegen Dopings gesperrt, hat später Erdogan unterstützt und ist heute Präsident des türkischen Basketballverbandes. Özils Berater haben jetzt wohl eingesehen, dass er bei den Sponsoren in Deutschland keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt. Also orientieren sie sich in Richtung Türkei. Das hat gut geklappt, wie die Reaktionen aus der Türkei heute zeigen. Da geht es nur ums Geld.

    FAZ: Also ist Özil kein eingefleischter Erdogan-Anhänger?

    In der Türkei ist die Situation so: 20 Prozent sind echte Unterstützer von Erdogan. 30 Prozent gehen mit, weil sie sonst finanziell ruiniert sind. Die müssen so tun, als würden sie Erdogan unterstützen, weil sie weiter Geld verdienen wollen.

    FAZ: Was bedeutet der Streit zwischen Özil und dem DFB für junge deutsch-türkische Sportler?

    Für viele Kinder ist Özil ein Riesenvorbild. Sie wollen so sein wie er. Es ist ein großes Problem, dass er sie auf den falschen Weg führt. Außerdem wird er viele Erdogan-Anhänger in dem bestärken, was sie denken. Die deutsch-türkische Freundschaft wird noch mehr zerbröckeln.

    Das Interview hat noch ein paar mehr gute Punkte.

  51. @ Cenki

    Wie geht man denn auf die Erdogan-Anhänger zu, wenn man Erdogan und seine Politik ablehnt?
    Welche vernünftigen Alternativen gibt es deiner Meinung nach zu Erdogan, Cenki? – Erinnerst du dich nicht, dass du hier 10mal und öfter behauptet hast, es gebe zu Erdogan keine Alternative?

    Mach doch mal der InitiativGruppe einen konstruktiven Vorschlag!

    Ich sage dir, du wirst auch auf der Seite derer, die links stehen, den Rassismus und die Diskriminierung deutlich sehen und engagiert bekämpfen, nur wenige Leute finden, die auf Erdogan-Anhänger freundlich zugehen möchten.

    Wir denken alle an die Opfer von Erdogans Politik. Und an Erdogans Pöbeleien. Und dann sehen wir: Die Erdogan-Anhänger bejahen Erdogans Politik und freuen sich über seine Pöbeleien – und halten Erdogan auch deshalb für stark, weil er scheinbar ungehemmt pöbeln kann, ohne dass ihm das eine bemerkbare Gegenreaktion einbringt. Kommt es dann mal zu einer bemerkbaren Gegenreaktion, ist das gleich Türkenfeindlichkeit, Rassismus.

    So geht das Spiel.

    Aber nicht mit mir.

    Mein konkreter Vorschlag ist: Cenki, trennt euch von Erdogan! Macht es wie der Boxer, dessen Interview ich im letzten Diskussionsbeitrag verlinkt und den ich dort auszugsweise zitiert habe!

    Auch wenn das mit Kosten verbunden ist!

  52. Korbinian meint:

    Jetzt macht der Erdogan den Özil schon zum Türken, dabei ist er doch Deutscher:
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/recep-tayyip-erdogan-will-mit-mesut-oezil-telefoniert-haben-a-1219960.html

  53. @Korbinian
    Um den Schaden, den Özil nun in der Deutschen Gesellschaft angerichtet hat und die Rückendeckung die Özil von Politikern und Menschen des öffentlichen Lebens bekommt zu diskreditieren, wird man im zweiten Schritt Özil als völlig Irre darstellen wollen.

    Man wird an seiner Zurechnungsfähigkeit Zweifel schüren wollen.

    Man wird ihn noch weiter an Erdogan heranrücken wollen.

    Was Özil jetzt machen sollte, er sollte für eine lange Zeit in England bleiben. Das Leben hier wird für ihn zur Hölle werden, jeder Fehltritt wird 1000x mal verstärkt werden.

    @Leo

    Schau mal welches Bild die Özil Affäre nun im Ausland hinterlässt.
    Deutschland ist hier isoliert.
    Özils Text ist auf Englisch geschrieben – er geniesst große Sympathien in England und anderswo in der Welt – die ganze Sache ist für Menschen im Ausland ganz klarer Rassismus.

    Hier wird ein Türke, weil er aus der Reihe getanzt ist, nicht nur aufs übelste diskreditiert, sondern auch noch als Sündenbock für die schlechte Leistung der N11 herangezogen und das obwohl die Statistik zeigt, Özil war bei weitem nicht der schlechteste Spieler und besonders gegen SüdKor. hat er eine überragende Leistung geliefert.

    “Wir denken alle an die Opfer von Erdogans Politik. Und an Erdogans Pöbeleien. Und dann sehen wir: Die Erdogan-Anhänger bejahen Erdogans Politik und freuen sich über seine Pöbeleien – und halten Erdogan auch deshalb für stark, weil er scheinbar ungehemmt pöbeln kann, ohne dass ihm das eine bemerkbare Gegenreaktion einbringt. Kommt es dann mal zu einer bemerkbaren Gegenreaktion, ist das gleich Türkenfeindlichkeit, Rassismus. ”

    Wie gesagt, dann musst du konsequenterweise gegen Unternehmen sein die mit Autokraten Geschäfte machen und diese Systeme so stützen. Von Regierungen will ich erst garnicht sprechen.

    Wo bleibt dein Protest gegen Beckenbauer? Oder ist das dann auch Pragmatismus mit einer faschistischen Islamdiktatur Business zu machen.

    Dir gehts also Primär um die Erdotürken und nicht um die Menschenrechte und Demokratie, diese Werte sollten doch unabhängig von einer Minderheit in diesem Land zu verteidigen sein?

    Vergessen solltest du auch nicht, dass Deutschland eine Mitschuld an der Eskalation mit Erdogan trägt. Letzendlich lässt du den Türken hier keine andere Wahl als sich eher auf die Seite Erdogans zu schlagen.

    Der Umgang mit den sog. Erdotürken wird für dich schwer werden, du kannst dich klar positionieren, aber du siehst es selbst man wird dich und Leute wie dich immer mehr ins Rechte Licht rücken, spätestens wenn es die ersten wirklich gewaltsamen Übergriffe auf Erogananhänger oder Türken gibt, werden dir nur noch AFD Spinner als Waffenbrüder bleiben.

    Man kann außerdem Diskriminierung und Rassismus nicht damit rechtfertigen, dass diese spez. Gruppe es ja verdient hätte – denn genau so funktioniert ja Rassismus.

    Du wirst keinen Nazi finden, der nicht der Überzeugung war, die Juden hätten sich das ja alles selbst eingebrockt.

    Ich persönlich würde dir empfehlen, deine Kritik nicht auf eine bestimmte Menschengruppe zu projezieren, überlass das den Rechten.
    Man kann den Islam auch kritisieren im Rahmen des erlaubtem, aber projeziert man diese Kritik nun auf die Anhänger dieser Religion sieht die Sache schon anders aus.

  54. Falstaff meint:

    Erdogan:”Seine Haltung ist national und einheimisch. Ich küsse seine Augen.”

    Und glaubt eigentlich wirklich jemand, das Özil’s Text von ihm selbst konzipiert/geschrieben wurde ???

    Aufmerksame EntourageDie Männer hinter dem Fußballer Özi
    https://www.n-tv.de/sport/fussball/Die-Maenner-hinter-dem-Fussballer-Ozil-article20543549.html

    “Letzendlich lässt du den Türken hier keine andere Wahl als sich eher auf die Seite Erdogans zu schlagen. ”

    Wie bitte ??? Ach, die berühmte Opferrolle, na dann….

    “Man kann den Islam auch kritisieren im Rahmen des erlaubtem, aber projeziert man diese Kritik nun auf die Anhänger dieser Religion sieht die Sache schon anders aus.”

    Ach, man DARF ? Wie großzügig.
    Aber nur “im Rahmen des Erlaubten” ?
    Und auf wenn soll man die Kritik (auch) projetzieren,
    wenn nicht auch auf seine Anhänger ?
    Auf Marsmännchen ?

  55. Cenki66 meint:

    “Wie geht man denn auf die Erdogan-Anhänger zu, wenn man Erdogan und seine Politik ablehnt?”

    Erst gar nicht so weit kommen lassen. Wie Bürger erster Klasse behandeln. Keine Pseudo-Debatten um Burka und Co. führen. Islamische Religionsgemeinschaften juristisch anerkennen. Kritik und Rassismus unterscheiden können. Alltagsrassismus entschieden entgegentreten. NSU lückenlos aufklären. Es gibt so viele Möglichkeiten die Herzen der Menschen zu gewinnen. Wenn du aber jeden morgen auf die Arbeit gehst und erst mal deine Bewährungsprobe abgeben musst, dann ist das sicherlich nicht förderlich.

    @Manu

    “Wie gesagt, dann musst du konsequenterweise gegen Unternehmen sein die mit Autokraten Geschäfte machen und diese Systeme so stützen. Von Regierungen will ich erst garnicht sprechen.”

    und

    “Man kann außerdem Diskriminierung und Rassismus nicht damit rechtfertigen, dass diese spez. Gruppe es ja verdient hätte”

    och ja, hier im Forum wurde auch schon erwähnt, dass es insbesondere die DITIB Gemeinden verdient hätte, abgefackelt zu werden. Und das ist die Falle in die Leo tappt. Vorwürfe oder Hinweise auf Doppelstandards werden als Pragmatismus abgetan, scheinbar darf der Türke oder die Türkei nicht in Pragmatismus verfallen.

  56. Na, Cenki,
    was mach ich hier auf dem Blog zum Beispiel alles?

    Einwanderer wie Bürger erster Klasse behandeln. – Mach ich. Seit 9 Jahren. Konsequent. Nützt es mir was bei euch Erdogan-Anhängern?

    Keine Pseudo-Debatten führen um Burka und Co. – Richtig. Seit 9 Jahren mache ich das zum Thema. Verteidige immer wieder das Kopftuch. Auch gegen die bayerische Staatsregierung. Möchte, dass eine junge Frau auch mit Kopftuch als Lehrerin verbeamtet werden kann. – Ich argumentiere konsequent so seit 9 Jahren. Nützt es mir etwas bei den Erdogan-Anhängern?

    Islamische Religionsgemeinschaften juristisch anerkennen. – Es geht rechtlich nicht, wenn eine solche Religionsgemeinschaft organisatorisch Politik und Religion nicht trennen kann, wie das bei Ditib der Fall ist. Es wäre Verfassungsbruch. Gibt es in Deutschland eine Partei, die dem Erdogan-Club Ditib die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zugestehen möchte? – Gibt es nicht. Mit welchem Recht könnte ich also die Ditib-Forderung anerkennen?

    Kritik und Rassismus unterscheiden können. - Für diese Unterscheidung dürfte der Blog hier ein sehr positives Beispiel sein. Siehe oben. Ich unterscheide zwischen rassistischer Türkenfeindlichkeit und Protest gegen Erdogan und dessen Politik und dessen Jubeltruppe in Deutschland. Das konntest du tausendmal hier auf dem Blog wahrnehmen, Cenki. – Hilft es mir bei den Erdogan-Anhängern? – Natürlich nicht.

    Alltagsrassismus entschieden entgegentreten. – Der ganze Blog tritt Alltagsrassismus entschieden entgegen. Artikel für Artikel. Hilft mir das? Offensichtlich wenig.

    NSU lückenlos aufklären. - Auch so ein Herzensthema, über das ich hartnäckig und bissig geschrieben habe. Mit vollem Angriff auf die rassistischen Hintergründe bei der Nichtaufklärung der Mordserie. – Hilft mir das bei den Erdogan-Anhängern? – Offensichtlich wenig.

    Falle? – Diejenigen tappen in die Falle, die glauben, der Fall Özil sei primär ein Fall Rassismus.

    Die Erdogan-Anhäger sind nur ca. ein Drittel der Deutschtürken und weniger als die Hälfte der Türken in der Türkei. Die Erdogan-Türken tun gern so, als seien sie DIE Türken. Wollen wir dabei mitmachen? Das hätten unsere Türkenfeinde gern so. Dann können sie gegen Türken generell, gegen alle Türken in Deutschland hetzen. So wie Gauland das macht. Er greift sich für seine Attacken am liebsten diejenigen Deutschtürken heraus, die eher links stehen und die erdogan-kritisch sind.

    Ich solidarisiere mich mit den Opfern der Politik Erdogans. Mit den Opfern einer Politik, die unsere Erdogan-Anhänger in Deutschland leider befürworten.

    Ich solidarisiere mich mit den deutschtürkischen Gegnern von Erdogan.

  57. Cenki66 meint:

    Die Gegenfrage ist doch: Hilft es den Erdogan Befürwortern, wenn du es hier schreibst. Du bist der Leo. Wo bleibt die Politik? Wo bleibt die Gesellschaft? Denn all die Fragen, die du zwar in deinem Blog thematisierst, bleiben draußen auf der Straße auf der Strecke. Denn in allen Fragen ist die deutsche Politik und die Mehrheitsgesellschaft sitzengeblieben.

    Niemand fragt nach der Ursache. Du sagst doch selbst immer, wenn du bspw. mit Herzensblut deine Hevalos verteidigst, dass es einen Grund gibt. Na also? Ursachen bekämpfen, nicht die Symptome.

  58. Du gibst also zu, dass ich eigentlich schon auf der richtigen Seite stehe, nur leider habe ich eben keinen Erfolg und die deutsche Gesellschaft bleibe rassistisch …

    … Nun ja, das sagt jemand, der Erdogan für alternativlos hält …

    Aber: Es ist schon richtig, ich bin nur eine kleine Stimme unter den 83 Millionen Einwohnern Deutschlands, ich hab keine Macht, ich bin bedeutungslos, wenn man auf das Ganze schaut. Das meine ich nicht sarkastisch oder ironisch. Es ist tatsächlich so. Und muss so sein. In einer Demokratie jedenfalls.

    Was aber nun sind die Ursachen, die du meinst?

    Ich würde für mich in Anspruch nehmen, dass ich mich hier immer wieder mit dem beschäftige, was ich für die Ursachen halte.

    Du meinst, die Ursachen lägen nicht da, wo ich sie sehe. Also bitte, wo liegen sie deiner Meinung nach?

    In einer grundlegenden Türkenfeindlichkeit der Deutschen?

    Liegt etwa meine Abscheu vor Erdogan und seiner Politik darin, dass ich von Haus aus eben ein typisch deutscher Rassist und Türkenfeind bin? Oder liegt meine Abscheu vor Erdogan darin, dass ich Diktatoren und Pöbelpolitiker ablehne?

    Du weißt sehr gut, wie freundschaftlich verbunden ich all denjenigen Türken bin, die gegen Erdogan und seinen Politterror eintreten. Und das sind erfreulich viele.

    Türkenfeindlich sind offensichtlich diejenigen, denen es gefällt, wenn ein Gauland Özdemir oder Özoguz angreift und sie in Anatolien gern “entsorgt” sähen (also wohl in einem der Gefängnisse Erdogans).

    Das alles heißt nicht, dass man nicht auf staatlicher und auf Wirtschaftsebene mit Diktatoren und Diktaturen leben, Politik machen und Handel treiben muss.

    Aber wenn mir hier jemand den chinesischen Diktator als verehrungswürdig hinstellen und das chinesische Modell loben würde und meint, dass der in China gepflegte Umgang mit Opposition richtig und nötig sei, dann kommt von mir eine harte, unmissverständliche Antwort.

    Das gilt auch für Putin. Allerdings hat Putin nicht die Dummheit begangen, Deutschland und die Deutschen dermaßen anzupöbeln wie Erdogan. Ich vermute, dass diese Pöbeleien der Hauptgrund für das Fußballpublikum sind, warum sie Özil seine Huldigung für Erdogan so übel nehmen. (Ich nehme also an, dass die Sache mit der Diktatur für die meisten Fußballfans eher zweitrangig ist. Für mich persönlich ist die Reihenfolge umgekehrt.)

    Ich verweise noch einmal auf das interessante Interview mit dem türkischen Boxer:

    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/boxer-uensal-arik-ueber-oezil-duemmere-aussage-noch-nicht-gehoert-15704304.html

  59. Falstaff meint:

    Ein Buchtipp für Dich,Leo:

    IHR SCHEINEILIGEN von Tuba Sarica

    Doppelmoral und falsche Toleranz – Die Parallelwelt der Deutschtürken und die Deutschen – Doppelmoral und Opfermythos in der deutschtürkischen Parallelgesellschaft

    Eine junge Deutschtürkin über unbequeme Wahrheiten
    Für ihre Familie ist Tuba Sarica eine Deutsche, und das ist nicht als Kompliment gemeint. Was läuft schief bei der Integration, wenn „eingedeutscht“ als Schimpfwort gilt? Tuba Sarica kritisiert die Deutschtürken dafür, es sich in einer Opferrolle bequem zu machen, eine Parallelwelt zu schaffen, in der eigene Regeln gelten, und sich den Populismus à la Erdoğan zu eigen zu machen. Sie kritisiert aber auch die Deutschen, die durch falsch verstandene Toleranz genau diese Entwicklungen fördern. Ein Plädoyer dafür, Konflikte auszutragen und nicht unter einem vermeintlichen Toleranzdeckmantel zu verstecken, der alles nur schlimmer macht.
    https://www.randomhouse.de/Paperback/Ihr-Scheinheiligen/Tuba-Sarica/Heyne/e535211.rhd

    Zum hören 6 Minuten
    https://www.ardmediathek.de/radio/Andruck/Tuba-Sarica-Ihr-Scheinheiligen-/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21553774&documentId=54421636

  60. Cenki66 meint:

    Leo, ellerinden öperim

    “Du gibst also zu, dass ich eigentlich schon auf der richtigen Seite stehe, nur leider habe ich eben keinen Erfolg und die deutsche Gesellschaft bleibe rassistisch …”

    bis auf deine pkk romantik, Ja.

    “… Nun ja, das sagt jemand, der Erdogan für alternativlos hält … ”

    wenn du nicht verstehst, wie ich das meine, haben wir scheinbar ein kommunikationsproblem. ich werde es dir aber nicht noch einmal erklären.

    “Was aber nun sind die Ursachen, die du meinst?

    Ich würde für mich in Anspruch nehmen, dass ich mich hier immer wieder mit dem beschäftige, was ich für die Ursachen halte.

    Du meinst, die Ursachen lägen nicht da, wo ich sie sehe. Also bitte, wo liegen sie deiner Meinung nach?

    In einer grundlegenden Türkenfeindlichkeit der Deutschen? ”

    du tappst abermals in die Falle Erdogan. Ich habe dir dutzende Beispiele genannt, dass es auch Rassismus OHNE und auch VOR Erdogan schon gab. Das solltest du auch wissen, schließlich hast du dutzende Beiträge hierzu geschrieben.
    Ich kenne die Ursache auch nicht, wie will man auch das Verhalten von Rassisten begründen? Mir fällt nur auf, DASS es durchaus auch (Alltags-)Rassismus in Deutschland gibt. Unabhängig von Erdogan. Und eben jene Rassisten begründen dies über die Person Erdogan und tun das dann als Opfergetue ab.
    Wir müssen dem entschiedener entgegentreten. Das erwarte ich! Es reicht nicht sich die Hände in ein Viereck zu formen und was von lückenloser Aufklärung zu schwafeln und dann Akten für 120 Jahre zu sperren.

    Schau mal hier:

    https://www.huffingtonpost.de/entry/lieber-mesut-ozil-was-ich-dir-als-muslimin-sagen-will_de_5b56c7c4e4b0fd5c73c85d16

    “Außerdem halte ich die Empörung für unverhältnismäßig, denn es ist kein politisches Statement, sondern eben nur ein verdammtes Foto. Du magst ja ein guter Fußballspieler sein, aber eine intelligente Bewertung der politischen Lage der Türkei erwarte ich nicht von dir – no offense intended!”

    das ist sehr weit hergeholt! Man könnte es mit dem schüchternen Schuljungen Özil verteidigen. Ich stimme dem aber nicht zu. Wenn du & ich ein Foto mit Erdogan machen würden, könnte das als ein Foto mit einem Würdenträger durchgehen. Özil, als einer im Rampenlicht, muss sich der Tragweite bewusst sein. Von daher stimme ich obigem Zitat nicht zu.

    Der Rest der Artikel stimme ich voll und ganz zu. Insbesondere:

    “Es sind Vorwürfe, die in den Überlegenheitsansprüchen von europäischen Nationalisten zum Dauerrenner geworden sind: gescheiterte Integration und eine angeblich konstruierte Opferrolle.”

    In Deutschland, wie in den meisten westlichen Ländern, gibt es die allgemeine Tendenz, Einwanderung stets problemzentriert zu betrachten. Das liegt daran, dass alle Länder und Kulturen, die nicht zu unserer Idee “des Westens” gehören, von vielen allgemein als minderwertig betrachtet werden.

    “Wir sprechen also stets über die Integration eines Menschen aus einem vermeintlich zivilisatorisch rückständigen und problembeladenen Land in ein westliches und damit angeblich fortschrittliches Land.”

    ” Viele werden dich so behandeln, wie sie eben Menschen behandeln, auf deren Kultur sie herabsehen.”

    “die erfahrene Ungerechtigkeit wird in Abrede gestellt (“Das bildest du dir nur ein“) und die Verantwortung für das geschehene auf das Opfer selbst übertragen (“Du bist selbst schuld“). Rassismus und Diskriminierung sind für viele Menschen leider Alltag, deshalb ist es anmaßend, diese Erfahrung in Abrede zu stellen.”

    Die Zitate sind keine Vorwürfe an dich, sondern (auch) gelebte Realität in Deutschland. Und du bringst es krampfhaft mit Erdogan in Verbindung. Ein Abrücken von Erdogan ist aber nicht die Lösung des Problems. DAS und nicht mehr ist meine Beschwerde an dich.

  61. Korbinian meint:

    @cenki

    https://www.huffingtonpost.de/entry/lieber-mesut-ozil-was-ich-dir-als-muslimin-sagen-will_de_5b56c7c4e4b0fd5c73c85d16

    Mal wieder ein Klassiker: WIR gegen DIE
    Zumindest in diesem Forum kommt dieses Freund-Feind-Denken doch immer wieder aus einer gewissen Richtung.
    vielleicht sollten cenki und co mal bei der Jungen Freiheit oder Sezession mitkommentieren, da geht es auch ganz viel um Identität und Ehre und so ;)

  62. Korbinian meint:

    Da Özil jetzt nicht mehr in der Nationalmannschaft spielt kann er sich ja alte Youtube-Videos reinziehen:

  63. @ Falstaff

    Ich habe das auch schon gelesen und werde dem Interview heute einen Artikel widmen.

    Aber, Falstaff, du als Rassist hast kein Recht, dich auf Tuba Sarica zu berufen.

  64. @ Cenki

    Ich habe dir dutzende Beispiele genannt, dass es auch Rassismus OHNE und auch VOR Erdogan schon gab.

    Schreibst du. Und ich habe dir tausende Beispiele gegeben dafür, dass ich genau diesen Rassismus (auch ohne Erdogan und vor Erdogan) sehe. Ich habe ihn in tausend Artikeln zum Thema gemacht in diesen 9 Jahren des Blogs.

    Wie kommst du dazu, mir dies zu bestreiten? ALLE Artikel dieses Blogs sind abrufbar. Du kannst im September 2009 beginnen. Eines der Hauptthemen ist der alltägliche und gelegentlich auch institutionelle Rassismus in Deutschland.

    Erdogan gehört zu den stärksten Förderern dieses Rassismus. Er bestätigt die Rassisten, wo er nur kann.

    Özil mit dem Erdogan-Huldigungsauftritt ebenso.

    Die erdogan-türkische Selbstausgrenzung ist das spezielle Rassismusproblem, um das es jetzt gerade geht.

    Also nochmal: Es gibt ganz unabhängig von Erdogan
    1. eine tiefsitzende und bösartige Türkenfeindlichkeit; Falstaff liefert dafür hier auf dem Blog immer mal wieder ein Beispiel;
    2. eine tiefsitzende und bösartige Roma-Feindlichkeit
    3. eine tiefsitzende und bösartige Schwarzafrikaner-Feindlichkeit (Gaulands Boateng-Attacke als Beispiel)
    4. eine tiefsitzende und bösartige Islamfeindlichkeit (Islamophobie) – die ist besonders heftig
    5. generell eine Menge Xenophobie
    6. auch immer noch, wenn auch weniger als früher, tiefsitzenden und bösartigen Antisemitismus.

    Das alles gibt es in Deutschland und in der einen oder anderen Variante in allen Ländern der Erde.

    Das IST Thema auf diesem Blog.

    Aber Erdogans Staatsterrorismus und antideutsche Pöbelei gehören ebenso dazu wie die antideutschen Ressentiments von vielen Deutschtürken.

  65. Cenki66 meint:

    @Leo, ellerinden öperim

    na endlich kommen wir auf einen Nenner. Unterschreibe ich.

  66. Falstaff meint:

    “Aber, Falstaff, du als Rassist hast kein Recht, dich auf Tuba Sarica zu berufen”

    Wir stellen fest: Leo Brux setzt fest, WER ein Rassist ist. Die Kriterien für
    diese Kategorisierung legt er höchst selbst fest.

    Und Leo setzt fest, WER das RECHT hat, sich auf eine Quelle zu berufen.

    Deus Leo…. unfassbar…. jeder Leser hier kann sich selbst ein Bild von der
    METHODE BRUX machen…

  67. Falstaff meint:

    7. Eine tiefsitzende und bösartige Vorgehensweise bei der Negierung von Fakten, und der Verdrehung von Aussagen missliebiger Diskurs-Teilnehmer
    durch Leo, die ihm lediglich als “Punching-Ball” dienen.

  68. Korbinian meint:
  69. Cenki,
    es ist doch wohl keine Neuigkeit, die ich hier in meinen sechs Punkten bringe. Seit 2009 geht es ständig und konsistent um diese Punkte.
    Und seit Dezember 2012 – seitdem Erdogan öffentlich erklärt hat, dass er in der Türkei die Diktatur einführen möchte (also die Gewaltenteilung aufheben möchte), eben auch das Thema Erdogan. Und seit Gezipark das Thema: Wie verhalten wir uns zu denjenigen Deutschtürken, die die Diktatur in der Türkei befürworten und dem Großen Meister zujubeln, der unsere Freunde dort verprügelt, aus Arbeit und Verdienst schmeißt, einschüchtert, einsperret, umbringt?

    Das ist EIN Thema. Ich gehe zum Gegenangriff über, wenn mir jemand vorwirft, mit meiner Abgrenzung von den Erdotürken würde ich rassistisch handeln oder den Rassismus bedienen.

    Ich verteidige die Demokratie. Ich verteidige unsere demokratischen Freunde in der Türkei.

  70. Cenki66 meint:

    “oder den Rassismus bedienen. ”

    DU vielleicht nicht, da ich davon ausgehe, dass du differenzieren kannst. Die allgemeine Stimmung in dem Land sagt aber was anderes. Ich wünschte, du hättest recht.

  71. Nachtrag:

    Erdogan hat vor ca. 2 Jahren Özdemir angegriffen und gefordert, man solle mal bei ihm einen Bluttest machen, um zu sehen, ob er überhaupt Türke sei.

    Erdogan ist also offen und unmissverständlich ein Rassist.

    Seine Anhänger dann wohl auch. Oder haben sie sich von ihm und wenigstens dieser Äußerung distanziert?

    Also, wie kommt ihr dazu, UNS als Rassisten zu bezeichnen, wenn euer Großer Meister doch selber ganz offen den Rassismus propagiert?

  72. Cenki66 meint:

    auch wenn ich mich dadurch nicht angesprochen fühle, da ich keine Nähe zur AKP oder Erdogan habe: Die Bluttest Rhetorik war natürlich daneben. Ist aber bezeichnend, dass du hevalo Özdemir in Schutz nehmen musst. Er ist der Erste, der schreit, wenn es darum geht, keine türkische Politik auf deutschem Boden zu machen, aber es selbst ständig tut.

  73. Cenki66 meint:

    http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/top-clubs/mainz-05/wortpiratin-mara-pfeiffer-mainz-05-kolumne-wm_18949275.htm

    na das ist ja mal ein Artikel! Dafür liebe ich Meenz! ;-)

    nochmal: Man muss das Foto Erdogan/Özil/Gündogan kritisieren dürfen ohne als Rassist dargestellt zu werden. Man muss aber auch den Rassismus in Deutschland angehen. Zwei paar Schuhe.

  74. Falstaff meint:

    https://www.welt.de/politik/ausland/plus179971282/Rechtsruck-in-der-Tuerkei-Erdogan-tanzt-mit-den-Woelfen.html

    Schönes Bild für die Herren hier, die mit der vor Stolz und Eeehreee stark geschwollenen Brust….

  75. Was dir gefällt, Cenki, ist die Naivität und Ignoranz von Kommentatoren, die den hier entscheidenden Punkt übergehen:

    Auf Staatsebene: Erdogan ist der übelste Pöbler gegen Deutschland und die Deutschen, die es je in unserer bundesdeutschen Geschichte gegeben hat. Und Özil und Gündogan huldigen als Nationalspieler diesem Pöbel-Präsidenten.

    Die eigentlich interessante Frage ist: Warum gehen diese den Rassismus bekämpfenden Kommentatoren nicht auf die Erdogan’schen Pöbelorgien ein? Warum gehen sie nicht darauf ein, dass wir Bürger – anders als unsere Regierung – keine Diplomaten zu sein brauchen, wenn wir solche Attacken auf uns vernehmen?

    Es ist der eingefahrene Reflex. Wird ein Türke angegriffen, dann ist das garantiert Türkenfeindlichkeit. (Es dauert noch ein paar Jahre, bis dieser Reflex verschwunden sein wird. Erdogan arbeitet daran, ihn uns allmählich abzugewöhnen. Bei mir und bei vielen anderen hat er es schon geschafft.)

    Es ist pervers, zur Verteidigung von Özil den natürlich auch bei ca. 20% gegebenen virulenten Rassismus in Deutschland bzw. die Fremdenfeindlichkeit und Türkenfeindlichkeit vorzubringen. Unsere Deutschtürken sind mindestens genauso häufig und intensiv fremdenfeindlich. Nur eben gegen alles, was westlich ist, gegen alles, was nicht türkisch und nicht islamisch ist.

    Nicht DIE Deutschen sind Fremdenfeinde, sondern eine (leider starke, auch lautstarke) Minderheit von ihnen. Nicht DIE Deutschtürken sind Fremdenfeinde, Deutschlandfeinde, Feinde des Westens und seiner Kultur, sondern ein Teil von ihnen, der als inzwischen als Erdogans türkisch-islamische Soldaten in Deutschland operiert und auf die deutschtürkische community Druck ausübt, sich ja nicht auf das moderne, multikulturelle Deutschland einzulassen.

    So wie wir den Rassismus bzw. die Xenophobie BEI UNS thematisieren, so sollten die Deutschtürken den penetranten Rassismus bzw. die Xenophobie bei Deutschtürken thematisieren – den Abscheu vieler von ihnen vor DEN Deutschen (“diesen Kartoffeln, Faschisten und Rassisten, diesen widerlichen Anhängern der Homosexualität und der Pornografie und des Sexualverkehrs der Mädchen vor der Ehe, diesen notorischen Feinden unseres Großen Meisters und der neu erstehenden Osmanischen Großmacht …”)

    An diese dunkle Seite erinnert uns Tuba Sarica zurecht.

    Ich bin dabei, ihr Buch zu lesen.

    Mach das auch, Cenki. Dann können wir uns darüber unterhalten. Sarica ist keine Kelek.

  76. Falstaff meint:

    Noch ein schönes Bild…

    Und hier das WORT ZUM SNNTAG,
    heute von Prof. Mehmet Altan,
    Istanbul:

    Wie eine antidemokratische Allianz entsteht

    Der türkische Staat ist reicher als seine Bürger. Das war schon im Osmanischen Reich so und ist heute Grundlage für die undemokratischen Entwicklungen unter Präsident Erdogan.

    Zitat

    Die Mehrheit der Menschen über 25 Jahren hat höchstens sechs Jahre die Schule besucht. 60 Prozent der Beschäftigten haben keinen Beruf und üben eine einfache Beschäftigung aus. Sie können sich nicht über ihre Leistungen, ihre Profession und somit über ihre gesellschaftliche Stellung definieren. Daher werden andere Identifikationsmuster für die Selbstaufwertung gesucht, bei der die ethnische Zugehörigkeit, die Nationalität, der Glaube oder die Konfession an Bedeutung gewinnen.

    Türkisch, kurdisch, alevitisch oder sunnitisch zu sein bleibt ein Hauptidentifikationsmerkmal, wenn alles andere fehlt.

    Die Nachfolger des osmanischen Hofes haben hinter der Macht der Kasernen ihre wirtschaftlichen Interessen organisiert, und die, die von der staatlichen Politik des Klientelismus keine Vorteile ziehen konnten und sich ausgrenzt fühlten, haben sich über die Moscheen organisiert.

    Sie sind auf den Geschmack der wirtschaftlichen Vorteile gekommen. Die Korruption, die Instrumentalisierung von religiösen Symbolen, um die Massen zu steuern, die Rhetorik des Heldentums und die Ablehnung der demokratischen Grundsätze sowie des Rechtsstaates haben die Oberhand gewonnen.

    http://www.fr.de/kultur/tuerkei-wie-eine-antidemokratische-allianz-entsteht-a-1552440

  77. Cenki66 meint:

    @Leo, ellerinden öperim

    natürlich sind es nicht DIE deutschen, oder DIE deutschtürken, die rassistisch sind. wenn jemand mich nach meiner “eigentlichen” herkunft fragt, muss es nicht unbedingt rassistisch sein. eine frau, die ein kopftuch trägt, muss nicht sofort rassismus wittern, wenn sie nach dem beweggrund gefragt wird. es ist vielleicht schlicht und ergreifend neugier. je nach gesprächsverlauf könnte man dann schnell merken wohin die reise geht.

    opfergetue kann ich auch nicht abhaben. ich hatte schwierigkeiten eine wohnung zu finden, trotz überdurchschnittlichem einkommen. beim nachnamen hat es dann aufgehört. rassismus? wahrscheinlich! aber ich hänge mich nicht daran auf. ich bin pragmatisch. fakt ist, ich brauche ein dach überm kopf. also telefoniere ich weiter. ich kämpfe einfach weiter.

    zu sarica: sie macht auch mich den eindruck, dass sie ihre persönlichen erfahrungen aufs große ganze projizieren möchte. ohne das buch gelesen zu haben, möchte ich mir kein urteil bilden. werde ich das buch lesen? weiß ich nicht.

  78. Cenki66 meint:

    nachtrag: ich erinnere dich aber an deinen satz in dem du DIE türken der barbarei bezichtigt hast ;-)

  79. Diese Art der Fremdenfeindlichkeit gibt es, Cenki.

    Nicht nur nur die AfD bzw. die Rechtspopulisten tragen dazu bei, sondern auch Erdogan. Mit Absicht. Er will, dass ihr euch abkapselt – damit ihr nationalbornierte Türken bleiben könnt, Landsleute, die sich primär, mit Herz und Kopf, an der autoritären, antiliberalen, antiwestlichen Türkei orientieren.

    So sind Erdogan-Türken in Sachen Fremdenfeindichkeit mindestens so übel wie unsere deutschen Rechtspopulisten und sonstigen Fremdenfeinde. Der Drang zur Abschottung gegen Fremdes fällt auch bei Erdogan-Türken auf. Das Fremde für sie ist das Westliche. Das Deutsche. Das Nicht-Muslimische. Das Nicht-Türkische.

    Das wäre vielleicht auch ohne Erdogan ein Problem. Aber dann eben nur ein kleines, und ich würde darüber hinweggehen. Um Verständnis werben.

    Aber MIT Erdogan wird das Problem politisch brutal aufgeladen. Wird es ein heißes politisches Problem.

    Wenn mir Leute sagen, der arme Özil leide unter Diskriminierung von Türken in Deutschland, dann soll ich mich also mit einem Erdogan-Verehrer solidarisieren? Mit einem, der antiwestliche Ressentiments schürt? Mit einem, der Leute wie mich einsperrt?

  80. Cenki66 meint:

    “Aber dann eben nur ein kleines, und ich würde darüber hinweggehen. Um Verständnis werben.

    Aber MIT Erdogan wird das Problem politisch brutal aufgeladen. Wird es ein heißes politisches Problem.

    Meinst du, dass es tatsächlich nur ein “Kleines” ist? Das sehe ich nicht so! Wie bereits erwähnt, gab es diesen Rassismus auch VOR Erdogan und wird sicherlich NACH Erdogan (leider) nicht verschwinden.
    Dem letzten Satz kann ich beipflichten. Allerdings geschieht dies politisch auch auf beiden Seiten.

    Eins noch: Als Blogger siehst du die Sache m.E. auch emotional. “Er würde mich einsperren”. Und versuchst dann somit auf Erdogan einzudreschen und kapselst dich selbst ab. Was sollen dann Türken im Allgemeinen sagen, wenn ich an den NSU erinnere? Das Leben geht hier trotzdem weiter.

  81. Ich weiß schon, Cenki, dass ich deiner Meinung nach es nicht als Problem sehen sollte, dass man einen wie mich in der Türkei einsperrt. Ist meine Reaktion in dieser Hinsicht wirklich nur “emotional”? – Ein deutsches Sprichwort sagt: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber. Wenn ich früher mit Kommunisten geredet und gestritten habe, habe ich als eines meiner Argumente vorgebracht: Wenn IHR die Macht habt, sperrt ihr Leute wie mich ein. Ist doch ein rationales Argument, oder?

    Ich weiß auch, dass ihr von Erdogan ablenken müsst. Unsere Regierung versucht euch dabei zu helfen. Aber die Bürger sind nun mal keine Diplomaten und reagieren unabhängig von der großen Politik auf den größten, schlimmsten Hetzer gegen uns, den wir je als Staatschef eines anderen Landes erlebt haben.

  82. Cenki66 meint:

    wie gesagt: ich könnte jetzt in die Schmollecke und mich über den Rassismus beschweren. Tue ich nicht. Ich weise lediglich darauf hin.

    Ablenkung? Das ist eigentlich mein Vorwurf an die Leute, die alles mit Erdogan in Verbindung bringen, damit sie ihrem latenten Rassismus freien Lauf lassen können :-)

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