Erdogandebatte. @ Lourdes Ros (1)

initiativgruppeIch beginne meine Antwort mit diesem Punkt:

Du bist wütend auf die Entwicklungen in der Türkei, das kann ich verstehen. Aber erstens wirfst du zu viele und vieles in einen Topf und zweitens bringt uns nur der Dialog weiter.

Es geht um Erdogan und seine Anhänger in Deutschland. Darauf geht deine Kritik kaum ein. Warum nicht?

Was Erdogan selbst betrifft, so sind wir uns gewiss einig. Wir kritisieren ihn nicht nur, wir verurteilen seine Politik und das, wofür der Mann steht. Er hat sich um Diktator gemacht (bzw. machen lassen), er terrorisiert und mordet Kurden, er sperrt Leute ein, die ihn scharf kritisieren, er hetzt  und pöbelt gegen die EU und Deutschland und die Deutschen, er schaltet die Medien gleich und lässt sie gegen uns hetzen …

Soll sich unser Urteil dann nur auf ihn und seine Politik beziehen dürfen, aber nicht auch auf seine Anhängerschaft? Auch auf die in Deutschland?

Es sind die Anhänger, die politische Verbrechen möglich machen und zu verantworten haben. (Wir Deutsche haben die Naziverbrechen möglich gemacht und zu verantworten.)

Ich verstehe unsere Regierung, wenn sie sich im Moment noch vornehm zurückhält. Sie hat sicher ihre guten Gründe dafür – über die zu sprechen wäre in einem eigenen Artikel.

Aber die, die nicht in der Regierung sind, müssen nicht in gleicher Weise Diplomaten sein.

Özil und Gündogan haben ihrem Großen Meister demonstrativ und provokativ gehuldigt. Haben einem Mann ihre Verehrung gezeigt, der gegen Deutschland und die Deutschen pöbelt – penetrant und in einer Weise, die in unserer bundesrepublikanischen Geschichte für einen Staatschef einmal sein dürfte.

Der DFB und der Trainer haben nicht getan, was sie sofort hätten tun müssen – die beiden Spieler, die sich unmöglich gemacht haben, aus der Mannschaft rauszunehmen. Sie haben – wie die Regierung – versucht, die Sache herunterzuspielen.

Das Publikum musste also die Aufgabe übernehmen …

Es hat Gündogan ausgepfiffen – und es hat damit Erdogan ausgepfiffen.

Völlig zurecht.

Wir sind uns einig darüber, wofür Erdogan steht!

Das Publikum hat nicht aus xenophobem Ressentiment, nicht aus “Rassismus” gepfiffen, sondern aus politisch naheliegenden Gründen. Die zu würdigen sind!

Nicht weil sie aus der Türkei stammen, sind Özil und Gündogan angegangen worden, sondern weil sie einem erklärten Deutschlandfeind ihre Referenz erwiesen haben.

Angesichts dieser Sachlage frage ich mich: Wie kommen da einige dazu, uns Rassismus vorzuwerfen?

Es ist nicht Rassismus, wenn wir Erdogan und seinen Anhängern unsere Meinung pfeifen. (Auch wenn unter denen, die pfeifen, einige Rassisten sein mögen.)

Nur der Dialog bringe uns weiter?

Der Dialog mit Erdogan und seinem Regime? Der Dialog mit seinen Anhängern in Deutschland?

Wie sieht denn der Dialog aus mit Erdogan, wenn wir das Urteil, von dem ich oben gesprochen haben, teilen? Es gibt keinen Dialog mit den Erdogan-Anhängern, weil sie mit uns keinen Dialog führen können und führen wollen. Mit Fundamentalisten ist kein Dialog zu führen. Sie können sich von uns nur abgelehnt fühlen – und sie haben natürlich damit recht: Wir lehnen sie ab, und dies kategorisch.

Aber bitte, wer meint, wir sollten einen Dialog mit ihnen führen: wer mit wem? wann? über was? wie?

Ich sehe da keinen Dialog. Nirgendwo. Auch keine Möglichkeit dazu. Sie lassen keinen Dialog zu!

Fortsetzung folgt.

15% – oder 30%?

Ich denke, die Rechnung geht so: Knapp 1,44 Millionen Deutschtürken waren wahlberechtigt – von vermutlich etwas über 2 Millionen Türkischstämmigen im Wahlalter.

Die Hälfte, ca. 700.000, hat an der Wahl teilgenommen, und davon haben knapp zwei Drittel (65%) Erdogan gewählt – also ca. 660.000. Man kann also von einem knappen Drittel sprechen, das Erdogan gewählt hat.

Und das dann für Erdogans Politik mit-verantwortlich zu machen ist.

 

Kommentare

  1. Cenki66 meint:

    “Er hat sich um Diktator gemacht”

    da ist wirklich was Wahres dran. Er hat sich um die Militärdiktatur gemacht ;-)

    “er terrorisiert und mordet Kurden, er sperrt Leute ein, die ihn scharf kritisieren, er hetzt und pöbelt gegen die EU und Deutschland und die Deutschen, er schaltet die Medien gleich und lässt sie gegen uns hetzen …”

    Mischung aus Lüge und mimimi, schon dutzende Male hier durchgekaut ;-)

    ich gehe mal ins Schwimmbad. Und nein, ich tue nicht “absaufen”.

  2. Korbinian meint:

    “Mischung aus Lüge und mimimi, schon dutzende Male hier durchgekaut“
    Damit kennst Du Dich doch am besten aus, cenki.
    Gibt’s in Mainz eigentlich Schwimmbäder die nur für Herren sind? Ich denke nicht dass es sich für Dich geziemt dass Du Frauen im Badeanzug und Bikini siehst.

  3. Cenki66 meint:

    @identitärer volksfront-spacko

    mit dir zu schreiben ist zeitverschwendung. wirklich. bisiktirol bewirkt wunder.

    “Ich denke nicht dass es sich für Dich geziemt dass Du Frauen im Badeanzug und Bikini siehst.”

    Eine Tüte Deutsch ebenfalls.

  4. “Das Publikum musste also die Aufgabe übernehmen …

    Es hat Gündogan ausgepfiffen – und es hat damit Erdogan ausgepfiffen.”

    Ja klar, natürlich wurde Erdogan ausgepfiffen.
    Diese Bilder sind um die Welt gegangen, das Bild Deutschlands wurde nachhaltig beschädigt – durch Özils offen Brief nochmal zusätzlich.

    Ein türkischer Spieler wird während der WM von seinen Fans während rund 1 Milliarde Menschen zuschauen (wahrschl. die Hälfte Muslime) ausgepfiffen undzwar von seinem eigenen Team, weil er ein Foto mit Erdogan gemacht hat.

    Selbst unser Außenminister gibt zu, dass das Ansehen Deutschlands beschädigt wurde.

    “Nicht weil sie aus der Türkei stammen, sind Özil und Gündogan angegangen worden, sondern weil sie einem erklärten Deutschlandfeind ihre Referenz erwiesen haben.

    Angesichts dieser Sachlage frage ich mich: Wie kommen da einige dazu, uns Rassismus vorzuwerfen?”

    Wieder ein Strohmann Argument, welches gerne benutzt wird- der Rassismusvorwurf bezieht sich darauf, dass während und nach der WM Özil als Sinnbild für das Scheitern der N11 genommen wurde – wenn willst du denn hier auf den Arm nehmen?

    Er wurde in den einschlägigen Medien als Verlierer und Verräter diffarmiert- Man hat ihm das WM aus angelastet, ihn als Sündenbock auserwählt – Weil es gerade so schön gepasst hat, weil Leute wie du (und du schreibst es ja selber) gerne sehen wollten wir er aufs Maul bekommt der dumme Erdotürke.

    Jetzt wo er sich gewährt hat und Deutschland damit diskrediert, wird er umso härter angegangen.

    Wobei man sagen muss, dass viele viele Prominente, Politker und Medien hier sich klar für Özil ausgesprochen haben.

  5. Korbinian meint:

    Süß wie Du immer gleich beleidigend wirst, mein kleiner warmer Muslimbruder.
    Bist wohl nicht an die Mädels rangekommen. Wahrscheinlich ist das auch wieder Kartoffelrassismus dass sie so eine Heulboje wie Dich nicht wollen.

  6. Korbinian meint:

    “Wobei man sagen muss, dass viele viele Prominente, Politker und Medien hier sich klar für Özil ausgesprochen haben.“

    Wahrscheinlich die Leute von BIG, Jakob Augstein und ein paar linke Blogger die jeden in Schutz nehmen so lange er über Deutschland herzieht.

  7. @Leo

    Der Korbinian zeigt hier das wahre Niveau derjenigen die auf “deiner” Seite stehen. Klar den gehts einzig und allein um Erdogan…

    Ich glaube der IG wäre tatsächlich gut beraten, wenn er dir einen privaten Blog nahelegen würde, indem du dich mit deinen Kumpels wie Korbinian austoben kannst.

  8. Korbinian meint:

    @manu

    Anscheinend ist es Dir im Graue-Wölfe-Forum zu langweilig geworden und Du musst uns hier alle belehren. Willst Du nicht lieber mit Deinem Kumpel fantomas ne Firma gründen ;) Am besten in der Türkei ;) Die Wirtschaft brummt da (hab ich von fantomas gehört).

  9. https://www.zeit.de/sport/2018-07/mesut-oezil-rassismus-debatte-me-two

    “Während sich die Leitartikler, Taxifahrer und Bäckereischlangenansteher in Deutschland die durch die Julihitze ohnehin schon köchelnden Köpfe noch heißer diskutierten, machte Özil einfach das, was er am besten kann: relativ unbeschwert Fußball spielen. Er lief sogar als Kapitän auf, was als Zeichen seines Clubs an die Welt gedeutet werden kann.”

    Damit ist alles gesagt, lasst die Leos, Korbinians, Afds und Kleingeister dieser Welt schwatzen. Menschen die von Multikulturalismus, Globailisierung und kosmopolitischen Gesellschaften reden aber gedanklich noch einen weiten Weg vor sich haben.

    Das kann man eben nicht alles mit Erdogan wegwischen, da fallen nur die drauf rein die es genau SO wissen wollen.

  10. Korbinian meint:

    @manu

    Spielt Arsenal eigentlich nächste Saison in der Champions League? ;) Die wären ja schön blöd ihren eigenen Spieler zu dissen wenn man nicht irgendetwas Gutes in der Hinterhand hat.
    Hat sich Özil irgendwie zu Multikulturalismus und Kosmopolitentum bekannt? Wohl kaum, er hat sich zu Erdogan und der Türkei bekannt und die ist eher für Monokultur bekannt nachdem man dort fast alle Minderheiten umgebracht oder vertrieben hat. Am multikulturellsten sind in der Türkei wahrscheinlich die Gefängnisse.
    Also ist Dein Geschreibsel hier wie immer substanzloser Blödsinn.

  11. Falstaff meint:

    “…durch Özils offen Brief…”

    Wer sich ein auch nur ein wenig mit der Person MESUT ÖZIL beschäftigt hat,
    erkennt SOFORT und EXAKT, das der Text dieses “OFFENEN BRIEFES” NIEMALS von Özil selbst verfasst worden ist.

    Er hat ihn vielleicht, nach Fertigstellung, selbst mal gelesen, und er hat ihm gefallen.

    ..

    Man könnte fast denken, dass die Erklärung in Ankara entstanden ist, statt in irgendeiner PR-Agentur, wenn man diesen Enthusiasmus verfolgt. Es passt perfekt in den aktuellen AKP-Sprech. Yeneroğlu[ AKP] redet davon, dass es Teil der türkischen Erziehung sei, Respekt vor jedem Staatsoberhaupt zu haben, unabhängig von welchem Staat er sei.
    Ja, klingt schön und romantisch.

    ..
    Wo ist dieser Respekt, wenn sein Chef seit zwei Jahren das Land, in dem Yeneroğlu selber aufgewachsen ist, immer und immer wieder als Nazi-Deutschland bezeichnet und daraufhin fast jede staatlich gelenkte Zeitung in der Türkei Merkel mit Hitler-Uniform und Hakenkreuzen abgebildet hat? Mit der identitären und nationalistischen Politik, die die AKP fährt, will man unter dem Label einer „Diasporapolitik“ nur eines erreichen: Jederzeit, wenn es einem politisch in den Kram passt, über die türkeistämmigen Deutschen verfügen, sie durch emotionale Appelle aufwiegeln und als Druckmittel nutzen. Darüber freuen sich zwei Parteien: ihre Identitären Brüder im Geiste, die AfD und Konsorten, und skrupellose Machtpolitiker in Ankara.

    ..

    Die TÜRKISCHEN Identitären, die Özil zum Helden erklärt haben, sind genau jene, die ihm mit Misstrauen begegnet sind und ihn beleidigten, als er sich vor Jahren für die deutsche Nationalmannschaft entschieden hat. Ihnen geht es in keiner Weise um Rassismus, ihnen geht es um die Aufrechterhaltung des Fremdseins der Türkeistämmigen in Deutschland, und damit um eine Kontrollierbarkeit dieser Menschen.

    Das schreibe nicht ich, sondern der (des Rassismus nun wirklich unverdächtige) Eren Güvercin

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-abstauber

  12. Falstaff meint:

    Nur der Ordnung halber: Die Zitate von E.G. beginnen bei
    “Man könnte fast denken….”

  13. Lourdes Ros meint:

    Leo: Von meiner Seite immer nur in aller Kürze, wofür die IG steht. Du rollst die Özil-Debatte auf. Ganz klar: Er hat – wie du – die deutsche Bürgerschaft und damit das unanfechtbare Recht, in der Nationalmannschaft zu spielen. Er ist kein Bürger zweiter Klasse. Punkt. Alles weitere persönlich. Die Beteiligung von MA, MV, VR und Kuratorium wollte ich dir auch persönlich ankündigen. Lourdes Ros, IG-GfV

  14. Korbinian meint:

    Der Text von Güvercin ist einer der Besten zu dem Thema. Alles präzise auf den Punkt gebracht. Respekt!

  15. @ Lourdes Ros

    Özil hat das formale Recht, in der deutschen Nationalmannschaft zu spielen.

    Einmal angenommen, ein Nationalspieler macht einen Huldigungsauftritt mit Gauland. “MEIN Abgeordneter im deutschen Bundestag.” – Ich nehme an, dass er nicht mehr aufgestellt werden würde. Mit Einverständnis von Lourdes Ros würde er eine Absage bekommen. Rassisten und Anhänger von Rassisten sollten eher nicht in der multikulturellen Nationalmannschaft auftreten. Da ist der Pass oder die Staatsangehörigkeit egal. Es würde auch gelten, wenn von einem Nationalspieler sexuell übergriffiges Verhalten bekannt würde. Und für so manch anderes.

    Özil ist kein Bürger zweiter Klasse. Er hat die Verantwortung zu tragen für seine Huldigung eines politischen Pöblers gegen Deutschland und für die Huldigung eines Diktators.

  16. @Leo

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen, Erdogan ist ein ausl. Politiker – Die Deutsche Wirtschaft, Politik, EU etc… stehen in sehr engen Kontakt zur Türkei, repräs. Erdogan. Bald kommt er sogar zu Besuch und wird hier auf höchster Ebende Empfangen.

    Ja wäre Gauland Deutscher Außenminister, bliebe das Foto natürlich folgenlos, eine Verurteilung dieser Person wäre in der Tat Scheinheilig.

    Leo was ist denn mit dem DFB? Die Unterstützung der WM in Katar? Treffen mit Putin etc.??? Hätte Deutschland nicht konsequenterweise nicht bei der WM in Russland teilnehmen dürfen, weil Putin eine tatsächliche Bedrohung für Deutschland und unsere OST- EU Partner ist? Verstößt Russland nicht so ziemlich gegen alles wofür wir stehen?

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