Erdogandebatte. @ Lourdes Ros (5)

initiativgruppeDie Debatte wird weitergehen. Hier ein Zwischenstand.

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Zunächst ein Blick auf die Debatte selbst:

Ich zitiere aus einem Diskussionsbeitrag von mir, der an Falstaff gerichtet war:

Die strategische Frage, in der ich mit Lourdes Ros ringe, ist eine ganz andere. Müssen wir im Rahmen unserer multikulturellen und einwanderungsfördernden Haltung auch GEGENgesellschaftliche Strömungen verteidigen? Müssen wir auch die Anhänger von Diktatur und religiös oder chauvinistisch motivierter Abschottung verteidigen?

Ich bin gespannt, wie sich diese Diskussion in der IG entwickeln wird.

Und: Wozu ist ein Argumentationsblog denn da? – Um zu argumentieren. Um sich auch argumentativ aneinander reiben zu können. Von wegen “Nibelungentreue” oder dergleichen.

Lourdes Ros hat jedes Recht, mich zu kritisieren, auch öffentlich hier auf dem Blog, wenn sie der Meinung ist, dass das nötig ist. Es ist mir ein Vergnügen, die Debatte anzunehmen. Ich hoffe, dass sich viele in der IG daran beteiligen werden. Und wenn sie es tun, wird es die einen geben, die mir, die anderen, die Lourdes Ros recht geben werden. Oder es findet sich eine uns allen gemeinsame Mitte.

So geht es zu in einem der Demokratie und Aufklärung verpflichteten Verein.

Am Ende kann es herauskommen, dass die Mehrheit in der IG meine Position für falsch hält. Was dann?

Dann gibt es für den Blog zwei Möglichkeiten:

Entweder diese Mehrheit akzeptiert es, dass ich dennoch meine Position weiter per Blog vertrete.
Oder sie sagt: Leo, mach deinen Blog von der IG unabhängig. Wir wollen nicht, dass deine Position im Namen der IG vertreten wird.

Letzteres wäre ein Ergebnis, dass ich zwar mit Bedauern, aber ohne Murren akzeptieren würde.

Allerdings würde ich diese strategische Entscheidung der IG heftig kritisieren.

Nun, Falstaff, meinst du nicht, dass so, wie ich das hier dargestellt habe, unserer Demokratie und unserem demokratischen Anstand ein gutes Zeugnis ausstellt?

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Lourdes Ros hat einige bedenkenswerte Gründe für ihre Kritik.

ich schreibe hier zugleich höchst persönlich UND im Namen der IG. Wie geht das zusammen?

1. Es gibt in der IG auch Personen, die das Diskriminierungsgeschehen sehr viel mehr im Mittelpunkt sehen als ich, und

2. die Erdogan zwar auch zum Kotzen finden und kategorisch kritisieren, aber nicht ernst nehmen wollen; seine Pöbeleien könne und solle man einfach ignorieren.

3. Meine Warnung vor der GEGENgesellschaft stößt auf Skepsis.

4. Sollte ein IG-Blog sich nicht mehr konzentrieren auf lokale und nationale Integrationsfragen und sich weniger beschäftigen mit internationalen Politikproblemen?

5. Der eine oder andere Artikel, wenn man nur ihn liest und den Kontext der Artikel insgesamt nicht hinreichend kennt, lädt zu Missverständnissen ein.

6. Viele, die in der IG arbeiten und mit der IG verbunden sind, sehen im Fall Özil einen Fall von Diskriminierung – einer wird aus der Mannschaft ausgegrenzt, letztlich weil er ein Türke ist – und der Blogger unterstützt das auch noch?

7. Wie um Gottes Willen kann ein IG-Blogger Migranten raten, sich zu überlegen, ob sie das Land nicht dovh besser verlassen sollten?

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Ich meine, zu fünf dieser Punkte bereits ausführlich und plausibel argumentiert zu haben. Im ersten und vierten Punkt werde ich das noch nachholen.

Ich verweise also auf meine letzten Artikel zum Thema.

Wenn jemand wirklich der Meinung sein sollte, in den Punkten 2, 3, 6, 6 und 7 seien Zweifel anzumelden, so möchte ich doch bitten, diese Zweifel HIER im Diskussionsteil vorzubringen. Unter dem einschlägigen Artikel.

Ich akzeptiere nicht ohne weiteres, dass man gegen mich hinter meinem Rücken schimpft. Der Blog bietet bequem und handlich und täglich und wunderbar zugänglich die Möglichkeit, nachzufragen und zu kritisieren.

Darf ich darauf bestehen, dass das so gemacht wird?

Also, Kritiker des Blogs, meldet eure Kritik gefälligst auch auf dem Blog! Was hält euch davon ab?

Es gäbe auch für jeden in der IG die Möglichkeit, einen ganzen Artikel zu liefern – contra Leo Brux. Sogar mehrere Artikel. Sogar permanente Mitarbeit. Dann würden hier zwei IG-Welten präsentiert, die sich in einigen interessanten und wichtigen Aspekten unterscheiden.

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Nicht ich entscheide, welchen Spielraum der Blog hat. Das entscheidet unbedingt und ohne Einschränkung die InitiativGruppe – solange der Blog als IG-Blog läuft.

Die Gremien haben das Wort.

Es wäre keine Entscheidung gegen die Demokratie oder Meinungsfreiheit, wenn man mir am Ende mitteilen würde: So, wie du es machst und machen willst, geht es nicht!

Klar ist auch, dass ich mir meine Freiheit nicht nehmen lassen werde. Ich kann den Blog auch IG-unabhängig weiterführen.

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Ich muss – aus strategischen Gründen! – unabhängig bleiben von institutionellen Maulkörben bzw. Verlautbarungsanmutungen, andererseits muss ich natürlich als IG-Blogger auch die Interessen der IG und die Empfindlichkeiten derer, die für die IG stehen, berücksichtigen.

Das bringt mich gelegentlich in eine Dilemmasituation – und ich mag solche Herausforderungen. Die Lösung kann immer nur pragmatisch gefunden werden, und Fall für Fall – solange man die Dilemma-Situation überhaupt akzeptiert. (Man kann sie aber auch einfach beenden.)

Strategisch: Wer seine Meinungsäußerungen institutionell bindet, genießt kaum noch Vertrauen. Die Sprache wird langweilig, die Äußerungen verlieren das Riskante, Zugespitzte, Dramatische, das sie interessant und anregend machen könnte. Man hört nicht mehr den Autor, sondern die Institution – und vermisst das Authentische.

Ein Blog lebt davon, dass der Blogger ganz er selbst sein kann, ganz seine Überzeugung vertreten und zuspitzen kann.

Das müssen die Leser spüren.

Der IG-Blogger redet hier niemand nach dem Munde – nicht einmal seinem Auftraggeber!

Manche werden den Kopf schütteln und sagen: Das geht doch grundsätzlich nicht!

Meine erste Antwort darauf ist: Dann habt ihr noch nicht verstanden, was glaubwürdiger Journalismus heute verlangt.

Meine zweite Antwort darauf ist: Vielleicht ist es MIR nicht gelungen, die natürliche Spannung bzw. das Dilemma der institutionellen Bindung UND persönlichen Äußerungsfreiheit pragmatisch zu bewältigen.

Es folgen noch einige Artikel zur Thematik:

- Ein Nachtrag zur Özil-Debatte. (Was wäre passiert, wenn ein deutscher Nationalspieler eine Pressekonferenz mit dem Rassisten Gauland veranstaltet hätte: “Mein Abgeordneter!”)

- Der Blogger ist ein deutscher Patriot! (Eine Provokation – an alle Linken gerichtet, die meinen, Deutschland schlechtreden zu müssen.)

- Warum ein Blog über Integration und Einwanderung immer die internationale Perspektive braucht. (Muss ich das eigentlich erklären?)

- Warum ich meine, dass der Diskriminierungsvorwurf leicht kontraproduktiv wird. (Deutschland war noch nie so multikulturell und hat noch nie so wenig Fremdenfeindlichkeit gehabt wie heute.)

Man sieht: Für Kontroversen ist gesorgt. Bei jedem dieser Themen werde ich auch in der IG auf Widerspruch stoßen. Und auf Beifall. – Hier wird diskutiert! Pro und Contra!

Für sympathieheischende Reportagen und für Rechenschaftsberichte gibt es andere Medien.

Außerdem warten einige andere heiße Themen, etwa die euphemistisch benannten “Ankerzentren” und die Folgerungen aus der aktuellen Migrantenstatistik – fast ein Viertel der Einwohner des Landes hat nun bereits migrationsgeschichtliche Hintergründe. Es gibt auch Neues aus Österreich und Italien und vom Mittelmeer.

Kommentare

  1. “Vielleicht ist es MIR nicht gelungen, die natürliche Spannung bzw. das Dilemma der institutionellen Bindung UND persönlichen Äußerungsfreiheit pragmatisch zu bewältigen.”

    Die Wahreit ist, ich oder andere, wohl auch große Teile des IG halten deine Meinung schlicht für falsch und wiedersprechen dir.
    Gestehe den Menschen, Institutionen Politikern, Wirtschaftsverbänden, Medien etc. zu, eigene Überzeugungen zu haben und nicht rein aus Zwang oder Pragmatismus zu handeln. und versuch nicht durch die schlichte Unterstellung oder Behauptung von Beweggründen, Aussagen in deine Richtung, in ein dir genehmes Licht zu Rücken.

    Ich denke niemand will dir einen Maulkorb verpassen, jedoch ist die Linie die der IG vertritt eine Überzeugung und kein opportunistisches Gewand das man sich anlegt und je nach Situation wieder ablegen kann.
    Dasselbe Spiel bei unseren Politikern – Akzeptiere einfach, dass es Politiker gibt, die aus ÜBERZEUGUNG sich für pro Türkische Positionen einsetzen und den Frieden in diesem Land aufgrund von gegenseitigem diplomatischen Geplänkel nicht gefährden wollen. Die sind nicht “eigentlich” auf deiner Seite, nein die sind GEGEN dich.

  2. Ansonsten bin ich selbst ein Freund klarer Worte und Positionen. Wer ausserdem einen Blog betreibt, sollte froh sein, wenn ihm Kontra gegeben wird, auf beiden Seiten sollten aber Normen des Anstands und Respekts eingehalten werden.

  3. Korbinian meint:

    “Akzeptiere einfach, dass es Politiker gibt, die aus ÜBERZEUGUNG sich für pro Türkische Positionen einsetzen und den Frieden in diesem Land aufgrund von gegenseitigem diplomatischen Geplänkel nicht gefährden wollen.”
    Glaube ich nicht. Der Yeneroglu spekuliert doch auch nur darauf ob für ihn was abfällt wenn Erdogans Leute sich in der Türkei die Taschen füllen.

  4. Falstaff meint:

    Aktueller Stand der Türk. Lira jetzt bei 5,9086 zu 1 Euro.

    Kein weiter “Rutsch” mehr bis zu 6,
    vielleicht haut RTE diese Woche noch
    was raus…

  5. Falstaff meint:

    Man muß nicht lange warten:

    Der türkische Präsident Erdogan fordert seine Landsleute auf, Gold und Devisen gegen türkische Lira zu tauschen, um die Währung des Landes zu stabilisieren.

    https://www.reuters.com/article/turkey-economy-currency-erdogan/erdogan-calls-on-turks-to-convert-hard-currency-gold-into-lira-idUSA4N1TM024

    Und was werden die braven türk. Bürger tun?
    Einen Teufel werden die tun, die sind zwar erfüllt
    von Stolz & Eeeehreee, aber nicht verrückt.

  6. Korbinian meint:

    @falstaff

    Recep Tayyip Honecker fordert seine Zonentürken auf die rassistische Auslandsvaluta gegen die Ost-Lira zurückzutauschen. Mit sozialistischem Muslimbrüdergruß. R4bia! Der Kampf geht weiter.
    https://de.wikipedia.org/wiki/R4bia

  7. Es geht dahin …
    Man beachte die Steigerung. Immer schneller verfällt die Lira. Heute Abend erreicht sie vielleicht schon 5,2 Dollar.

    Was passiert jetzt im Verhältnis USA-Türkei bezüglich a) Brunson und bezüglich b) Iransanktionen.
    In beidem meint die Türkei, sich gegen die USA behaupten zu können.

    Die Frage ist da nicht, wer hier nun im Recht ist, sondern wer den Nerv und die Ressourcen hat, um sich durchzusetzen.

    Möglichkeit 1: Irgendwie einigen sich beide Seiten doch noch, und in einer für beide Seiten gesichtswahrenden Weise. (Halte ich für relativ wahrscheinlich.)
    Möglichkeit 2: Die USA zwingen die Türkei zum Rückzieher, Erdogan verliert ein bisschen Gesicht. (Nicht unwahrscheinlich.)
    Möglichkeit 3: Die USA geben nach, die Türkei triumphiert irgendwie … (Unwahrscheinlich, aber wer weiß?)
    Möglichkeit 4: Crash. (Der natürlich hauptsächlich auf Kosten der Türkei ginge – siehe Ressourcen im Rückraum. – Durchaus denkbar, der Crash, wenn auch eher nicht wahrscheinlich.)

    Soweit meine sachliche Abwägung der Möglichkeiten.

    Was wünsche ich mir? (Das verrate ich nicht …)

    Ich nehme an, die EU fürchtet Möglichkeit 4 – Millionen türkische Flüchtlinge strömen dann nach Europa, das hätte uns zurzeit weiß Gott grade noch gefehlt. Also hofft hofft hofft die EU, dass Möglichkeit 1 sich realisiert. Und wenn nicht das, dann Möglichkeit 2. Möglichkeit 4 wäre der worst case – nicht, weil die Türkei sich dann mit Russland verbünden wird. Russland hat kein Geld und wäre nicht unbedingt glücklich mit einem so großen Klotz am Bein. Denn die Türkei wäre ökonomisch ruiniert und würde den Russen nur Kosten verursachen. Die Angst Europas sind die Flüchtlinge, nicht so sehr die syrischen (na ja, die schon auch), sondern die türkischen.

    Die Gefahr besteht, dass die Türkei kollabiert. DAS ist es wohl, was die EU so vorsichtig macht.
    (Andernfalls könnte sie Erdogan zwingen, Farbe zu bekennen – und ihn damit rasch zum Einknicken bringen.)

    Ach ja, Falstaff, mir fällt ein, dass du auf meine einschlägige Frage noch nicht geantwortet hast: Bist du bereit zur Aufnahme von Millionen türkischen Erdogan-Flüchtlingen?

  8. Korbinian meint:

    Ich wäre bereit. Die schicke dann alle mal zum “Hallo-Sagen” bei fantomas, cenki und manu vorbei:)

  9. Zu Lira-Sinkflug und Anstieg der Inflation:

    Doch das war auf Pump finanziert, eine Kreditblase entstand. Unternehmen stehen heute mit rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes in der Kreide – vor zehn Jahren waren es 20 Prozent. Allein im Ausland haben sie Verbindlichkeiten von rund 340 Milliarden Dollar. Und auch die Privathaushalte verschuldeten sich in den vergangenen Jahren massiv. Parallel dazu sanken die Sparguthaben deutlich.

    Es ist schlichte ökonomische Logik, dass in einer solchen Lage das Geld an Wert verliert. Im Juni betrug die Inflationsrate nach offiziellen Angaben 15,4 Prozent, im Juli stiegt sie weiter auf 15,9 Prozent. Um diese Entwicklung zu stoppen, müsste die Notenbank die Zinsen deutlich erhöhen. Präsident Erdogan verhindert dies jedoch, da dies das Wachstum bremsen würde. Daher zerfrisst die Inflation die Währung immer schneller, der Wechselkurs fällt weiter. … …

    Kaum ein Land ist so abhängig von ausländischem Kapital wie die Türkei. Das liegt daran, dass das Land über seine Verhältnisse lebt, weit mehr importiert als exportiert. Dadurch ist das Leistungsbilanzdefizit in den vergangenen Jahren immer größer geworden, 2017 betrug es 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das ist so lange tragbar, wie das Defizit über entsprechende Kapitalzuflüsse aus dem Ausland ausgeglichen wird. Angesichts der hohen Inflation bei gleichzeitig relativ niedrigen Zinsen bleiben diese nun aber aus. Und die Sanktionen sorgen zusätzlich für Unsicherheit bei Investoren.

    Als Folge droht der Türkei eine Zahlungsbilanzkrise. Die möglichen Folgen wären Hyperinflation, Bankenpleiten und auch ein Staatsbankrott. Anschließend würde die Wirtschaft in eine tiefe Rezession fallen, Firmen pleitegehen, Millionen Menschen arbeitslos werden. Letztlich könnte nur eine Währungsreform einen Neuanfang möglich machen.

    Der Autor des WELT-Artikels meint hier, Erdogan würde dennoch Gewinn draus ziehen. Das ist typisch WELT-kurzsichtig gedacht. Ich glaube kaum, dass die Anhänger Erdogans alle begeistert sein werden, wenn die Wirtschaft abschmiert. Und die Opposition hat natürlich recht, wenn sie Erdogan dazu antreibt, die Konfrontation mit den USA zu suchen. Die Konfrontation wird Erdogan verlieren, so oder so – und das wird gut sein für die Opposition.

  10. Falstaff meint:

    “Bist du bereit zur Aufnahme von Millionen türkischen Erdogan-Flüchtlingen? ”

    Warum sollten Millionen flüchten ?
    Ausyrien sind auch keine Millionen gepfüchtet.
    Wirtschaftsflüchtlinge ? Dann NEIN.

    Klingelingeling………im Ring…..

    Türk Lira bei 6,0163 zum Euro

    Ich sehe sie vor meinem geistigen Auge,
    die kilometerlangen Schlangen von
    Türken in der Türkei (und natürlich
    die selbstgewählten “Einmal Türke-
    immer Türke” Türken in Deutschland)
    vor den Banken, schwer beladen
    mit ihren Goldketten und
    Devisen-Vorräten, um mit
    vor Stolz und Ehhhhreeee zum
    Bersten geschwollenen Brüsten
    auf Erdogan’s Bitte hin,
    die Lira zu retten….

    (Sarkasmus aus)

  11. Falstaff meint:

    Hoppela..

    Aus Syrien sind auch keine Millionen geflüchtet.

  12. Falstaff,
    aus Syrien sind ca. 6 Millionen in die Nachbarländer geflüchtet. 3,5 Millionen in die Türkei. 1 Million im Libanon. Zwischen einer halben und einer knappen ganzen Million lebt in den verschiedenen europäischen Staaten, die meisten davon in Deutschland, viele auch in Schweden und Norwegen und den Niederlanden und in Österreich.

    Ist dir das nicht bekannt?

    Oder ist das jetzt ein Trumpismus:

    Aus Syrien sind auch keine Millionen geflüchtet.

    Einfach eine glatte und für alle durchsichtige Lüge aus nackter Verachtung für Wahrheit und Fakten?

    Da in Deutschland knapp 3 Millionen Deutschtürken leben, gibt es hier eine ziemlich große Gruppe, die über Verwandtschaft aufnahmeberechtigt ist. Familiennachzug. Allein das schon reicht für einige Millionen.

    Aber es geht bei meiner Frage an dich um mehr: Du stellst fest, wie Erdogan die Türkei kaputt macht. Also für die Flüchtlingsströme der Zukunft sorgt. Verstehe ich dich richtig: Gegenüber denen, die vor Erdogan bzw. vor den Verhältnissen fliehen, die Erdogan schafft, muss es deiner Meinung nach heißen: Grenzen zu!

    Sehe ich das richtig? Oder interpretiere ich dich mal wieder falsch?
    Und wenn ich dich jetzt falsch interpretiere – liegt es vielleicht daran, dass du dich nicht klar genug ausdrückst?

    Die Lira ist im freien Fall. Sie geht gerade auf 5,3 Dollar zu, hat die 5,2, die ich für heute Mitternacht erwartet haben, schon deutlich übertroffen. Was für ein Tempo!

  13. Falstaff meint:

    Sehe ich das richtig?

    Nö.

    “Oder interpretiere ich dich mal wieder falsch?”

    Tja.

    “Und wenn ich dich jetzt falsch interpretiere – liegt es vielleicht daran, dass du dich nicht klar genug ausdrückst?”

    Genau. Hab ich (diesmal) nicht.

    Aus Syrien sind auch keine Millionen [ nach Deutschland] geflüchtet.
    Sondern (stand Ende 2017) ungefähr 700.000.

    Mir ist NICHT bekannt, das es in der Türkei (bisher) bürgerkriegsähnliche Zustände gibt, so etwas wie der IS große Teile des Landes besetzt hat,
    oder ( man staune) Erdogan’s Recken Leuten zu tausenden die Köpfe
    abgesäbelt hat, oder vor hat, die zu tun (er wird sich hüten).

    “Du stellst fest, wie Erdogan die Türkei kaputt macht.”

    Er führt sie an den Rand (oder weiter ? er wird sich hüten !) eines wirtschaftlichen Niedergangs.

    Sollte so etwas eintreten, bzw. eskalieren, wird er mit (natürlich gesichtswahrend) kneifen.

    Kommt es GANZ extrem, wird (man!) ihn ERSETZEN.

    “Gegenüber denen, die vor Erdogan bzw. vor den Verhältnissen fliehen, die Erdogan schafft, muss es deiner Meinung nach heißen: Grenzen zu! ”

    Politisch Verfolgte haben ein Recht auf Asyl, Kriegsflüchtlinge können
    (nach Feststellung) subsidiären Schutz (auf Zeit).
    Wirtschaftsflüchtlinge haben nach dt. Rechtsprechung
    KEIN Recht auf beides. Oder ?

    Und jetzt ?

  14. Falstaff meint:

    “Der Autor des WELT-Artikels meint hier, Erdogan würde dennoch Gewinn draus ziehen. ”

    Richtig. Kurz bis mittelfristig.

    Zitat aus bes. WELT Artikel:
    Verschwörungstheorien stehen in der Türkei gerade [wieder] hoch im Kurs. Der Verfall der Lira sei das Ergebnis von Manipulationen, kolportieren manche Mächtigen und auch die Menschen auf der Straße. Vornehmlich werden „Zionisten“ verantwortlich gemacht oder XY, der den Aufstieg der Türkei verhindern wolle – man ergänze XY durch eine Gruppe oder Person nach eigener Wahl.

    -

    WENN die NATION angegriffen wird, gibts diese
    sog. WAGENBURG-Mentalität, insbesondere bei
    solchen Völkern mit dermaßen
    STOLZ & EEEEEHREEE !

    Der FEIND kommt IMMER von AUSSEN !

    So lange ein großer Teil der Türken ihm
    das glauben ( und sie sind sehr empfänglich
    dafür) , kommt er damit durch.

    Bis es irgendwann doch UM DIE WURSCHT GEHT.

  15. Falstaff meint:

    Wie DIE WURSCHT aussähe ?

    Nun, das fängt in dem WELT Artikel bei
    “Der Auswärtige Ausschuss des US-Senats…”
    an.

  16. Falstaff meint:

    Stand 22:30 Uhr Türk. Lira 6,1450 zum Euro !

    Das sind alleine heute 4% Wertverlust !

    Und die Devisenreserven liegen ( durch Interventionen)
    nur noch bei 40% !

    In diesem Land kann nur durch einem wirtschaftlichen Niedergang politisch ( und dann gesellschaftlich) etwas verändert werden.

    Je schneller das passiert, desto geringer ist der volkswirtschaftliche Schaden.

    Aber so lange gut 53% der Schafe ihrem Hirten blind folgen…

  17. Falstaff meint:

    Und auf dem STAATS-Sender TRT hört und liest man dazu seit Tagen ?

    NICHTS.

  18. Falstaff,
    vielleicht konzentrierst du dich und deine Bemerkungen mal ein bisschen.

    Bezüglich der Flüchtlinge aus der Türkei:

    Es kann Familiennachzüge in großer Zahl geben.
    Es kann Bürgerkriegsflüchtlinge in großer Zahl geben.
    Es kann politische Flüchtlinge in großer Zahl geben.

    Kann.

    Was dann?

    Die Frage möchtest du nicht so direkt beantworten. Dabei ginge das sehr knapp.

  19. Falstaff, bist du hier nur um dich auszukotzen?

  20. Falstaff meint:

    Was bedeutet AKA in der Internetsprache?

    Auch bekannt als …

    ?

  21. @Leo

    Die die Flüchten (woran ich nicht glaube, vielleicht ein paar 10.000 Maximal) – werden mit Sicherheit keine Türken nach deinem Sinne sein.

    Sofern es Türken sind, werden es gebildete und patriotisch orientierte Türken sein und sich hier sehr schnell und effizient organisieren. Für die Türkische Community kann das nur ein Vorteil sein – wenn noch mehr selbstbewusste und kosmopolitische Türken nach Deutschland kommen. Das könnte den eher patriotisch orientierten Vereinen einen Aufwind bringen.

    Also Menschen die du als Gegengesellschaft, als deine Feinde bezeichnest.

  22. Was bedeutet wohl Falstaff in der Internetsprache.
    Sehr gut passen würde wohl “F”ake “a”nd “L”ol Staff.

  23. Falstaff ist Korbinian – Soviel Hass und Rotz kann kein Zweiter freiwillig mit sich herumtragen.

    Ach übrigens der Deutsche Tourist hat wieder die Strände von Alanya entdeckt. Soooo schlimm ist der Erdogan nun doch nicht – man muss ja schließlich auch wieder Urlaub machen (Bulgarien war wohl doch nicht so toll).

    https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Deutsche-Urlauber-haben-die-Tuerkei-wiederentdeckt-und-wie-id51295926.html

    https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/buchungen-verdoppelt-die-gruende-fuer-das-tourismus-comeback-der-tuerkei/21028630.html

    https://www.focus.de/reisen/service/alle-gefahr-vergessen-ferienforscher-erklaert-deshalb-stuermen-urlauber-die-tuerkei-als-waere-nie-etwas-gewesen_id_8582111.html

    Zitat:
    „2016 war die Türkei sehr präsent in den Medien, die schlechten Nachrichten haben sich überhäuft“, erklärt er gegenüber FOCUS Online. Nachdem die Medien die „einzige Brücke“ zwischen deutschen Urlaubern und der Türkei als Urlaubsland seien, habe die Berichterstattung selbstredend erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen der Urlauber. “

  24. Korbinian meint:

    @manu

    Tja viele mögen es halt billig, so wie Du z. B.

  25. Falstaff meint:

    Wie sehen sie denn aus, die Besucherzahlen aus D, im Verhältnis zu 2014 und 2015 ? 2016 und 17 wahr ja wohl große Ebbe.

    Und woher kommt das große Urlauberwachstum 2018 ? Russland.
    Mit tun die Hotelmitarbeiter leid, die die “Sitten und Gebräuche”
    der schon morgens bis spät in die Nacht sich mit Wodka abfüllenen Herren ertragen müssen, mal ganz abgesehen von allgem. Rüppeligkeit.
    ( Gaaaanz schlecht für Kalkulation der AI-Bunker bei den enormen Steuern auf Fusel in der Türkei, aber sich ist man dort damit genau so KREATIV, wie bei den extra Wasserzuleitungen an den Bier-Zapfanlagen).

    Die Hotelkontingente sind für 2018 schon in 2017 von den Reiseveranstaltern gebucht worden, zu Preisen IM KELLER.

    Die Hotels sind größtenteil JETZT in der SAISON gut belegt,
    aber UMSATZ ist eben nicht GEWINN.

    Es wird schlechtweg nichts verdient, an den Touris.

    Und die dt. Touris haben größtenteil schon im Frühjahr gebucht,
    als die Preise IM KELLER waren. Da gabs 5 Sterne AI Bunker in
    Lara mit Flug schon ab 290 Euro pro Person.

    Herbst und Winter werden dann wieder GRAUSIG,
    und viele 3-4 Sterne Hotels werden endgültig
    über die Klinge springen…

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