Weniger Angriffe auf Flüchtlinge – aber …

asylAngriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte:

2016: über 3.500

2017: etwa 2.200

2018 (1. Halbjahr): etwas über 700

Aufs Jahr gerechnet: voraussichtlich 1.400 bis 1.500.

120 Flüchtlinge wurden bisher verletzt.

In 77 Fällen gab es einen direkten Angriff auf Flüchtlingsunterkünfte.

Soweit die Zählung des Bundesinnenministeriums.

Es ist etwa das Niveau von 2014 – also vor der großen Flüchtlingsbewegung von 2015.

Kriterien u. a.: gefährliche Körperverletzung, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch.

Dazu einige Bemerkungen:

Erfreulich: Die Zahlen gehen deutlich zurück.

Unerfreulich: Sie bleiben erschreckend hoch.

Sind wir uns mit der AfD einig, dass es sich um Straftaten handelt?

Zu diesen Straftaten motiviert auch die Hetze gegen Flüchtlinge. Wer hetzt, motiviert zu Übergiffshandlungen.

Es sind politisch motivierte Straftaten. Die Taten Rechtsradikaler.

Und die Flüchtlinge? Tun die etwa nix?

Fragen wir Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat!

Wo hakt es im deutschen Asylsystem?

Natürlich haben wir Probleme, besonders in den großen Sammellagern in Bayern wie in Bamberg, Manching, aber auch in Donauwörth, Deggendorf oder Waldkraiburg. Die Zunahme von gewalttätigen Konflikten ist nicht von der Hand zu weisen, sind aber hausgemacht.

Ja, wir brauchen Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern, wir können ja die Flüchtlinge nicht auf der Straße stehen lassen. Aber wir sollten die Menschen anschließend schnell in kleinere Unterkünfte verteilen, denn je kleiner die Unterkunft, desto geringer das Konfliktpotenzial im Inneren und desto größer die Akzeptanz bei den Nachbarn.

Allein in Bayern gibt es derzeit 50 000 freie Plätze. Umso fataler ist es, dass Bayern und Innenminister Seehofer mit den geplanten Ankerzentren den genau entgegengesetzten Weg gehen wollen.

Bei Problemen denken die meisten Deutschen wahrscheinlich eher an den Fall der jungen Susanna, die von einem abgelehnten Asylbewerber getötet worden ist.

Ein grauenhafter Fall. Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das muss durchgesetzt werden, keine Frage! Der Täter muss dem deutschen Recht entsprechend bestraft werden.

Ich wehre mich allerdings gegen jeden Versuch, aus diesem schrecklichen Verbrechen einen Generalverdacht gegen Flüchtlinge zu konstruieren.

Das Recht auf körperliche Unversehrheit gilt allerdings für alle, von Angriffen auf Flüchtlinge, die es auch in Bayern unverändert fast täglich gibt, redet dagegen keiner mehr.

Im Fall des toten Mädchens wird ein Verbrechen instrumentalisiert, um gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen. Ich halte das im Übrigen auch gegenüber dem Opfer als unanständig.

 

Kommentare

  1. Frank Berghaus meint:

    Nach meiner Einschätzung sieht die AfD das sicher nur als berechtigte Notwehr der Wutbürger, die von Merkel betrogen wurden.

    Ergo: Merkel ist schuld und gehört bestraft.

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