CSU: Einwanderer sind willkommen. Deutschland ist und bleibt Einwanderungsland.

migrationDas ist die Überzeugung der CSU. Sie sagt es offen. Es kommt aus dem Mund bzw. vom Schreibtisch des Innenministers Seehofer.

Natürlich drückt er es nicht ganz so klar aus wie ich in der Überschrift dieses Artikels.

Aber auf das JA! zum Einwanderungsland Deutschland und auf das JA! zu einer entsprechenden Willkommenskultur läuft Seehofers Entwurf für ein Einwanderungsgesetz hinaus.

Etwas schamhaft benennt Seehofer es so:

“ECKPUNKTE zum kohärenten Ansatz Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten”

Ein ZEIT-Kommentator fasst zusammen:

Die Autoren legen großen Wert darauf, das für Teile der deutschen Gesellschaft toxische Wort “Einwanderung” nur in Verbindung mit dem soliden, guten Wort “Fachkräfte” zu nennen.

Im Folgenden verwenden sie fast zwei der insgesamt sechs Seiten darauf, zu beteuern, dass es ihnen nur um “den Bedarf unserer Volkswirtschaft” geht, und darum, “zunächst und prioritär” die “inländischen Potenziale zu heben und zu sichern”.

Nur weil das inländische Potenzial nicht reicht, braucht es in dieser Logik ein paar Ausländer mit Potenzial: Die Autoren behandeln Einwanderung allein als volkswirtschaftliche Unvermeidbarkeit.

Damit das praktisch klappt, gibt es ein paar interessante Maßnahmen:

  • mehr die Einwanderung vorbereitende Deutschkurse im Ausland
  • leichtere und schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse
  • leichtere Einreisemöglichkeit für Ausländer, um Arbeit zu suchen
  • bessere Zugänglichkeit der Botschaften im Ausland für Menchen, die bei uns Arbeit suchen und einwandern wollen
  • die Regeln der Einwanderung sollen übersichtlicher und einfacher werden

Nicht in den Eckpunkten steht, was in diesem Zusammenhang eigentlich auch naheliegend wäre: Asylbewerber, die hier einen Job gefunden haben, sollten nicht mehr ausreisen müssen.

Sollte nicht der, der hier Arbeit gefunden hat, also auch gebraucht wird, bei uns bleiben können?

Insgesamt aber sind Seehofers Eckpunkte ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Heribert Prantl in der SZ:

CSU und CDU werden damit nicht zur Migrationsunion. Aber es ist dies, vielleicht, ein Einstieg in die Realität, der wohl auch dem Drängen der Wirtschaft zuzuschreiben ist. Es ist fast so, als tränke der Teufel Weihwasser.

Deutschland braucht Einwanderung. Und nicht zu knapp. Das erkennt auch die CSU. Prantl:

Das ist eine sehr späte Erkenntnis. Die SPD hat sie der CSU im Flüchtlingskompromiss abgetrotzt (so wie sie ihr in der vergangenen Legislaturperiode den Mindestlohn abgetrotzt hat). Seehofer hat sich an die Vereinbarung gehalten.

Um es mit Bert Brecht zu sagen: Darum sei auch die SPD bedankt, sie hat es ihm abverlangt.

Erleichtert stelle ich fest: Die CSU ist eine konstruktive und – alles in allem – vernünftige Partei.

Der Artikel unterbricht meine aktuelle IG-bezogene Reflexion. Sie wird im nächsten Artikel fortgesetzt, dann erneut unterbrochen – ich bin zwei Wochen weg, in Wien, und werde dort wohl keine Artikel verfassen. Nur gelegentlich die Debatte verfolgen. Am 2. September bin ich zurück. Es kommen noch mehr Artikel zur Debatte über Rassismus, Diskriminierung, Gegengesellschaft, Patriotismus, Multikultur, Weltbürgerlichkeit, etc..

Diejenigen, die meine Sicht nicht teilen oder sie nicht für IG-konform halten, haben jederzeit die Gelegenheit, sich mit eigenen Beiträgen einzuschalten und ihre Kritik darzustellen und zu begründen.

Kommentare

  1. Brandbombe meint:

    Damit hat Seehofer der AfD wieder Wahlkampfhilfe gegeben. Sehr freundlich von ihm.

    Die Mehrheit der Deutschen hat die Schnauze voll von Multikulti und ist der Ansicht, dass eine vernünftige Größenordnung bei der Einwanderung längst überschritten wurde. Man braucht sich bloß mal Dortmund und andere Ruhrgebietsstädte ansehen. Da sieht man teilweise kaum noch Deutsche auf der Straße.

    Das wird noch sehr, sehr böse enden, befürchte ich. Der Krug geht solange zu Boden bis er bricht.

  2. Die Wahlhilfe lag in den Aktivitäten vorher.

    Dass die Mehrheit der Deutschen nicht die Schnauze voll von Multikulti hat, zeigt sich in den Umfragen. Die AfD liegt bei 15 oder maximal 17%. Das ist ziemlich weit entfernt von 50%.

    Aber für einen wie Brandbombe ist nur ein Deutscher, der so völkisch tickt wie er. Die meisten Deutschen sind für ihn keine Deutschen mehr. Er verabscheut sie, er verachtet sie, er hasst sie – die realen Deutschen, und mit ihnen das reale Deutschland.

    In Dortmund, zum Beispiel, gibt es deutlich weniger Ausländer als zum Beispiel in München oder Stuttgart. München und Stuttgart haben damit kein Problem – im Gegenteil, sie prosperieren, sind dabei sauber und sicher und gut organisiert. Musterbeispiele multikulturellen Erfolgs.

    Im Ruhrgebiet liegt der Ausländeranteil überall unter 20%. In Dortmund bei ca. 17%, in Essen bei 15%, in Duisburg bei 19%. (2016) In München und Stuttgart liegt er über 25%.

  3. Brandbombe meint:

    Als ob nur AfD-Wähler die Schnauze voll hätten. Lächerlich.

    Viele trauen sich schlicht (noch) nicht, AfD zu wählen oder wählen sie aufgrund anderer Programmpunkte nicht oder weil das Personal missfällt oder, oder, oder…

    Da gibt es viele Gründe.

    Doch ganz sicher nicht, weil sie Multikulti “toll” finden.

  4. Die Schnauze voll haben viele Leute von vielen verschiedenen Dingen.

    Wer TRAUT SICH NICHT, AfD zu wählen? – Feiglinge? Oder trauen sie sich nicht, weil sie eine Partei nicht wählen können, die schlicht eine Barbarenpartei ist. Eine Partei, die gegen die offensichtlichen Interessen unserer Wirtschaft agiert? Die das wirkliche Deutschland hasst und verabscheut und besinnungslos alles kaputt machen möchte?

    Es gibt tatsächlich viele gute Gründe, nicht AfD zu wählen, auch wenn man meinen sollte, dass wir zu viele Einwanderer haben oder zu viele von der falschen Kategorie.

    In München und in Stuttgart zum Beispiel scheint man Multikulti gut zu finden. Es gibt ein breites Bündnis dafür, und die Parteien, die dieses Bündnis unterstützen, liegen in diesen Städten aktuell bei fast 90% der Wählerstimmen.

    Wollen wir nicht in eine Argumentation einsteigen – ordentlich pro & contra austauschen?

    Zum Beispiel zu der Frage: Warum hat Dortmund (vielleicht) ein größeres Problem mit Migranten als München, obwohl es doch deutlich weniger Ausländer hat?

    Warum gibt es besonders dort besonders viele Ausländer, wo die Wirtschaft besonders gut läuft? Könnte es nicht sein, dass gerade die Zuwanderung die Wirtschaft gut laufen lässt, und dann die gute Wirtschaftslage wiederum Zuwanderung motiviert? Ein win-win-game! Sollte man so ein erfolgreiches Zusammenspiel nicht unterstützen?

    Fast überall dort, wo es in Deutschland besonders wenig Migranten gibt, schaut es auch mit der Wirtschaft nicht so gut aus. ALLE verlieren dadurch. Sollte man ein lose-lose-game nicht vermeiden?

    Am schlimmsten ist die Lage in den “national befreiten Zonen”, zum Beispiel Anklam. Da ist dann einfach nur Tote Hose. Die würden wirklich Einwanderung brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen.

    Habe ich da recht oder nicht? – Darüber ließe sich streiten: sachlich, faktenorientiert – deutsch eben. Deutsch streiten, werter Ruhrkumpel, nicht barbarisch.

    Brandbombe, ein bisschen Liebe zum eigenen Land und ein gewisses Verständnis für vernünftiges Argumentieren sollte man schon zeigen, wenn man sich selber als Deutschen und Patrioten sehen möchte.

  5. Brandbombe meint:

    Deine Win-Win/Loose-Loose-Annahmen sind an den Haaren herbeigezogen, was soll ich dazu groß sagen? Außer: Bullshit!

    Es gibt viele Regionen mit strukturellen Problemen, das hat nichts mit Migranten zu tun. Das ist einfach eine total bescheuerte Annahme.

    Und ja, natürlich haben wir viel zu viele “falsche” Migranten, die nicht zu uns passen und die unsere Kultur ablehnen.

    Das Problem ist aber auch, dass wir insgesamt zu viele Ausländer haben – ob mit oder ohne deutschen Pass. Man hört hier im Ruhrgebiet teilweise kaum noch Deutsch auf den Straßen, da übertreibe ich wahrlich nicht! Das könnten Dir sicher viele, die hier leben, bestätigen. Die knapp 20% entsprechenden nicht der faktischen Realität oder berücksichtigen schlicht nicht die, die “Migrationshintergrund” haben. Denn solche Papier-Deutsche verhalten sich oft genauso wie andere Ausländer, d.h., sie sind laut und quatschen überall in ihrer Landessprache. Ja, ja, ich ahne schon, Du findest das toll und spannend. Ich finde es zum kotzen. Wenn ich fremdländisches erleben will, fahre ich in den Urlaub (natürlich nicht in islamische Länder, sondern innerhalb der EU!).

    Uns Deutschen wird Stück für Stück unsere Identität und Heimat genommen.

    Ich verstehe und unterstütze jeden, der aus purer Notwehr AfD wählt. Einfach aus Protest.

  6. Ich sehe, ein Argumentationsversuch.

    Teil 1:

    Deine Win-Win/Loose-Loose-Annahmen sind an den Haaren herbeigezogen, was soll ich dazu groß sagen? Außer: Bullshit!

    Na ja, was ist jetzt hier die Argumentation? Kann man primitiver, barbarischer, die deutsche Argumentationskultur verachtender schreiben als so, wie es die Brandbombe hier macht?

    Teil 2:

    Es gibt viele Regionen mit strukturellen Problemen, das hat nichts mit Migranten zu tun. Das ist einfach eine total bescheuerte Annahme.

    Wie sollen wir das verstehen? Was genau ist eine bescheuerte Annahme? Dass die Probleme des Ruhrgebiets nichts mit den dort lebenden Migranten zu tun hat?

    Brandbombe lässt uns rätseln.

    Vermutlich meint er aber, die Probleme etwa von Anklam hätten nichts mit Migranten zu tun. Logisch insofern, als es dort keine Migranten gibt. Also könnte es sein, dass die Probleme gerade damit zu tun haben, dass dort keine Migranten sind und auch keine Migranten hinwollen und dass sie nicht einmal hinkommen könnten, wenn sie wollten. So ein Ort ist dann eben am Arsch.

    Teil 3:

    Es sind natürlich mehr Migranten, wenn man nicht nur den Ausländeranteil veranschlagt, sondern den Anteil all derer, die Migrationsgeschichte haben. Das sind in München dann zwischen 40 und 45%, im Ruhrgebiet wahrscheinlich um die 25%. Also wieder deutlich weniger als in München.

    Teil 4:

    Da lässt die Brandbombe die Sau raus:

    … sie sind laut und quatschen überall in ihrer Landessprache. Ja, ja, ich ahne schon, Du findest das toll und spannend. Ich finde es zum kotzen. Wenn ich fremdländisches erleben will, fahre ich in den Urlaub (natürlich nicht in islamische Länder, sondern innerhalb der EU!).

    Das ist natürlich authentisch! (Diesen Ausruf richte ich vor allem an alle diejenigen, die mir erzählen, dass das Gefühl vieler Einwanderer, in Deutschland auf hartnäckigen Rassismus zu stoßen, vor allem mal authentisch ist. Authentisch werfen die Authentiker aller Denominationen den jeweils anderen Authentikern ihre authentischen Empfindungen höchst unsensibel vor den Latz.)

    Ich hab ja doch einen Artikel geschrieben über das Fremdeln, Brandbombe. Hast du ihn gelesen? Und den, der darauf folgt?

    Dein Fall kommt vom Fremdeln her, ist aber längst ideologisch verfestigt, emotional verhärtet – also tatsächlich das, was wir als Rassismus bezeichnen müssen.

    Dabei aber durchaus authentisch – das streite ich nicht ab. Der Judenhass der Nazis war ganz und gar authentisch. Ehrlich. Tief empfunden. Glaubwürdig.

    Es gehört zum deutschen, also auch zivilisierten Verhalten, dass man gegenüber den einen Gefühlen, besonders den Erregungen, ein bisschen kritische Distanz hält. Das macht man, indem man sich vorstellt, wie andere Menschen den Anlass der Erregung und die Erregung selber wahrnehmen. Man betrachtet sich mal ein bisschen mit den kühlen Augen der anderen. Von außen.

    Man spielt sich also nicht als Tyrann auf, der seine eigenen Emotionen, seine persönlichen Bedürfnisse penetrant absolut setzt.

    Man müsste also ein kleines bisschen authentisch unauthentisch werden, wenn man als zivilisierter Mensch unter zivilisierten Menschen leben möchte …

    Teil 5:

    Uns Deutschen wird Stück für Stück unsere Identität und Heimat genommen.

    Die Welt verändert sich. Seine Identität und seine Heimat kann man nur bewahren, indem man für diese Veränderungen offen ist und mit ihnen auch mitgehen kann.

    Wiederum: Genau dazu gibt es einen Artikel von mir.

    Was für eine Identität verkörperst du eigentlich, Brandbombe? Doch wohl eher keine deutsche, sondern eine barbarische. Und deine Heimat findest du zum Kotzen. Da ich dir kein anderes Land empfehlen kann, bleibt mir nur übrig, dir Anklam zu empfehlen. Da findest du garantiert keine Ausländer. Ich schwör! Also, Brandbombe, geh in den Osten! Zu den Ossis! In Sachsen, so lese ich, könnte die AfD die nächsten Wahlen gewinnen! Schön für dich – allerdings schlecht für die Sachsen und die Wirtschaft dort. Wahrscheinlich findest du eher Arbeit dort, wo es eben auch viele Migranten gibt. So ein Pech aber auch!

    Apropos Identität und Heimat: Da gehört auch die Sprache dazu.

    Ein kleiner Hinweis zur Verbesserung deines Deutsch:

    “Ich finde es zum kotzen. Wenn ich fremdländisches erleben will …”

    Es handelt sich hier bei “kotzen” um ein nominalisiertes Verb, bei “fremdländisches” um ein nominalisiertes Adjektiv; beides schreibt man darum groß. Die deutsche Sprache ist also manchmal zum Kotzen, und Fremdländisches kann man erfreulicherweise auch in der Nachbarschaft erleben.

    Nichts für ungut – mein Tipp kostet auch nichts. Ich tu gern was für die deutsche Sprache – damit auch für meine deutsche Identität und Heimat.

    Noch etwas: Zu “uns Deutschen” gehören inzwischen schon fast 10 Millionen Staatsbürger mit Wurzeln im Ausland. – Ich weiß, für dich ist das nur ein Grund, dieses wirkliche Deutschland abgrundtief zu verachten und zu verabscheuen.

    Teil 6:

    Ich verstehe und unterstütze jeden, der aus purer Notwehr AfD wählt. Einfach aus Protest.

    Das ist ungefähr so, wie wenn jemand sagt: Ich verstehe und unterstütze jeden, der aus purer Notwehr (gegen die Übel der Welt) sich zu Tode frisst oder zu Tode säuft.

    Du und die AfD, ihr möchtet, dass sich Deutschland abschafft. Dass es untergeht. Weil ihr das wirkliche Deutschland (und das wirkliche Leben) nicht zu schätzen wisst.

    Wahrscheinlich steckt hinter deinem Deutschlandhass ein Lebenshass.

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