Berlin & Ankara: “Tauwetter”?

tuerkeiAuf Regierungsebene ist es offensichtlich: Ja.

Unter den Bürgern, den Wählern ist es auch offensichtlich: Nein.

Eine große Mehrheit der Bürger lehnt jegliche Hilfe für “Erdoganistan” ab.

Die Regierung hingegen bemüht sich aufopfernd darum, das Verhältnis zur Türkei zu entspannen.

Regierung gegen Volk.

Volk gegen Regierung.

Ich stehe da konsequent und mit Leidenschaft auf BEIDEN Seiten.

1

Die Regierung in Berlin hat völlig recht: Die Türkei steht am Abgrund. Die Katastrophe droht. Zunächst ökonomisch, dann in der Folge wahrscheinlich innenpolitisch. Möglicherweise auch – als Ablenkung von inneren Spannungen – durch kriegerische Politik nach außen.

Das bedroht uns in mehrerlei Form, ökonomisch natürlich oder bündnispolitisch, vor allem aber: Wenn die Türkei kollabiert, kommt es zu einer ungeheuren Flüchtlingswelle Richtung Mitteleuropa.

Dann können wir nicht nur mit Millionen syrischer Flüchtlinge, die im Moment noch in der Türkei gefangen gehalten werden, rechnen. Dann kommen Millionen verzweifelter Türken dazu.

Nun kann Berlin das verrückt gewordene Ankara nicht retten. Aber Berlin kann wenigstens versuchen, etwas zu helfen, dass das Ausmaß der Krise vielleicht begrenzt bleibt.

Deutschland könnte der Türkei mehr helfen – wenn da nicht der Bruch mit Erdogan wäre. Die Regierung muss vorsichtig sein und jede Hilfeleistung möglichst vor den Augen der Bürger verbergen.

Wir haben glücklicherweise eine cool-kompetente Regierung – anders als in Washington, Rom und Ankara machen in Berlin keine Barbaren Politik, sondern kluge Frauen und Männer, die wissen, was sie tun.

2

Die Bürger haben genauso recht. Erdogan hat gegen Deutschland und die Deutschen in einer Weise gepöbelt, die unvergesslich ist und die wir nicht unbeantwortet lassen können.

Özil und Gündogan sind ausgepfiffen worden – stellvertretend für Erdogan.

Die “Erdotürken” in Deutschland haben klar gemacht, wo sie stehen: GEGEN Deutschland und die Deutschen.

Sie grenzen sich selbst aus, bauen ihre GEGENgesellschaft auf – autoritär orientiert, patriarchalisch und teils türkchauvinistisch, teils islamistisch, auf jeden Fall kulturreaktionär, homophob, aggressiv gegen unsere multikulturelle, liberale Lebensform.

Sie gehören nicht zu uns und wollen auch nicht zu uns gehören. Sie wollen hier in Deutschland eine türkische Bastion errichten.

Dagegen richtet sich die Wut der Bürger – völlig zurecht.

Hinzu kommt der Staatsterrorismus, der die türkische Politik prägt und den die Anhänger Erdogans in Deutschland verteidigen – und mit ihrer Wählerstimme möglich gemacht haben.

In den Verhaftungen deutscher Bürger wird dies noch einmal besonders auffällig.

Hier kann es  also kein “Tauwetter” geben.

3

Pragmatisches Resümee:

Leute, unsere Regierung handelt klug – lasst sie mal machen! Ihr könnt ihr vertrauen!

WIR hier unten wissen auch, was wir zu tun haben.

Und zwar nach innen. Auch da macht Berlin die richtigen Schritte:

Der Einfluss aus dem Ausland auf in Deutschland lebende Muslime soll eingedämmt werden. Das kündigt das Bundesinnenministerium an und bezieht sich auf die türkische Religionsbehörde Diyanet. Daraus entstehende Konflikte werde man aushalten.

Das wird im Artikel der WELT weiter erläutert.

Wir hier unten verteidigen unsere westliche Lebensform und unsere multikulturelle Gesellschaft gegen die Rechtsradikalen, gegen die Salafisten, gegen die Erdotürken.

Aber auch gegen jene linken Verächter unserer Gesellschaft, die uns einzureden versuchen, es sei Rassismus, wenn wir sich verfestigende kultur-reaktionäre Tendenzen unter Migranten ablehnen.

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