AfD als Partei des Zeitgeistes

rechtsEine Herausforderung – herangetragen von Stefan Petzner (zitiert nach telepolis):

Das Problem ist, dass sich alle der AfD zuwenden, aber nicht dem, was sie groß macht.

Es geht nicht um die AfD, sondern um ihre Themen, bei denen viele das Gefühl haben, dass sie wichtig sind, die Regierungen in Europa aber kläglich daran scheitern, sie zu lösen.

So lange es keine wirkungsvolle, europäische Lösung für die Flüchtlings- und Migrationsfrage gibt, wird der Aufstieg der AfD ungebremst weiter gehen. …

… die AfD ist eben nicht nur eine Partei, die AfD verkörpert den Zeitgeist, der da lautet:

Wir haben den Glauben an die Handlungsfähigkeit der Politik und der staatlichen Instanzen verloren,

wir stehen dem Modell der parlamentarischen Parteiendemokratie immer skeptischer bis ablehnender gegenüber

und sehnen uns nach einem starken Führer im Stile Putins, der die Dinge in die Hand nimmt und regelt.

Das ist das eigentlich Gefährliche: Es geht nicht um die AfD, sondern der dahinter stehenden Agenda, die immer mehr Menschen offen oder heimlich unterstützen und mittragen.

Nun, was tun, wenn das stimmt?

Zunächst, es stimmt ja so nicht, dass sich die Politik nicht dem (einzigen) Thema der AfD zuwendet, das sie groß macht – dem der Migration.

Petzner korrigiert das Missverständnis etwas später: Zuwenden tun sich die Parteien schon, aber sie LÖSEN das Problem nicht.

Petzner sieht die Lösung in der Politik von Sebastian Kurz, dem österreichischen Kanzler.

Der macht erstens das Thema zur Chefsache, stellt es offen in den Mittelpunkt seiner Agenda, und er packt es  zweitens praktisch an: alle Maßnahmen befürwortend, die nur irgendwie geeignet sein könnten, die Wege der Flüchtlinge zu uns zu schließen.

Was tun?

Erstens: So lange das Migrations- und Flüchtlingsthema nicht nachhaltig, spürbar und merkbar gelöst ist, wird ihr Aufstieg weiter gehen.

Zweitens: Dieser Aufstieg wird verstärkt, so lange die Volksparteien weiter einen falschen Umgang mit der AfD und ihren Themen pflegen und es verabsäumen, und drittens sich die großen Volksparteien nicht selbst von innen heraus zu erneuern.

Sebastian Kurz hat in Österreich vorgezeigt, wie es gehen kann: Er hat seine Partei radikal erneuert und zugleich im Wissen um die Wichtigkeit des Themas, die Agenden Flüchtlinge und Migration zu einem seiner Hauptthemen gemacht.

Dies alles aber nicht auf eine populistische, radikale Art und Weise, sondern nüchtern, sachlich, inhaltlich- und lösungsorientiert.

Ergebnis: Er hat seine Partei innerhalb von wenigen Monaten von unter zwanzig Prozent auf weit über dreißig gehievt und ist heute Bundeskanzler. Das zeigt, was alles möglich wäre.

Für unsere Parteien sieht Petzner schwarz, nicht zuletzt für die CSU:

Die schwört sich auf einen Law-and-Order-Kurs ein, übernimmt Stil und Wording der AfD und legt nach nicht einmal zwei Monaten und katastrophalen Umfragewerten einen Totalschwenk hin und erklärt die AfD zum Hauptgegner.

Die Hauptwährung in der Politik ist Glaubwürdigkeit und die geht mit einem solchen, rein umfragegetriebenen Zick-Zack-Kurs, wie ihn die CSU fährt, völlig verloren.

Die einzig stabile Konstante in dem ganzen Zirkus ist derzeit die AfD. Das macht sie so stark und wird sie noch stärker machen.

Was Kurz angeht, so warten wir doch noch lieber ein bisschen ab. Bisher ist seine Politik teils Show, teils Sozialstaatsabbau, teils Gewährenlassen der FPÖ, also Zuschauen beim Abbau der Demokratie in Österreich.

Wie lange wird das gut gehen?

Meine Skepsis ist natürlich keine zureichende Antwort auf die Herausforderung, wie sie Petzner formuliert.

Mir scheint nur sein Lösungsvorschlag zu KURZgegriffen.

 

Kommentare

  1. Unser alter Bekannter hat unter neuem nickname wieder eine “Werbung” für die AfD abgegeben:

    dieser petzner hat recht und die afd wird weiter wachsen, weil wir nur von weicheiern regiert werden, die angst haben mal einen ton gegen ausländer zu sagen, auch wenn es berechtigt ist! die afd hört auf die bürger und spricht deren sprache. hinter vorgehaltner hand sagen viele in meinem bekanntenkreis und auf arbeit, dass sie afd wählen werden. öffentlich traut sich kaum einer, weil man als schnell nazi abgestempelt wird und u.u. seine existenz riskiert. aber die zahlen werden der afd recht geben. ich werde auch afd wählen und ich hoffe, bald ist zahltag für diese ganzen politkasper in berlin. stahlbesen raus und durchkehren. danke afd.

    Stahlbesen raus und durchkehren: ein Naziwunsch. Der Typ will die völkische Revolution, ein autoritäres Regime. Und Verhältnisse wie in Anklam. Wo tote Hose herrscht. Keine Ausländer, keine Arbeit. Deutsche Depression.

    Unser AfD-Fan hat außerdem das Interview mit Petzner nicht gelesen. Der argumentiert GEGEN die AfD.

    Vorerst ist “das Volk” noch entschieden gegen die AfD. Über 80%.

    Man beachte auch das Argumentationsniveau unseres AfD-Wählers! Er pöbelt nur. Früher hat man das auf der Straße und mit den Fäusten gemacht – als SA-Trupp. Heute macht man das im Internet und verbal.

    Der SA-Pöbel war seinerzeit auch vielen Leuten sehr sympathisch. Was ist dann daraus geworden?

  2. Der Kommentator bestätigt doch in gewisser Hinsicht, was Heitmeyer gesagt hat. Diese Leute fühlen sich als Nichts, weil sie der Ansicht sind, dass niemand sie hört.

    Deswegen schreiben sie manisch Kommentare und machen Wahlwerbung. Weil sie denken, dadurch besser wahrgenommen zu werden.

  3. Erwachsene Menschen sind solche, die sich für sich selbst verantwortlich fühlen. Wenn also etwas schief läuft, fragen sie sich zuerst und vor allem, was sie selber falsch gemacht haben. Und wenn es so ist, dass da nichts zu machen ist, ertragen sie es mit Würde. Für den Fall aber, dass etwas zu machen ist, handeln sie konstruktiv – rational und kooperativ.

    Ich würde mal sagen, dass man das von erwachsenen Menschen verlangen kann und verlangen sollte.

    Das heißt dann aber auch, auf das Gejammer der “Opfer” mit einem deutlichen Kopfschütteln zu reagieren.

    Wie erwachsen sind die Erwachsenen heute?

    Nun schreiben viele also manisch ihre Kommentare und versammeln sich als Mob hinter einer rechtspopulistischen Bewegung und möchten gern eine andere Republik (anders als einstens die Nazis, die immerhin eine Utopie hatten: ohne recht zu wissen, was das denn für eine “andere” Republik werden soll). Dabei geifern sie ihren Sündenbock an, die Migranten, die Flüchtlinge. Wer sich aufgeilen will, braucht einfach einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen dazu, die er entmenschlichen kann.

    Was kann man da tun? Ihnen in den Arsch kriechen? Aaach, ihr Armen, ihr habt ja soo recht!

    Da bin ich froh, dass ich kein Politiker bin. Als Blogger kann ich Klartext sprechen. Muss ich nicht schmeicheln.

    Dabei versteh ich diese Jammerlappen. Sie sind überfordert. Hoffnungslos überfordert. Die Welt ist zu anspruchsvoll, zu komplex, verdammt unübersichtlich geworden. Immer mehr fallen unten durch. Und über uns die Gewitterwolken …

    Besser wird’s nicht werden.

    Ich kann das nicht ändern. Also trag ich es mit Fassung.

  4. Hier die Antwort unseres AfD-Freunds:

    durch die gefühlte 20. wiederholung wird deine bescheuerte “anklam-these” auch nicht wahrer. sie bleibt pseudo-intellektueller bullshit, brux!

    deutschland braucht keine ausländer, um erfolgreich zu sein. lediglich eine kleine anzahl an fachkräften, aber das sind dann i.d.r. europäische ingeneure, eventuell auch ein paar inder, doch ganz sicher keine amris und youssefs!

    kapiere es endlich!
    du bist auf dem holzweg. deine ganzen kranken thesen basieren auf deiner linken wunschvorstellung, dass multikulti und ethnische durchmischung die welt besser machen. dem ist aber nicht so. überall wo verschiedene kulturen aufeinander prallen, knallt es früher oder später. auch in den usa sind konflikte (schwarz/weiss/latinos) an der tagesordnung! und was auf dem balkan passiert ist, weißt du wohl selber…

    du bist ein träumer, brux. du fantasierst dir eine welt und gesellschaft herbei, die es so nicht gibt. wenn in münchen multikulti halbwegs friedlich funktioniert, dann nur dann, weil das (sozial-)geld die leute bei laune hält. bleibt das mal weg, wirst du dein blaues wunder erleben. im doppelten sinne :D

    ach und km, mir persönlich geht es ausgezeichnet. ich mache mir berechtigterweise sorgen um meine heimat, die leute wie du und dein meister brux kaputt machen. zumindest tragt ihr idelogisch dazu bei. ich scheisse auf euch.

    Ist Anklam nur ein schlechter Traum?
    Ist der Erfolg des multikulturellen Münchens ein Traum?
    Wie sieht es mit der Arbeitslosenrate in München aus, und wie in den Kleinstädten Süddeutschlands (die man in Lage und Größe mit Anklam vergleichen könnte)?

    Wer träumt hier?

    Überall, wo verschiedene Kulturen aufeinanderprallen, knallt es, meint der AfD-Freund.
    Ganz und gar nicht überall, aber ok, gelegentlich schon. Zum Beispiel zwischen uns beiden. Da knallen zwei (na ja, “ethnodeutsche”) antagonistische Kulturen aufeinander. Auch zwischen dem deutschen München und dem deutschen Anklam ist der Kulturunterschied kaum zu überbrücken. Ein Münchner könnte wohl in Anklam nicht leben – er würde spätestens nach einem Jahr die Flucht ergreifen.

    Der AfD-Freund braucht also nicht nur die ethnische Säuberung von Braunen, Schwarzen und Slaven, um die von ihm angenommenen unerträglichen und unaufhebbaren Kulturkonflikte mit all diesen Einwanderergruppen (von ein paar Fachkräften abgesehen, immerhin) aus der Welt zu schaffen. Er müsste noch mehr Energie reinstecken, um die vom Pfad der deutschen Tugend abweichenden Kulturen unter den Ethnodeutschen zu beseitigen, um seine eigene Kultur als Monokultur etablieren zu können.

    Da bräuchte es eine veritable faschistische Diktatur, um das zu schaffen.

    In Anklam ist es schon gelungen – durch Abwanderung und Abschließung und Verarmung.

    Also, lieber AfD-Freund, deine nächste Urlaubsreise sollte ins verdienstvolle Anklam gehen. Die national-befreite Zone. Die Landschaft drum herum ist einen Besuch wert. Etwa der Dschungel links und rechts der Peene. Der Ostseestrand ist auch nicht weit. Und die Landschaft um die Kleinstadt herum scheint fast menschenleer zu sein – also sehr erholsam für einen geplagten Großstädter. Nur IN Anklam selber ist nix los. Alles dort ist, soweit überhaupt etwas vorhanden ist, verdammt deutsch. Und bläst Trübsal.

    Wie anders in den ebenso multikulturellen wie friedlichen und sicheren Kleinstädten Süddeutschlands!

    Es ist wie im Fußball. Eine Mannschaft, die nicht multikulturell aufgestellt ist, hat keine Chance mehr in einer Profiliga.

    Für Städte gilt dasselbe.

    Das kannst du doch SEHEN, AfD-Fan! Mach nur einfach mal die Augen auf!

  5. Ich kann das nicht ändern. Also trag ich es mit Fassung.

    Wenn man sich in etwas reingesteigert hat, wird das leider schwierig.

    Ich denke, was diesen Leuten fehlt, ist die Möglichkeit, sinnvolle und konstruktive Vorschläge zu machen, die dann wirklich ernsthaft diskutiert werden.

    Wahrscheinlich fehlt den Leuten auch die Fähigkeit, detaillierte Vorschläge auszuformulieren. Von der AfD gibt es zum Beispiel auch keine detaillierten Vorschläge zu den wichtigsten Fragen, wie man im Sommerinterview mit Gauland sehen konnte.

    Und im Kommentar heißt es nur:

    kapiere es endlich!
    du bist auf dem holzweg. deine ganzen kranken thesen basieren auf deiner linken wunschvorstellung, dass multikulti und ethnische durchmischung die welt besser machen. 
    [...]
    du bist ein träumer, brux. du fantasierst dir eine welt und gesellschaft herbei, die es so nicht gibt.

    Da gibt es überhaupt keine Formulierung: “So könnte man es besser machen…”

    Da haben wir auch schon sehr oft nachgefragt, aber detaillierte Antwort nicht bekommen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es für diese Leute daran liegt, dass es hier niemanden mit Regierungsverantwortung gibt, der einem zuhört. Dann spart man sich eben die Mühe.

    Warum die AfD, die nun die Möglichkeit hat Vorschläge zu machen, keine Verbesserungsvorschläge macht, ist natürlich merkwürdig.

    Was ich vermute, die Wählerschaft ist zu heterogen. Man bietet sich als Zuhörer an, macht aber nichts, weil hinter jedem Vorschlag nur ein Bruchteil der Anhänger stehen würde. Das ist natürlich ein Problem.

  6. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Rechtspopulisten sinnvolle Vorschläge machen wollen. Sie wollen toben. Kaputt machen. Sie sind einfach verantwortungslos. Enthemmt.

    Die Fähigkeit zu konstruktiver Politik fehlt ihnen. Auch der Wille dazu.

    Unser AfD-Troll hier ist dafür ein gutes Beispiel. Er giftet nur. Das Giften ist es, was ihm gut tut. Er ist ein destruktiver Typ.

    Ist es nicht witzig, wenn er als Argumentationsversuch schreibt:

    wenn in münchen multikulti halbwegs friedlich funktioniert, dann nur dann, weil das (sozial-)geld die leute bei laune hält.

    Wie ist das mit dem Sozialgeld in Dresden oder Chemnitz oder Magdeburg im Vergleich zu München? Ich schätze mal, dass in München relativ wenig Sozialgeld bezahlt werden muss, weil hier mehr Leute gute Arbeit finden.

    Der AfD-Troll möchte, dass ganz Deutschland überall möglichst so ausschaut wie dort, wo es keine oder kaum Migranten gibt. Müsste er sich dann nicht umschauen und vergleichen?

    Ethnische Durchmischung: Im Laufe des späteren 19. Jahrhunderts und dann des 20. Jahrhunderts wurde München ethnisch durchmischt – Norddeutsche und Schwaben und Franken etc. kamen nach München, dann auch Sudetendeutsche und andere Flüchtlinge. Das WAR eine mächtige ethnische Durchmischung, und sie hat München gut getan. Aber es war dann eben nicht mehr so ländlich bayerisch wie einst – München konnte dafür anfangen, richtig urban zu werden. Das hat einige Zeit gedauert.

    Die weitere ethnische Durchmischung (die seit 50 Jahren) tut München ebenfalls gut. Man braucht nur hinzuschauen. Ich erlebe diesen Wandlungsprozess, diese weitere Urbanisierung seit einigen Jahrzehnten mit – und freue mich über die Entwicklung. Ein wunderbarer Gewinn an Lebensqualität.

    München ist bunt. – Diese Buntheit möchten die AfDler gern abschaffen. Sie möchten München ruinieren. Uns ostdeutsche Verhältnisse aufzwingen. Da haben wir etwas zu verteidigen – gegen die Irren von der AfD, die unbedingt Deutschland im allgemeinen und München im besonderen verarmen wollen.

  7. Warum die AfD, die nun die Möglichkeit hat Vorschläge zu machen, keine Verbesserungsvorschläge macht, ist natürlich merkwürdig.

    Es geht nicht um Verbesserungen. Um Reformen. Das langweilt. Und geht am Drama vorbei.

    Meinem Eindruck nach wollen die AfDler eine Revolution. Ohne allerdings eine Idee zu haben, was dabei herauskommen soll – außer natürlich die völkische Reinheit und die nationale Abschottung, also irgendwie die Verhältnisse von 1960 oder so.

    Also ist die Agenda primär negativ. Grenzen zu! “Fremde” raus! Dann sieht man weiter.

    Man stelle sich vor, die Fans des FC Bayern sagen: Nur noch bayerische Spieler sollen in der Mannschaft sein. OK, einen oder zwei aus Restdeutschland akzeptieren wir schon noch. Aber keine Slaven und keine Franzosen und Mittelmeerler und schon gar keine Afrikaner oder Asiaten oder Südamerikaner.

    Wir sind ein Münchner Verein, da spielen Münchner! Bayern! Die kulturelle Homogenität im Team und das Heimatgefühl der Fans auch im Stadion sind unser Erfolgsprinzip!

    Wo würde der FC Bayern München dann ziemlich schnell landen? – In der Bayernliga Süd.

    Das ist keineswegs unsere Absicht, werden die Anhänger der Re-Bajuwarisierung des FC Bayern München sagen. Ja, die Absicht wäre es nicht, aber die Folge.

    Einfache Frage an den Troll und alle diejenigen, die auf seiner Linie giften:
    Wo ist Deutschland besonders erfolgreich? – Genau dort, wo auch der Migrantenanteil am höchsten ist.
    Wo ist Deutschland am wenigsten erfolgreich? – Genau dort, wo auch der Migrantenanteil am niedrigsten ist.

    Was hat der Troll dazu zu sagen?

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