“Anlandeplattform” – versenkt

asylEine Zeitlang war dieses Wortblüte recht beliebt bei unseren Grenzschützern. Einer (ein FPÖler, natürlich) meinte sogar, man solle sie militärisch durchsetzen. Mal in Nordafrika, bevorzugt Libyen, einmarschieren, ein Stück Küstenland okkupieren und dort die Fllüchtlinge, die in der Sahara nicht schon bequemerweise verdurstet sind, “anlanden” und streng bewacht verkommen lassen.

Jetzt haben die nordafrikanischen Staaten die “Anlandeplattform” versenkt. Sie haben ganz einfach nein gesagt.

Von Marokko bis Ägypten: Nein.

Die Idee wäre gewesen: Ein Land, bevorzugt Libyen, sammelt mal alle, die es über die Sahara rüber schaffen, in großen Lagern, die man aber bitte nicht Lager nennen sollte, weil das Wort irgendwie historisch belastet ist – die man darum geschickterweise in “Anlandeplattform” umbenennt. Punkt. Fertig. (Ach ja, nicht vergessen, handverlesen wird man auch ein paar von den Angelandeten in die EU vermitteln.)

Das Land kriegt dann dafür auch ein bisschen Hilfe. Ein paar Milliärdchen?

Warum haben fünf Mittelmeersüdküstenländer alle nein gesagt?

Ich vermute mal, die EU hat sie nicht hinreichend bestochen.

Wie wär’s – und wir zahlen zum Beispiel Tunesien jedes Jahr 50 Mrd. Euro, und Tunesien verpflichtet sich dafür, ALLE, die von Süden her an der Mittelmeerküste ankommen, aufzunehmen, sich auch von Libyen oder Marokko zuschicken zu lassen, wer dort auftaucht.

50 Mrd. Euro pro Jahr – da könnte man in Tunesien schon mal überlegen, ob das nicht ginge. Und dann dafür sorgen, dass das Geld auch Jahr für Jahr weiter fließt.

5 Mrd. würde man vielleicht für die “Plattform” ausgeben müssen, der beträchtliche Rest ginge in den Haushalt, macht mehr Investitionen und Wohlfahrt möglich.

50 Mrd. Euro – könnte Europa natürlich auch direkt in Afrika investieren. Oder etwa in der Form einsetzen, dass man auf die für viele Afrikaner wirtschaftsmörderische Subventionierung europäischer Agrargüter und eigentlich auch in Afrika produzierbarer Güter verzichtet. Das könnte dann die Auswanderungsneigung in Afrika reduzieren.

So weit sind wir noch nicht.

Wie weit sind wir – nach der Plattform-Pleite?

Es bleibt die Strategie der Aufnahme-Verweigerung. Die Schiffe zur Umkehr zu zwingen. Was nicht geht, wenn das Schiff abzusaufen droht. Da muss man in den sauren Apfel beißen (Salvini würde sagen: ins “faule Menschenfleisch”). Insgesamt wird man mit der bisherigen Meeresmauer-Politik vorerst die Zahlen einigermaßen niedrig halten können.

Kommentare

  1. Frank Berghaus meint:

    Nach Ghadhafis Ermordung haben wir in Tunesien über eine Million Libyer aufgenommen. Das wäre mengenmässig so als ob Deutschland auf einen Schlag 8 Millionen Fremde hätte verdauen müssen. Zieht man noch die völlig unterschiedliche Wirtschaftskraft und infrastrukturelle Situation hinzu, so kann man die Zahl von 8 Millionen sicherlich noch vervielfachen. Sicher gab es umfangreiche Hilfe (hervorzuheben das Schweizer Rote Kreuz), aber vor allen Dingen eine unglaubliche Hilfsbereitschaft der tunesischen Bevölkerung. Da wurden ganze Familien privat untergebracht, Hotels stellten Raum bereit, Wohnungen, an denen zum Glück kein grosser Mangel herrscht, wurden vermietet oder (an die Wohlhabenderen) verkauft. Das Problem war in kürzester Zeit (wenn ich recht erinnere weniger als drei Monate) erledigt. Wir schafften das!

    Warum diese Vorrede?

    Wenn jetzt insinuiert wird, man könne diese Hilfsbereitschaft erneut mit Fantasiebeträgen zum Leben erwecken, so täuscht man sich gewaltig. Es macht eben einen Unterschied, ob man einem Brudervolk (Tripolitanier sind den Tunesiern sehr ähnlich) in einer Notlage hilft, oder ob man kommerziellen Menschenhandel betreibt. Das klare NEIN von Marokko bis Ägypten kann doch nur den verwundern, der von der Mentalität dieser Leute nicht die geringste Ahnung hat.

    Die Überlegungen zur Steuerung haben in den Ursprungsländern der Migranten anzusetzen, also vornehmlich in den Subsahara-Staaten. Für die Marokkaner, Tunesier oder Libyer, die gern nach Europa wollen, gibt es Programme in der EU, die das möglich machen. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: in der Deutschen Botschaft Tunis traf ich Tunesier, die sich dort im Rahmen des Programms “Do it in Germany” ihre Visa und sonstigen Papiere abholten.

    Es wird Zeit, dass sich die Spinner der FPÖ oder der AfD einmal mit diesen Situationen ernsthaft befassen, bevor sie unsägliche Vorschläge machen.

    Sorry, wenn ich wütend klinge. Das liegt daran, dass ich wütend bin!

  2. Was für einen Geist der dem Blog so treuer AfD-Fan verkörpert, führt er uns hier vor:

    man könnte auch sagen: irgendeine kaputte und korrupte bananenrepublik erledigt die drecksarbeit für “mutti”, damit diese halbwegs sauber darsteht und nebenbei versucht, die abwanderung zur afd zu stoppen. alles, weil der michel so langsam die schnauze voll hat von multi-crime, multi-rape, multi-terror etc.

    tja, hat nicht geklappt.

    und nun? die afd steht bundesweit vor der spd.
    das werden häßliche zeiten. aber: gewitter reinigen die luft!

    deutschland für deutsche!

    Und unter einem anderen Artikel:

    “(2) Irgendwelche Überlegungen zu Afrika stellt Salvini nicht an. Möglich, dass Europa einige Jahre lang durch brutale mörderische Abschottungspolitik die Einwanderung aus Afrika weitgehend reduzieren kann. Einige Jahre lang.”

    wieso nur einige jahre lange?

    wir haben doch genug firepower. die nafris, äh, afrikaner haben praktisch keine. natürlich möchte niemand schlimme bilder, doch wenn es wirklich hart auf hart kommen sollte, wird man den menschlichen tsunami schon millitärisch abwehren können und wollen. das könnte sogar neue arbeitsplätze schaffen, etwa bei der bundeswehr oder bei munitionsproduktion

    Wir sehen: Die AfD ist längst eine Partei der Neonazis geworden.

  3. Frank,

    mein – natürlich boshaftes – “Angebot” mit den 50 Mrd. bezieht sich nicht auf irgendeine Hilfsbereitschaft der Tunesier gegenüber Schwarzafrikanern, sondern auf eine Frage, die sich vermutlich unsere obersten Grenzschützer heimlich stellen: Wieviel müssten wir pro Jahr zahlen, um zum Beispiel Tunesien bestechen zu können? Bestechen!

    Es wäre natürlich für Tunesien höchst problematisch, sich auf so einen Bestechungsversuch einzulassen. Wenn ich geschrieben habe, 5 Mrd wären für die Lager, 45 Mrd. für das Budget (Wohlfahrt, Investitionen …), wäre das eine Milchmädchenrechnung. Denn diese “Lager” wären Gift für Tunesien, würden hintenherum erheblich höhere Kosten verursachen, als vordergründig sichtbar wäre.

    Die Überlegungen zur Steuerung haben in den Ursprungsländern der Migranten anzusetzen, also vornehmlich in den Subsahara-Staaten.

    Genau darauf will ich hinaus.

  4. Frank Berghaus meint:

    Was wir hier bei uns (und nun spreche ich als assimilierter Tunesier, was auch ohne Pass geht) dringend brauchen, sind weitere Schritte auf dem Weg zu finanzieller und wirtschaftlicher Gesundung, sprich Tourismus, in 2018 mit über 8 Millionen fast am ehemaligen Höchstwert von knapp 9 Millionen sowie weitere Produktionen nachdem Textil am Boden liegt. In Enfidha werden bereits Pickups (Isuzu) montiert, im nächsten Monat beginnt eine chinesische Automarke (Name vergessen) mit der Produktion und auch die Koreaner haben sich für 2019 angesagt. DAS ist der Weg, der uns in die stabile demokratische Zukunft führt – nicht Abenteuer mit irgendwlchen Flüchtlinsströmen.

    BTW: Die Staatsverschuldung beträgt derzeit 70% vom BIP (Tendenz fallend), das Budget-Defizit ist auf 3,9% gesunken (von 4,7 in 2016), Tunesien ist mit seinen Auslandsverpflichtungen (Kredite EU und Weltbank) noch nie in Verzug geraten. Von solchen Ausgangsdaten können manche unserer europäischen Partnerstaaten (siehe zB Italien) derzeit nur träumen.

  5. Frank Berghaus meint:

    Wir haben einen Schwachpunkt, der unbehebbar ist: Unser Staatspräsident Béji Caïd Essebsi (Kosename im Volk “Babouche”), den ich sehr schätze, wird mit seinen derzeit 91 Jahren 2019 nicht mehr zur Präsidentenwahl antreten können (und wollen). Er war in den letzten Jahren der stabilisierende Faktor bei den mehrfach wechselnden Regierungen und er hat ungeheuer viel in die Wege geleitet, nicht zuletzt die Stärkung der Frauenrechte – wohl wissend, dass eine Demokratie nur Zukunft hat, wenn zwischen Mann und Frau Gleichberechtigung herrscht.

    Wir werden ihn vermissen und ich sehe bisher keinen ebenbürtigen Nachfolger am Horizont. :-(

  6. Na ja, Frank, für einen ASSIMILIERTEN Tunesier halte ich dich nicht. Dazu bist du zu scharf atheistisch. Stell dir mal vor, du trittst mit solchen Ansichten offen im tunesischen Fernsehen auf …

    Um assimiliert zu sein, müsstest du in Tunesien schon Muslim werden. (Auch wenn ich dir zugestehe, dass vielleicht 10% der Tunesier dich NICHT RABIAT ablehnen, sondern nur den Kopf schütteln würden.)

  7. Frank Berghaus meint:

    Da wäre ich nicht der erste, der als Atheist im Fernsehen auftritt. Natürlich lassen wir jeden glauben, was er mag. Das war ja auch schon das Argument von Ennadha bei den letzten Wahlen “Die (Nida Tunes von Essebsi) wollen euch euren Glauben nehmen”. Es hat natürlich nicht verfangen und Ennadha hat eine schwere Niederlage einstecken müssen (von 40% auf 30%!). Die Tunesier sind ja nicht blöd. Laut Sigma Controle wollen 73% der Tunesier, dass sich die Religion gefälligst aus der Politik heraushalten soll.

    Du vermutest hier immer einen Kampf, den es in dieser Form überhaupt nicht gibt. Das liegt eben daran, dass du zwar meinst, vom Atheismus (der mich überhaupt nicht interessiert) Ahnung zu haben, aber eben nicht vom Humanismus, den wir vertreten. das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.

    Aber leider willst du hier wieder auf ein Nebenthema ablenken, um das es überhaupt nicht geht in dem Thread – eine sehr unangenehme Eigenschaft von dir.

  8. Ich würde mal sagen, Frank, dass du gut integriert bist. Aber eben nicht assimiliert. Was ja doch keine Kritik ist. Und zum Artikel davor passt der Hinweis durchaus, wenn auch nicht zum obigen.

    Essebsi ist, so vermute ich, ein gläubiger, aber säkular orientierter Muslim. Der Religion und Politik glaubwürdig auseinanderzuhalten versteht.

  9. Frank Berghaus meint:

    Du solltest vielleicht mal Urlaub in Tunesien machen. Das erweitert den Horizont und befreit von einer zu grossen Türkei-Fixierung. :D

  10. und nun? die afd steht bundesweit vor der spd.
    das werden häßliche zeiten. aber: gewitter reinigen die luft!

    In der Forsa-Umfrage von gestern liegt die AfD leider nur auf Platz 4 hinter CDU, SPD und Grünen. In der aktuellen Umfrage von vorgestern für Bayern sogar nur auf Platz 5 hinter den Freien Wählern. Platz 2 heißt also nicht viel, wenn man mit lediglich 15% schon Zweiter werden kann. Für mich ist es eher erstaunlich, dass die AfD unter den aktuellen Umständen so schwach abschneidet.

  11. Deutlich mehr als 80% sind eher gegen die AfD, die meisten davon sogar entschieden gegen die AfD. Das Volk ist also gegen die AfD.

    Das merken viele Anhänger der AfD und – schämen sich, genieren sich zuzugeben, dass sie für die AfD sind.

    Sie schämen sich zurecht.

    Auch deshalb, weil sie als AfDler – gewollt oder ungewollt – den Schulterschluss mit Neonazis und mit Verbalschlägern von der peinlichen Sorte unseres AfD-Trolls vor Augen führen.

  12. Frank,

    ich hab nicht vor, nochmal zu heiraten. Auch keine Tunesierin.
    Was nicht heißen soll, dass ich dir deinen Lebensabend in Tunesien nicht gönne. Deine Einwanderung in Tunesien und deine Integration dort bedeuten auch ein Kompliment an Tunesien und seine Einwohner.

    Klimatisch ist mir Tunesien nicht angenehm: Ich ziehe ein gemäßigtes Klima vor – Mitteleuropa ist für mich vom Wetter, von den Temperaturen her ideal. Allenfalls im Winter würde ich einen Besuch an der Nordküste Afrikas riskieren.

    Aber zurück zu unserem Thema 1 – integriert/assimiliert. Wie siehst du das – auch an deinem eigenen Beispiel?

    Und zurück zu unserem Thema 2 – dem Artikelthema: Könnte sich Tunesien am Ende bestechen lassen und der EU “Anlandeplattformen” genehmigen und sie vielleicht sogar mitbetreiben – etwa gegen eine jährliche Zahlung von 50 Mrd Euro?

    Natürlich wäre es pervers. Nur – die Lage für die EU ist vertrackt, da neigt man zu problematischen Maßnahmen; und Tunesien könnte so eine Geldquelle schon brauchen und dann vielleicht den Pferdefuß übersehen.

  13. Frank Berghaus meint:

    @Leo:

    Zu 1.: Ich weiss in meinem Fall nicht so recht, ob ich nun einfach (auch dank der Tunesier natürlich) “nur” gut integriert oder bereits (nach 20 Jahren) assimiliert bin. Ich sehe da auch bei mir allenfalls einen hauchzarten Unterschied. Jedenfalls muss ich wohl kaum den Islam praktizieren, um assimiliert zu sein. Oder muss man in D Katholik werden, um dieses Ziel zu ereichen? :D

    Zu 2.: Ich sehe für solche Lager (ich bleibe mal beim Wort) keine realistische Chance. Tunesien wird sich nicht bestechen lassen. Deshalb habe ich ja oben kurz auf die derzeitige wirtschaftliche Lage hingewiesen, die auf einem ordentlichen Weg ist. Unterschätze den Stolz dieser kleinen Länder nicht. Selbst ich stehe auf, wenn die tunesische Hymne ertönt. :D

    Wir haben ja im Süden immer noch diese aus der “Libyen-Zeit” stammende Rest-Anlaufstelle. Die ist nicht vollkommen verwaist, sondern hier werden die Fälle von Klandestinen behandelt, die von unserer Küstenwache aufgegriffen werden. Tunesier (sind aber nur wenige) werden bestraft, alle anderen via Jerba in ihre Heimat verfrachtet, soweit sie nicht von einer der Botschaften ein Visum erhalten. Das einzige, was ich mir überhaupt vorstellen könnte, wäre eine Vereinbarung, in gewissem begrenzten Umfang auch von anderen aufgegriffene Flüchtlinge hier zu “behandeln”. Natürlich gegen eine Erstattung des Aufwands.

  14. Assimiliert: dann erkennt man keinen Unterschied mehr. Wie zum Beispiel bei den Abkömmlingen der Polen im Ruhrgebiet. Assimilation in der ersten Generation dürfte schwierig bis unmöglich sein. Würde ich auch nicht anstreben oder empfehlen.

    Ich kenne einen Fall einer Türkischstämmigen, die nichts mehr Türkisches an sich haben wollte. Es war ihr peinlich, überhaupt türkischer Herkunft zu sein. – Das kam mir seltsam, unnatürlich vor.

    Aber in der zweiten Generation, der Generation der Kinder, da ergibt sich die Assimilation oft wie von selbst.

    Wie allerdings verhält es sich, wenn man hier geboren ist, aber auffallend anders aussieht? Dann wird einem wohl die Assimilation schwer gemacht. Dunkelhäutige Deutsche haben da ärgerliche bzw. traurige Erfahrungen zu berichten. Ich würde da aber nicht von Rassismus sprechen. Schwarze Deutsche – das ist nun mal für viele gewöhnungsbedürftig. Da müssen sich auch Deutsche erst einmal in die für sie neue multikulturelle Welt integrieren …

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass jemand, der sich (in zweiter Generation) als Hindu versteht und hier als Hindu leben will, in Deutschland nicht zur Assimilation kommen kann (und in diesem Fall wohl auch nicht will). Integration reicht ja doch auch.

    In einer multikulturellen Gesellschaft kann man erkennbar anders sein als der Mainstream und doch voll dazugehören. Man könnte etwa als Schwuler Bundeskanzler werden – auch als Türkischstämmiger oder als jemand mit zwei Pässen oder als Zen-Buddhist.

    Ich denke, wir sind hier in Deutschland auf diesem Weg schon recht weit fortgeschritten.

    Ich selber gehöre einerseits von vorne herein dazu – als gebürtiger Deutscher. Andererseits lege ich wert darauf, nicht ganz bzw. nicht bedingungslos dazuzugehören: Ich bin scließlich auch Münchner, Europäer und Weltbürger bzw. Mensch, also jemand, der sein Deutschsein auch von außen betrachten muss und gegebenfalls sich sogar gegen Deutschland stellen könnte.

    Was aber zu meinen Lebzeiten nicht nötig war, auch heute nicht nötig zu sein scheint. Zur Zeit des NS hätte ich allerdings gesagt: “Diesen Weg, den ihr geht, liebe deutsche Landsleute, diesen Weg des Faschismus gehe ich nicht mit. Ich verweigere mich! Im Kriegsfall nehme ich sogar die Waffe gegen dieses Deutschland in die Hand.”

    Heute: Meine kosmopolitische Tendenz ist Teil der deutschen multikulturellen Gesellschaft, also kein Fall der Distanzierung von Deutschland. Meinem deutschen Patriotismus steht nichts im Wege.

  15. Frank Berghaus meint:

    Integration (und Assimilation) sind ja eng verbunden mit dem heute häufig überstrapazierten Begriff von “Heimat”. Deshalb hier noch einmal meine ganz persönliche Sicht der Dinge:

    http://www.wissenbloggt.de/?p=42079

  16. Ich habe ein sehr intensives Heimatgefühl.

    München ist meine Heimat. Ich möchte diese Heimat nicht verlieren. Ich möchte nicht aus München vertrieben werden, nicht gezwungen werden, aus München wegzuziehen. Hier habe ich meine Wurzeln.

    Es gibt Menschen, die haben solche Wurzeln nicht. Das ist auch ok. Aber ich gehöre zum Typus des Bauern, nicht zum Typus des Nomaden. Nichts gegen die Nomaden, aber ich lasse mir von ihnen nicht mein Heimatgefühl mies machen.

    Ich kann außerdem nicht sehen, wieso das Heimatgefühl etwas Reaktionäres sein soll. Ich erlebe es genau umgekehrt: Wer mit beiden Beinen sicher auf dem Boden seiner Heimat steht, kann sehr viel Progressivität riskieren. Er weiß, er verliert sich nicht, wenn er physisch oder geistig in die Ferne schweift.

    Im übrigen bin ich ein deutscher Patriot. Mit Leib und Seele. Und wieder ist es so, dass ich daran nichts Rechtslastiges erkennen kann. Ich liebe mein demokratisches, liberales, multikulturelles, weltoffenes Deutschland. Und verteidige es gegen seine Feinde – die Rechtspopulisten und Rechtsradikalen, die genau dieses reale Deutschland verachten und kaputt machen wollen.

  17. Unser Troll meint:

    “Im übrigen bin ich ein deutscher Patriot. Mit Leib und Seele.”

    du bist vieles, brux, aber kein patriot. jeder echte patriot kotzt einen dicken strahl, wenn so einer wie du sich als patriot bezeichnet. außer natürlich, das soll satire sein.

    WER von uns beiden schätzt Deutschland – das reale Deutschland, das
    multikulturelle,
    bunte,
    liberale,
    weltoffene,
    demokratische,
    rechtsstaatliche,
    selbstkritische,
    aufgeklärte
    Deutschland, in dem wir beide leben?

    Ich.
    Nicht du.
    Du verachtest das wirkliche Deutschland – das Deutschland, in dem wir tatsächlich leben.
    Du hasst es.
    Du möchtest es in ein anderes Land verwandeln, weil du es so, wie es ist, unerträglich findest.
    Du findest es schwer erträglich, weil du selber schwer erträglich bist.

    Du magst ein deutscher Nationalist sein, Troll, aber ein deutscher Patriot bist du nicht.

  18. Darauf antwortet unser Troll:

    deutschland war bis in die 80′er jahre hinein ein lebenswertes land. heute ist es in weiten teilen nur noch ein explosives balkangebiet, in dem kriminelle ausländerclans, rocker und linksextreme dominieren. dieses deutschland finde ich tatsächlich unerträglich.

    liberal und demokratisch ist das eine, dekadent und beliebig das andere. der rechtsstaat ist in gefahr, aber nicht wegen der rechtskonservativen afd oder ein paar neonazis im osten, sondern weil die deutschen mehr und mehr das vertrauen in diesen staat verlieren. masseneinwanderung und überfremdung, wohnungsnot, prekäre jobs… da gibt es viele gründe.

    nochmal: du bist kein patriot. kein echter patriot würde so einen wie dich als patrioten anerkennen.

    In welchem Land lebt der Troll?

    Nun ja, auf jeden Fall hat er mir recht gegeben: Er HASST und VERACHTET das Land, in dem er lebt.

    Hasst und verachtet ein Patriot sein Land?

    Wir ahnen – es steht zwischen den Zeilen – auch, welche Lösung der Troll sieht: Revolution. Eine revolutionär-reaktionäre Rolle rückwärts. Ethnische Säuberung. Konzentrationslager für Leute wie mich.

    Sagt er natürlich nicht. Aber er denkt es. Achtet nur mal auf den H A S S in seinen Worten. An ihrem H A S S könnt ihr sie erkennen, die Neonazis.

  19. Hmm, ja, er stellt sich einfach hin und beschimpft Liberalität und Demokratie so lange als Dekadenz und Beliebigkeit, bis sie in seinem Sinne abgeschafft werden.

  20. Was hat der Troll in seinem Leben jemals für Deutschland getan?

  21. Worauf unser AfD-Troll antwortet:

    im worte verdrehen seid ihr beiden linksdrehenden joghurtkulturen echt gut.

    weder habe ich gesagt, dass mein land “hasse” (ich finde nur die zustände unerträglich, die fahrlässig herbeigeführt wurden), noch habe ich liberalität und demokratie relativiert.

    Du hasst Deutschland – so, wie es ist. Das zumindest gibst du zu. Es gibt aber kein anderes Deutschland als das, worin wir leben. Also hasst du Deutschland. Du bist ein Deutschland-Hasser.

    Ich geb dir zu, dass es in deiner Phantasie ein anderes, schöneres, besseres – ethnisch gesäubertes Deutschland gibt. Und das liebst du. Es ist aber nur ein Phantasie-Deutschland, kein wirkliches.

  22. Er formuliert “hassen” einfach in “fahrlässig herbeigeführte Zustände unerträglich finden” um.

    Das kann kein Patriot sein.

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