Bertelsmann-Stiftung contra Sarrazin

islamIch möchte zunächst die Sicht der Bertelsmannstiftung (im Januar 2018 verfasst) ohne Kommentar hier wiedergeben. Im Artikel darauf werde ich meine Einwände formulieren.

Wir erhalten hier einen Bericht, der die Integration der Muslime – von wenigen Ausnahmen abgesehen: Salafisten und Duisburg-Marxloh (und einigen wenigen weiteren Stadtvierteln in Deutschland) – für gelungen erklärt. Wir erhalten hier exakt das Gegenteil von dem, was Sarrazin in seinem Buch behauptet.

So lautet der erste Absatz, zusammenfassend:

Die meisten Muslime in Deutschland sind gut integriert und fühlen sich dem Land eng verbunden, dennoch werden sie von der Öffentlichkeit teils misstrauisch beäugt. Ein Grund dafür sind auch verarmte Stadtviertel wie Duisburg-Marxloh.

Unerklärt bleibt in dem Artikel die – also unverständliche? – Ablehung des Islam durch eine Mehrheit der Deutschen:

Doch die Ablehnung gegen den Islam wächst, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Seit den wahllos wiederkehrenden Angriffen durch die – zynischerweise – „Islamischer Staat“ genannte Terrororganisation müssen Migranten, darunter viele Muslime, häufig mit schiefen Blicken und einem Generalverdacht leben. Laut einer Bertelsmann-Studie von 2015 stuft jeder zweite Deutsche die Religion als Bedrohung ein. 57 Prozent der nicht-muslimischen Befragten halten den Islam für „sehr bedrohlich“ oder „bedrohlich“. Auch knapp die Hälfte der Hochschulabsolventen teilen diese Ansicht und 61 Prozent der Deutschen finden, die Religion passe nicht in die westliche Welt.

„Der Islam wird dort vielmehr als Ideologie denn als Religion wahrgenommen“, sagt Yasemine El-Menouar von der Bertelsmann-Stiftung. Dabei stufen die Behörden weniger als ein Prozent der hiesigen Muslime, die sich regelmäßig in rund 2.350 Moscheen und alevitischen „Cem“-Gebetshäusern treffen und die demokratische Regierungsform mehrheitlich akzeptieren, als radikal ein. Darunter sind auch viele der ultrakonservativen Salafisten.

Die Vertreter der Bertelsmann-Stiftung halten dagegen:

Die Integration der Muslime, die in den 1960er- und 1970er-Jahren meist im Zuge der Gastarbeiteranwerbung zugewandert sind, mache „deutliche Fortschritte“. Damals zog es vor allem Türken auf Arbeitssuche in die Industrieballungszentren im Westen Deutschlands.

„Die große Mehrheit der Migranten aus der Türkei, Nordafrika und anderen Ländern ist längst angekommen; sie haben sich Existenzen aufgebaut, Familien gegründet, Arbeitsplätze geschaffen“, sagt El-Menouar der Wochenzeitung Die Zeit. Viele pflegten „gute Kontakte zu Einheimischen“ und fühlten sich mit Deutschland „eng verbunden“.

Gelobt wird die integrative Arbeit von 95% aller Imame in Deutschland.

Die Integration gelinge:

„Der Trend ist eindeutig: Die Integration der muslimischen Einwanderer schreitet mit jeder Generation voran. Wie schnell dieser Prozess vonstatten geht, hängt neben dem Willen der Eingewanderten aber auch vom Bildungssystem und der Arbeitsmarktpolitik ab.“

Es gebe gewiss Ausnahmen, denen sich der Artikel in der Folge widmet (Duisburg-Marxloh zum Beispiel) – als einzigem Argument, warum relativ viele Nichtmuslime die Muslime in Deutschland eher negativ bewerten: Das Versagen der deutschen Politik sei die Ursache; ihre Fehler hätten diese ungünstigen Verhältnisse für viele Muslime geschaffen, und daraus folge dann wiederum die ablehnende Haltung so vieler Menschen.

Der Artikel benennt keinen Gesichtspunkt, der sich kritisch auf muslimische Formen der Religionsausübung und Kultur bezieht, außer dem einen Prozent der Salafisten und sonstigen Radikalen.

Meine Kritik kommt im nächsten Artikel.

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