Dem deutschen Osten fehlen die “Ausländer”

wirtschaftBei Spiegel Online lesen wir:

Während die westdeutsche Wirtschaft enorm von Zuwanderung profitiert, geht der Zuzug an Ostdeutschland zum großen Teil vorbei. Das ist ein Problem – und zwar für die gesamte Bundesrepublik.

Zum Glück für Westdeutschland hält die Einwanderung an. Zwischen 300.000 und 500.000 liegt der Saldo im Plus, Jahr für Jahr, wohl auch in den nächsten Jahren noch.

Dieses Plus gleicht das Geburtsdefizit aus und gibt den Firmen genug Arbeitskräfte, um ihr Niveau zu halten und zu erhöhen. Damit können dann auch die Renten bezahlt werden – und der Osten Deutschlands kann weiter gepäppelt werden.

Ohne dauerhaft große Zahlen an Immigranten werden sich Teile der Bundesrepublik zu menschenleeren Landschaften entwickeln. Welche Dynamik dadurch entsteht, lässt sich heute schon in Teilen des Ostens beobachten, 28 Jahre nach der Wiedervereinigung, die sich am Mittwoch jährt.

Dabei leidet der Osten noch stärker als der Westen an einem Mangel an Fachkräften.

Gesucht werden Leute aller möglichen Qualifikationen und Spezialisierungen: Akademiker, insbesondere Ärzte, Ingenieure, IT-Experten und Naturwissenschaftler, außerdem Handwerker aller Art sowie Kranken- und Altenpfleger.

Doch im Osten gelingt es nicht, diese Lücken mit ausländischen Beschäftigten zu schließen. Mit wenigen Ausnahmen, insbesondere Berlin und Umland, liegt der Anteil von Erwerbstätigen mit nichtdeutschem Pass in den Ostregionen weit unter Westniveau: bei weniger als sechs Prozent.

Warum ist der Osten auch für (potenzielle) deutsche Zuwanderer nicht sonderlich attraktiv?

Ich vermute: Es fehlt die multikulturelle Gesellschaft dort.

Wir starren immer auf die Minderheit derer, die rechtspopulistisch herumtobt. Und verlieren die große Mehrheit derer aus dem Blick, die die multikulturelle Gesellschaft schätzt, genießt – und braucht.

Das Imageproblem des Ostens ist ein negativer Standortfaktor. Pegida, AfD, Chemnitz … Wer will denn vom Westen in den Osten ziehen? Eine Gegend ohne internationale Attraktivität?

Der Westen ist attraktiv, wie die hohen Zuwandererzahlen zeigen. Die Bundesrepublik sollte deshalb alles daransetzen, diesen Rückenwind zu erhalten. Dazu braucht es insbesondere eine stringente Einwanderungs- und Integrationspolitik, damit die Stimmung nicht noch weiter in Richtung undifferenzierter Grenzen-dicht-Rhetorik abdriftet.

Der Osten lebt immer noch vom Transfer aus dem Westen. Er profitiert also auch von der Zuwanderung in den Westen, vom hohen Migrantenanteil der westlichen Wirtschaft.

So liegt das durchschnittliche Nettoeinkommen (“Nettoäquivalenzeinkommen”) der privaten Haushalte im Osten bei knapp 90 Prozent des Westniveaus.

Die Wirtschaftskraft pro Einwohner verharrt jedoch unter 75 Prozent, die industrielle Bruttowertschöpfung pro Kopf beträgt sogar nur rund 50 Prozent.

Diese Zahlen sollte man sich merken.

WIR, das multikulturelle Westdeutschland, sorgen dafür, dass der Osten nicht bei 75% des Westniveaus bleibt, die er selbst erwirtschaftet, sondern immerhin auf 90% des durchschnittlichen deutschen Nettoeinkommens kommt.

Wehe, wenn die Attraktivität Westdeutschlands für Einwanderer sinkt! Dann wird vor allem auch der deutsche Osten darunter leiden – der Transfer wird dann ausfallen …

Also, liebe Ostdeutsche, ihr habt nicht zu viele, sondern zu wenig Einwanderer, und ihr profitiert ständig davon, dass wir hier im Westen so viele haben!

Wie wär’s – und ihr entwickelt endlich selbst die nötige Willkommenskultur, um Einwanderer zu motivieren, zu euch zu kommen?

Der Spiegel-Artikel hat eine dazu passende Deutschlandkarte. Auf ihr kann man den Anteil internationaler Beschäftigter an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten nach Stadt- und Landkreisen (in Prozent) sehen.

Allen Rechtspopulisten möchte ich raten, diese Karte NICHT anzuschauen.

Kommentare

  1. Unser rechtsradikaler Stalker schreibt:

    Schwachsinn. Der Osten ist der einzige Ort, wo man noch angenehm durch die Stadt flanieren kann, ohne alle paar Meter irgendwelche sich selber abgrenzende Kopftücher und Langbärte mit finsterem Gesichtsausdruck sehen zu müssen. Eine richtige Wohltat für die deutsche Seele.

    Das wir mehr Einwanderung brauchen, ist eine Lüge, die von linken Träumern (Ziel: noch mehr Multikulti) und neoliberalen Wirtschaftsvertretern (Ziel: noch mehr Lohndumping) verbreitet wird. Dieses Land ist einfach nur noch zum kotzen!

    Der letzte Satz ist besonders aufschlussreich.

    Ich hab schon oft festgestellt: Unser AfD-Troll VERACHTET und HASST sein Land, seine Nation. Er bestätigt es uns hier mal wieder, und sogar ganz besonders drastisch.

    Der AfD-Troll ist ein erklärter Deutschlandfeind.

    Nachtrag des AfD-Trolls:

    “Rechtsradikal” und “Stalker” – Brux, Du bist so eine Lachnummer. Statt Argumenten nur Beleidigungen. Ich hoffe, Deine Chefin liest hier immer noch mit und zieht rechtzeitig die Reißleine. Dieses Blog ist inzwischen völlig außer Kontrolle, siehe auch die Diffamierung von Türken als “Erdotürken”. Bin gespannt, wann Du zurückgepfiffen wirst.

    Diese Bemerkung werde ich mit Vergnügen an die gemeinte Adresse weiterreichen!

  2. Jetzt wird wohl für die nächsten fünf Jahre Einwanderung für die hiesige Arbeitsaufnahme erlaubt. Und zwar auch für Nicht-EU-Ausländer. Mal schauen, wie das läuft. Das war schon seit Jahrzehnten überfällig.

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