Nationalfeiertag

deutschlandBundestagspräsident Schäuble:

„Niemand hat das Recht zu behaupten, er allein vertrete ‚das‘ Volk. Der Souverän ist keine Einheit, sondern eine Vielheit widerstreitender Kräfte. So etwas wie ein Volkswille entsteht erst in der Debatte. Und nur durch Mehrheiten – die sich ändern können.“

Und:

„Die Humanität verlangt von uns, Menschen zu helfen. Das ist christliches Abendland. Das verbindet uns. Es ist der Kern des Sozialstaatsprinzips. Das gilt für Bürger in persönlichen Notlagen. Und es gilt für Menschen, die bei uns Schutz suchen.“

Sich für die Herkunft des anderen zu interessieren heiße nicht, ihn darauf zu reduzieren. „Aber die Herkunft darf nicht dazu missbraucht werden, um herabzusetzen und auszugrenzen.“

Und:

„Unsere Möglichkeiten sind aber begrenzt. Weil wir das Recht auf Asyl wahren wollen, müssen wir Migranten, die aus anderen Motiven zu uns kommen, sagen: Das geht nur so weit, wie es für die gesellschaftliche Stabilität zu verantworten ist – und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes notwendig.“

So müsse man Menschen vor dem Ertrinken retten – und wolle doch gleichzeitig das lebensgefährdende Handeln von Schleppern im Mittelmeer unterbinden.

„Wir geraten ständig in ein Dilemma.“ Das müsse Deutschland als Gesellschaft aushalten, forderte Schäuble – „und jeder von uns einen inneren Kompromiss finden, um Wirklichkeit und Ideal zusammenzubringen. Nur so erhalten wir uns politische Gestaltungsfähigkeit.“

Und:

 „Statt nur darüber zu reden, was es abzuwehren gilt, was wir verlieren könnten, sollten wir auch auf Gestaltungschancen blicken. Darauf, was wir erreichen wollen!“

Man müsste mehr sagen. Man könnte anders nuancieren. Aber alles in allem hat Schäuble es so gesagt, dass ich mich darin wiederfinde.

Unser “Mainstream” und unser “Establishment” haben schon auch ihre Qualitäten …

Kommentare

  1. Frank Berghaus meint:

    “Die Humanität verlangt von uns, Menschen zu helfen. Das ist christliches Abendland. Das verbindet uns. Es ist der Kern des Sozialstaatsprinzips.”

    Nichts verbindet uns auf diese Weise. Aber das wird Schäuble wohl nicht mehr lernen. Von Empathie und Altruismus hat er wohl noch nie gehört.

  2. Erlaube ihm doch, Empathie und Altruismus religiös zu sehen und religiös zu leben!

    Aber ich stimm dir natürlich zu, christlich ist unser Abendland nur noch in nach und nach verblassender Form.

    Ich allerdings, Frank, wie du weißt, habe Empathie und Altruismus im Rahmen meiner christlichen Erziehung und untrennbar von ihr entwickelt. Für mich ist das tatsächlich eine Einheit – aus Erfahrung. Dankbar blicke ich zurück.

    FÜR MICH haben Empathie und Altruismus tatsächlich die Farbe der christlichen Religion. – Ich übertrage das nicht auf andere Menschen, andere Kulturen. Es geht genauso gut auch ohne christliche Religion. Aber warum sollte ich mich selbst verleugnen? Warum sollte ich die christlichen Wurzeln MEINER Empathie und MEINES Altruismus – MEINER Humanität verleugnen?

  3. Frank Berghaus meint:

    Niemand verlangt das von dir – ist doch klar. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ethische Werte natürlich auch ohne Glauben gedeihen können, und es zunehmend tun. Das vergessen die Christen meist.

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